Fortbildung für Zehnthof-Azubis

Gewusst, wie: Matthias Klatte macht den Zehnthof-Auszubildenden am Kugelahorn vor, wie man Wurzelballen unterirdisch verankert.
Gewusst, wie: Matthias Klatte macht den Zehnthof-Auszubildenden am Kugelahorn vor, wie man Wurzelballen unterirdisch verankert.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Werker und GALA-Bauer genießen in der freien Wirtschaft einen guten Ruf. In Leithe sorgen Ausbilder zuvor dafür, dass das Leben der jungen Menschen Struktur bekommt.

Essen-Kray..  Die Halterner Straße in Leithe, ganz tief in der Essener Ostkurve. Dort, wo früher das heute längst verschwundene BFZ stand, das einstige Berufsförderungszentrum, da pfeift in Tagen wie diesen der Wind besonders rau über die freien Felder im Schatten der A 40. Für die jungen Männer, die beim Christlichen Jugenddorf (CJD) Zehnthof vor Ort eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer oder auch zum Werker im Gartenbau durchlaufen, kein wirklich großes Ding. Nur die Harten malochen im Garten? So oder so ähnlich.

„Die Chancengeber“

Sie nennen sich „Die Chancengeber“, denn gemäß des Leitgedankens „Keiner darf verloren gehen“ setzen sich die Mitarbeiter des CJD Zehnthof dafür ein, dass junge Menschen entsprechend ihrer individuellen Stärken gefördert werden und ihre ganz persönlichen Chancen erhalten. Mitarbeiter wie Manfred Bäuchle, der sich zusammen mit Ulrich Schuster und Matthias Schilz um die Ausbildung der GALA-Bauer und Werker kümmert. Zudem dabei: Teamleiterin Beate Klammer und Lehrerin Elisabeth Müller-Ossowski. Zusammen mit den Kooperationsbetrieben haben sich alle auf die Fahnen geschrieben, die berufliche Zukunft ihrer Schützlinge voranzutreiben. 75% Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt – das lässt sich sehen.

Aber von nichts kommt nichts. „Wie alle anderen Menschen brauchen auch oder gerade unsere Auszubildenden eine gewisse Struktur und auch durchaus strenge Regeln.“ Einer wie CJD-Chefausbilder Manfred Bäuchle (61), im früheren Leben Architekt und seit bald 30 Jahren auch für die Kammer Rheinland aktiv, ist im Grunde für jeden Spaß zu haben. Gleichwohl gilt: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. „Wenn’s morgens um Sieben losgeht, dann auch um Sieben und nicht erst um Acht. Man muss sich auch ans Tempo gewöhnen.“

Um die Chancen der Zehnthof-Azubis weiter zu steigern, leiert Bäuchle regelmäßig auch Fortbildungen an, die seine Leute der beruflichen „Konkurrenz“ dann voraus haben. Irgendwann gab’s mal durchaus spezielles Folienschweißen, dieser Tage nun stand die unterflorige Baumverankerung auf dem Programm.

Unterflorige was? Werden Bäume im Wachstum in der Regel mit dem klassischen Dreibock fixiert, bis sie groß und stark sind, bieten Firmen wie Platipus aus dem norddeutschen Thedinghausen Erdankersysteme an, die weit effizienter und im Finale auch preiswerter sein sollen. Mit Geduld und Spucke war Matthias Klatte, der Technische Verkaufsleiter, nun einer Einladung von Manfred Bäuchle gefolgt und erklärte das Verfahren. Der optische Clou: Kein unansehnlicher Dreibock mehr stützt die Bäume, sondern unterirdische verlegte und daher unsichtbare Erdanker werden verwendet. Dass die Teilnehmer vom Zehnthof das nun auch können und bescheinigt bekommen haben, haben sie Mitbewerbern voraus. Im Ernstfall kein Nachteil.