Einbrecher schlagen vermehrt in Heisingen zu

Achtung: Einbrecher hinterlassen oft keine Spuren.Foto:Ralf Rottmann
Achtung: Einbrecher hinterlassen oft keine Spuren.Foto:Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Täter haben derzeit den Stadtteil Essen-Heisingen im Visier, die Polizei hat das auch. Mit Erfolg: Zivilbeamte schnappten einen Verdächtigen. Bürger sollten 110 wählen.

Essen-Heisingen.. Beim Bäcker, im Sportverein oder beim Spaziergang: Viele Heisinger sprechen derzeit über Wohnungseinbrüche. Einige sind selbst Opfer geworden. Andere kennen Nachbarn, bei denen kürzlich Täter zugeschlagen haben. Die Polizei bestätigt, dass es in den vergangenen Wochen mehr Einbrüche als sonst im Stadtteil gab. „Die Zahlen sind gestiegen“, sagt Polizeisprecher Marco Ueberbach. Nicht dramatisch, aber die Polizei fährt verstärkt Streife. Zudem sind zivile Kräfte im Einsatz. Mit Erfolg: Vergangenen Dienstag schnappten sie einen Verdächtigen.

Den Zivilbeamten fiel gegen 20.10 Uhr ein Trio an der Elsaßstraße/Ecke Springloh auf, das offenbar Gebäude ausspähte. Als die Polizei sie überprüfen wollte, flüchteten die drei. Zwei entkamen, einen erwischten die Beamten. „Er hatte Einbruchswerkzeuge wie Schraubendreher und Zange bei sich“, sagt Ueberbach. Das Trio war wohl auf Beutezug, wurde aber zuvor erwischt. Denn an diesem Tag zumindest gab es in Hesingen keinen Einbruch. Die Polizei stellte fest, dass der Mann in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat und offenbar zu einer mobilen Bande gehört: „Die sind heute in Essen, morgen in Bochum, dann in Frankfurt.“ Das macht es für die Polizei so schwer, diese Täter zu fassen.

Daher ein dringender Appell an die Bürger: „Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet, soll sich nicht scheuen, die Polizei zu rufen“, sagt Bodo Buschhausen, der das Einbruchskommissariat leitet. Heißt: Im Zweifel 110 wählen, Beobachtung melden, nicht selbst eingreifen.

Wenn etwa drei Personen im Auto unterwegs sind, die sich auffallend umschauen, könne das ein Grund sein, die Polizei zu rufen. „Dann können wir sie überprüfen“, sagt der Kommissar. Heisingen hat den klaren Vorteil, dass es ein überschaubarer Stadtteil ist, in dem sich viele kennen. Ein verdächtiges Fahrzeug fällt dort eher auf. Das müsse keine ausländischen Kennzeichen haben, sagt Buschhausen. Manche Täter kämen aber auch mit dem Bus.

Abgesehen vom wachsamen Nachbarn, der als guter Schutz vor Einbrechern gilt, kann sich auch jeder selbst schützen: durch sein Verhalten sowie Sicherheitstechniken etwa an den Fenstern. Grundsätzlich sollte niemals ein Fenster auf Kipp gelassen werden, das sei die beste Einladung für Einbrecher. Es sei falsch zu glauben, es sei ja ohnenhin nichts zu holen. Ueberbach: „Die nehmen auch Handy oder Laptop mit.“ Mit 100 Euro auf dem Küchentisch lassen sie sich nicht abspeisen. In wenigen Minuten stellen Einbrecher eine ganze Wohnung auf den Kopf, weil es meistens Profis sind. „Wo sie erfolgreich waren, gehen sie wieder hin“, sagt Buschhausen. Dann vielleicht in die Wohnung nebenan.

Einen absoluten Schutz vor Einbrechern gibt es nicht, sagt Ueberbach. Man kann es den Tätern aber so schwer wie möglich machen. Die nehmen sich oft nicht mehr als eine Minute Zeit, um zum Beispiel ein Fenster aufzuhebeln. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden.