Deilbachtal: Förderanträge laufen

Konzentrieren wollen sich die Aktiven im Deilbachtal auf den historischen Eisenhammer,, das Meisterhaus und die Arbeiterhäuser.Foto:Stefan Arend
Konzentrieren wollen sich die Aktiven im Deilbachtal auf den historischen Eisenhammer,, das Meisterhaus und die Arbeiterhäuser.Foto:Stefan Arend
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Was wir bereits wissen
Der Zusammenschluss verschiedener Vereine, das Ruhr Museum und das Kulturdezernat erwarten die Antwort vom LVR. Ob Wasserkraft zurückkehrt, ist noch offen.

Essen-Kupferdreh..  Als schützenswerte Wiege der Frühindustrie ist das historische Gebäudeensemble im Deilbachtal im vergangenen Jahr immer stärker in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Derzeit arbeitet ein Zusammenschluss aus Vereinen mit Hilfe des Ruhr Museums und des Kulturdezernates der Stadt an der Zukunft der – so hoffen alle – zukünftigen Museumslandschaft. Spätestens im Frühherbst will man schlauer sein.

„Dann erwarten wir die Antwort auf die Zuschussanträge, die wir gerade für den Landschaftsverband Rheinland vorbereiten“, berichtete Ulrich Borsdorf in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) VIII. Für den ehemaligen Leiter des Ruhr Museums war der Ausflug in die BV ein Heimspiel. Mit Eifer begleiten die Politiker der Ruhrhalbinsel die Aktivitäten des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen, der Kupferdreher Bürgerschaft und des Fördervereins Initiative Denkmäler Essens erhalten (IDEE). Mit 14 000 Euro bezahlten die Politiker rund zwei Drittel der Kosten für zwei Gutachten über das vom Verfall bedrohten Ensemble. Die restliche Summe stemmte IDEE selbst – Voraussetzung für den Griff nach der Zukunft. Und über die wird auch der Landschaftsverband (LVR) entscheiden.

„Wir werden voraussichtlich um die 1,5 Millionen Euro beim LVR beantragen. Konzentrieren werden wir uns auf das Eisenhammergebäude, das Meisterhaus und die beiden Arbeitshäuser“, berichtete Borsdorf, auch Vorsitzender von IDEE. Das Eisenhammergebäude soll für museale Zwecke genutzt werden, im Meisterhaus plant man einen Veranstaltungsraum und eine Wohnung. Die Arbeitshäuser könnten Museumspädagogik, eine Radstation am Radwanderweg und eventuell einen Kiosk beherbergen.

Geht der Plan auf, können Borsdorf und seine Mitstreiter in den kommenden Jahren mit insgesamt rund zwei Millionen Euro kalkulieren, die Stadt will sich jährlich für einen begrenzten Zeitraum mit 100 000 Euro pro Jahr beteiligen. „Wir werden versuchen, alle Maßnahmen möglichst sparsam anzusetzen und so viel wie möglich für das Deilbachtal herauszuholen“, bemerkte Borsdorf. Der Traum der Beteiligten, und der stieß auch in der BV auf großes „Hallo“, ist, den Eisenhammer wieder mit Hilfe von Wasser in Betrieb zu nehmen. „Da sind wir noch ein bisschen zögerlich, das hängt auch von vielen baulichen Faktoren ab. Man weiß nicht, was einen im Boden erwartet“, so Ulrich Borsdorf.

Weiter ist man schon in der Frage, was den Verein in der Nachbarschaft erwartet. Dort haben Borsdorf und Co Kontakt zur Kraftwerkerschule aufgenommen. Die stellt sich mittlerweile als Energiepark auf und habe großes Interesse bekundet, auch Räumlichkeiten im Ensemble zu nutzen. Besser könnte man Vergangenheit und Zukunft in dieser Wiege der Industriekultur wohl kaum zusammenführen, die selbst die Zukunft nun vor sich hat.