Die Freiwillige Feuerwehr Burgaltendorf steht immer parat

Mit vereinten Kräften: Bei dieser Übung trainieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgaltendorf den Umgang mit einem Unfallwagen. Zunächst wird das verbeulte Fahrzeug in eine stabile Lage gebracht, und erst danach beginnen die Retter mit der Befreiung des eingesperrten Fahrers.
Mit vereinten Kräften: Bei dieser Übung trainieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgaltendorf den Umgang mit einem Unfallwagen. Zunächst wird das verbeulte Fahrzeug in eine stabile Lage gebracht, und erst danach beginnen die Retter mit der Befreiung des eingesperrten Fahrers.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgaltendorf sind rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Schrillt ihr „Piepser“, stehen sie parat.

Essen-Burgaltendorf..  Als die Feuerwehrmänner an der Unfallstelle eintreffen, erwartet sie eine erschreckende Szenerie: Ein schwer verbeulter Kleinwagen liegt auf der Seite. Die Scheiben sind gesplittert, die Scheinwerfer zerbrochen. Und offenbar ist ein verletzter Mensch in dem Wrack gefangen. Sofort ist klar: Der Verletzte muss da raus! Also machen sich die Retter an die Arbeit. Konzentriert und unaufgeregt. Leitern werden angesetzt, Seile gespannt. Jeder Handgriff sitzt. Die Männer stabilisieren den Wagen, schneiden die Karosserie auf – und retten ein Menschenleben.

Zumindest in der Theorie. Bei dem Unfall ist nämlich niemand zu Schaden gekommen. Es war eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Burgaltendorf. Und der Wagen war schon vorher kaputt. Die Männer haben ihn eigens für die Übung vom Schrottplatz geholt. „Wir müssen solche Rettungsaktionen regelmäßig üben, damit wir im Ernstfall vorbereitet sind“, sagt Heinz-Josef Streicher. Seit 1984 ist der 52-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, seit 2002 ist er Zugführer. Sein Großvater war schon Feuerwehrmann, sein Vater ebenso, und inzwischen sind auch seine Söhne Feuer und Flamme für das Ehrenamt.

Etwa 90 Einsätze im Jahr

Im Schnitt rücken die rund 40 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Burgaltendorf pro Jahr zu etwa 90 Einsätzen aus. Sie löschen Brände, beseitigen umgestürzte Bäume, entfernen Ölspuren von der Straße, leisten Erste Hilfe. Und da die Freiwillige Feuerwehr Burgaltendorf auch für einen zwölf Kilometer langen Ruhrabschnitt verantwortlich ist, fischen die Retter auch immer wieder zwischen Bochum-Dahlhausen und der Kampmannbrücke Menschen aus der Ruhr. „Die Einsatzfelder sind sehr vielseitig“, sagt Zugführer Streicher. „Wenn der Piepser geht, wissen wir nie genau, was uns nachher am Einsatzort erwartet.“ Und wenn der Piepser schrillt, gibt es kein Pardon: „Da ist es egal, ob die Frau shoppen gehen will, oder das Essen auf dem Tisch steht – dann müssen wir los“, erklärt Streicher. Das ehrenamtliche Engagement nimmt viel Zeit in Anspruch. Und fragt man bei der Freiwilligen Feuerwehr, wie das mit Familie und Alltag in Einklang zu bringen ist, betonen sie, wie wichtig der Rückhalt der Familie ist: „Ohne den geht das alles nicht.“

Großes Interesse an Feuerwehr

Das Interesse an der Feuerwehrarbeit ist groß in Burgaltendorf. Während viele Vereine über ausbleibenden Nachwuchs klagen, rennen die jungen Leute der Freiwilligen Feuerwehr sprichwörtlich die Bude ein. „Wir haben damit ein echtes Luxusproblem“, sagt Timo Glettenberg. „Wir können momentan keine weiteren Kinder und Jugendlichen aufnehmen.“ Der 22-jährige Student ist als Jugendwart für den Nachwuchs verantwortlich. Auf spielerische Art bereitet er ihn auf den späteren Dienst vor. Es gibt Übungen, Theorie, Ausflüge und Filmabende. Aktuell betreut Glettenberg mit seinen Kameraden 28 junge Feuerwehrleute im Alter von zehn bis 18 Jahren. Die meisten von ihnen werden wohl mit Erreichen der Volljährigkeit von der Jugendfeuerwehr in die Freiwillige Feuerwehr wechseln, um bei den „Großen“ mitzumachen.

Das Hobby zum Beruf gemacht

Und manche der „Großen“ machen ihr Hobby „Feuerwehr“ gar zum Beruf. So wie Lars Engelhardt. Der 37-Jährige sagt, er habe das „Feuerwehr-Gen“. Seine Familie ist seit drei Generationen bei den Brandlöschern aktiv, die vierte Generation steht in den Startlöchern. Mit elf Jahren hat Lars Engelhardt bei der Jugendfeuerwehr angefangen, mit 17 wechselte er zur Freiwilligen Feuerwehr, wurde Zugführer – und heute arbeitet er als Berufsfeuerwehrmann.

Fragt man bei der Freiwilligen Feuerwehr in Burgaltendorf, warum die Mitglieder allesamt so lange dabeibleiben, erhält man stets eine Antwort: „Wegen der Kameradschaft“. Vereinsleben, das heißt für manche hier: Familienleben. Die Männer – und auch die verhältnismäßig wenigen Frauen – halten zusammen und gehen durch dick und dünn. Nicht nur bei Einsätzen, bei denen sie sich ohnehin blind aufeinander verlassen müssen. Auch in der Freizeit stehen sie füreinander ein. Sie beschreiben sich als eingeschworene Gemeinschaft. Und trotzdem offen für jeden, der mitmachen möchte. „Ein paar erwachsene Quereinsteiger, die noch bei uns mitmachen möchten, könnten wir gut gebrauchen“, sagt Zugführer Lars Engelhardt.

Tage der offenen Tür im August

Wer die Feuerwehrarbeit in Burgaltendorf näher kennenlernen möchte, hat dazu unter anderem Gelegenheit bei den Tagen der offenen Tür. In diesem Jahr finden sie statt vom 28. bis 30. August.

Die Freiwillige Feuerwehr Burgaltendorf wurde bereits im Jahr 1894 gegründet. Das heutige Einsatzgebiet umfasst Burgaltendorf und Überruhr-Holthausen – ein Bereich, in dem fast 20 000 Menschen leben und arbeiten. Bei Großlagen sind die Retter auch im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Die Freiwilligen sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Alarmbereitschaft.

Weitere Informationen im Internet unter: www.ff-burgaltendorf.de, Kontakt per Mail: fuehrung@ff-burgaltendorf.de.