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Die heimliche Kulturlinie in Essen ist die "109"

06.08.2012 | 19:30 Uhr
Die heimliche Kulturlinie in Essen ist die "109"
Auf der Straßenbahnstrecke zwischen Steele und Frohnhausen tummeln sich Sehenswürdigkeiten.Foto: Peggy Mendel

Essen.   Die Essener Verkehrs AG spricht stolz von der Kulturlinie 107. Demnächst soll diese noch geteilt werden, so dass es zwei Kulturlinien gibt: 107 und 108. Ungerecht muss das die Linie 109 finden. Denn entlang ihrer Strecke zwischen Steele und Frohnhausen finden sich etliche spannende Sehenswürdigkeit, die das Aussteigen lohnenswert machen.

An der Anfangsstation Steele geht’s zu Fuß links über die Busch- und Schönscheidtstraße in den Äbtissinsteig: Dort hat das Atelierhaus Alte Schule ihren Sitz. Seit den 1980er Jahren ist die aus dem Jahr 1898 stammende Pestalozzi-Schule ein Platz für Kunst: Erst nutzte der Bildhauer Herbert Lungwitz die Räumlichkeiten, seit 1988 ist das Haus eng mit der Künstlerin Doris Schöttler-Boll verknüpft. Sie arbeitet hier nur, sondern hat das Haus auch als Ausstellungs- und Veranstaltungsstätte etabliert.

Wir gehen zurück zum Bahnhof, steigen in die heimliche Kulturlinie 109 und entdecken bereits eine Station später mit dem „Stadtgarten“ nicht nur den historischen Kuppelsaal des 1900 errichteten Gastronomie- und Veranstaltungssaals ist sehenswert. Biegen wir von der Steeler Straße links in die Krimmstraße, so stolpern wir fast über das Maler- und Bildhauer-Atelier von Jörg W. Schirmer. Kunst zum Anfassen ist in dem geräumigen Hof angesagt: Bereits am Eingang wird man von einen seiner berühmten Skulpturen, die auf großem Fuße leben, begrüßt. In der Werkstatt ist oft der Künstler selbst anzutreffen. „Wann immer das Tor offen steht, darf man eintreten und sich umschauen“, sagt Schirmer, während er seinen Vorhof zur Kunst präsentiert.

Ein Trödler in der dritten Generation

Genau zwischen den Haltestellen „Stadtgarten“ und „Knappschafts-Krankenhaus“, an der Steeler Straße 473b, hat Jörg Meuser sein Reich aufgebaut. „Ich bin Trödler bereits in der dritten Generation“, verrät er, während er sein von Metallskulpturen und Pflanzen umgebenes Reich öffnet: den Steeler Antikhandel. Krimskrams und Fundstücke vom 18. Jahrhundert bis in die 1960er findet man hier: „Alles, was die Bandscheibe erlaubt, hier hochzutragen“, lächelt Meuser, der hier zugleich noch das Atelier Unbequem innehat: Hier fertigt er Schuhe aus Metall. Nicht zum Tragen, nur zum Gucken. Sind halt so, wie das Atelier heißt.

Wer keinen Blick auf den 1923 erbauten Parkfriedhof, der größten Friedhofsfläche der Stadt, werfen will und auch das 1955 eröffnete Eulenspiegel, eins der letzten Stadtteilkinos Essens, direkt an der Haltestelle „Wörthstraße“ schon kennt, der kann am Wasserturm am Dieter-Krebs-Platz aussteigen. 1884 wurde er von Otto Intze im Stile des Historizismus erbaut. Im Zweiten Weltkrieg zerstört, dient er nach dem Wiederaufbau auch heute noch als Trinkwasserspeicher.

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    Seite 2: Und so geht die spannende Fahrt mit der heimlichen Kulturlinie weiter

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Kommentare
07.08.2012
20:16
Die heimliche Kulturlinie in Essen ist die
von fuchsflur | #1

Also Kulturlinie bleibt am Ende doch die Linie 107.

Und mal ne Frage wo holt ihr eure Infos her. Denn in der Hauptverkehrszeit, fährt die Linie 107 weiter nach Bredeney. Okay wer nach Gelsenkirchen durchfahren will muss einmal umsteigen, aber in der Regel fahren eh nicht alle durch bis zum Ende.

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