Grundschüler treffen Paulushof-Senioren

Prächtige Stimmung: Wenn die Carl-Funke-Schüler den Paulushof besuchen, steht der Spaß im Mittelpunkt.
Prächtige Stimmung: Wenn die Carl-Funke-Schüler den Paulushof besuchen, steht der Spaß im Mittelpunkt.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das traditionelle Mehrgenerationen-Projekt in Heisingen schweißt die Kinder der Carl-Funke-Schuleund die Senioren vom Paulushof immer enger zusammen. Ein Höhepunkt: Karneval.

Essen-Heisingen..  Eine gute Tradition, charmant und lehrreich zugleich. Seit Jahren, seit gut zweieinhalb Jahrzehnten sogar, da gibt’s diese feine Zusammenarbeit, die so rein gar nichts mit Arbeit zu tun hat. Da besuchen die Kinder und Lehrer der Heisinger Carl-Funke-Grundschule die Senioren aus dem benachbarten Paulushof – regelmäßig und auch umgekehrt. Was sich zunächst etwas sperrig „Mehrgenerationen-Projekt“ nennt, ist doch das wahre Leben. Der eine profitiert vom anderen. Die älteren und auch alten Leute erzählen meist von früher, die Kids meist davon, was gerade aktuell so angesagt ist. Und beide Seiten sind stets Feuer und Flamme. Toll.

Feste, Gottesdienste

„Dieses schöne Projekt, das hab’ ich von meinem Vorgänger geerbt“, erinnert sich Claudia Prinz-Busch, die Rektorin und seit bereits 15 Jahren an der Grundschule. Jede der zwölf Klassen hat gewisse Paten im Paulushof, Senioren, die die Kinder immer wieder mal besuchen, ihnen etwa zu Geburtstagen auch ein Ständchen bringen. Zudem gibt’s das Frühlings- und das Sommerfest, gemeinsame Gottesdienstbesuche und auch verschiedene Adventsfeiern, an denen die Carl-Funke-Schüler geballt am Stemmering auflaufen. Ausgelassene Kids, die für reichlich „Stimmung inne Bude“ sorgen. So wie dieser Tage, war ja Karneval.

Welch ein Bild. Gut 300 Grundschüler, die schon aus dem Gang zum Paulushof einen Karnevalsumzug machten – mit Kostümen, „Polizeischutz“ und allem drum und dran. Und als sie dann das Seniorenheim enterten, waren etwaige Berührungsängste längst verflogen.

Die Wii-Spielekonsole etwa, die vor zwei Jahren und nach einer Benefizveranstaltung mit Schauspieler Martin Lindow angeschafft werden konnte, ist natürlich immer noch im Einsatz, auch gibt es überdimensionale Brettspiele, die beiden Seiten das gemeinsame Spiel sichtlich vereinfachen.

Am Ende indes ist es einfach auch der gute Draht, der zwischen den Generationen glüht.

Süße Kamellen im Karneval – keine Frage, die kommen immer gut. Aber auch die ollen Kamellen, die die alten Leute ansonsten erzählen, sorgen bei den kleinen Kindern immer wieder für große Augen. Im Umkehrschluss bereichern die Schüler mit ihrer oft jugendlichen Unbekümmertheit auch die Menschen, die schon so viel erlebt haben in ihrem teilweise schon so langen Leben. Menschen, die vielleicht keine Verwandtschaft und auch keine Liebsten mehr haben, niemanden, der ihnen mal einen Besuch abstatten und die Zeit vertreiben würde.

Der traditionelle Karnevalsbesuch aber sorgte bereits im Vorfeld für freudige Aufregung. Wer immer sein Zimmer irgendwie verlassen konnte, der stand pünktlich gegen 11 Uhr im Hof, um die Carl-Funke-Schüler zu begrüßen. Mittendrin: Bruno Lüntz, ein echtes Heisinger Karnevalsurgestein. Der 80-Jährige hatte natürlich bannig viel Spaß, dass eine seiner liebsten Freizeitbeschäftigungen auch bei den Kindern derart gut ankommt.

Theaterstücke

„Für alle Beteiligten ist das immer eine tolle Abwechslung“, war Claudia Prinz-Busch, von vielen liebevoll „Prinzi“ genannt, noch Tage später nahezu hin und weg.

Heute früh um Punkt 8 Uhr heißt es dann: auf in die Kirche. Und sonst? Ist die nicht nur in Essen sehr bekannte und beliebte Schauspielerin und Theater-Pädagogin Angelika Stückradt dabei, an der Schule das nächste Theaterstück vorzubereiten, in dem Kinder und Senioren wieder zusammentreffen. Auch so eine schöne Tradition.