Bürger in Burgaltendorf beklagen Kahlschlag durch die Bahn

Die Anwohner sind der Meinung, dass an der Holteyer Straße mehr Bäume als nötig abgeholzt worden seien.
Die Anwohner sind der Meinung, dass an der Holteyer Straße mehr Bäume als nötig abgeholzt worden seien.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem Pfingststurm seien an der Holteyer Straße in Essen-Burgaltendorf mehr Bäume als nötig gefällt worden, beklagen einige Anwohner.

Essen.. Kahlschlag in Burgaltendorf: Die Bahn AG ließ unlängst an der Holteyer Straße in Höhe der Hausnummern 120/122 kräftig Bäume fällen, um Sturmschäden als Folge von Ela zu beseitigen. Nun mehren sich kritische Stimmen, es seien mehr Bäume als nötig gefallen. Die Mitarbeiter, die die Bahn als Eigentümer der Fläche gegenüber des früheren Bahnhofs Altendorf mit der Fällung beauftragte, haben in der Tat ganze Arbeit geleistet und sämtliche Bäume des Areals flachgelegt. Sehr zum Verdruss der Anwohner, die vehement den Verlust der schönen Aussicht auf den „Landschaftsbild prägenden Wald“ beklagen. Ulrich Malburg kann den Ärger verstehen. Den Vorsitzenden der SPD in Burgaltendorf erreichten in den vergangenen Tagen zahlreiche Beschwerden empörter Bürger.

Es seien auch völlig gesunde Bäume der Kettensäge zum Opfer gefallen, erklärt die Bahn den rigorosen Grobschnitt mit schweren Schäden an Wurzeln und Baumkronen sowie mit ihrer Pflicht der Verkehrssicherung, räumt Uwe Spelleken vom zuständigen Regionalforstamt Ruhrgebiet in Gelsenkirchen zumindest ein: „Im Nachhinein lässt sich nicht mehr feststellen, ob das Abholzen aller Bäume tatsächlich notwendig war.” Jedoch nicht, ohne seine Aussage gleich zu relativieren. „Wie uns einer unserer Mitarbeiter vor Ort bestätigte, lassen die Baumschäden in den benachbarten Waldstücken vermuten, dass Ela dort ganz schön zugeschlagen hat.”

Vorgehen wurde bei Unterer Landschaftsbehörde angemeldet

Auch habe die Bahn ihre Aktion wie üblich der Unteren Landschaftsbehörde gemeldet. Eine spezielle Genehmigung für die Baumfällung ist – entgegen der Meinung einiger Anwohner – jedoch nicht notwendig, da das betroffene Bahngelände zum Außenbereich zählt. Für diesen sieht die Essener Baumschutzsatzung eine solche nicht vor. „Auch wenn dies in anderen Städten, die keine solche Satzung haben, anders gehandhabt wird“, wie Uwe Spelleken erklärt.

Für Ulrich Malburg bleibt die Situation dennoch unbefriedigend: „Auch wenn das Vorgehen der Deutschen Bahn Recht und Gesetz entsprach, so diente der Wald auch als Eingrünung für das benachbarte kleine Gewerbegebiet und das Übergangsheim. Diese Funktion sollte schnellstmöglich wieder hergestellt sein.“

Zwei Jahre Zeit zur Aufforstung

Womit Malburg darauf anspielt, dass die Bahn nun zwei volle Jahre lang Zeit hat, die Fläche wieder aufzuforsten. Die Bahn jedenfalls baut darauf, dass sich wegen der dort vorhandenen Ahornbäume in der Nähe und der ansonsten üppigen Vegetation die Natur das Gelände sukzessive wieder selbst zurückerobert. Malburg kontert: „Dennoch verstreichen so möglicherweise zwei Jahre nutzlos.“ Einziger Trost auch für die Anwohner: „Nach Ablauf dieser Frist muss die Grundlage für einen neuen Wald geschaffen sein“, sagt Uwe Spelleken. „Ist dies nicht der Fall, so muss die Bahn hier aktiv nachbessern.“