Bonifatius-Kirche lebt wieder

Nach zweieinhalbjähriger Erneuerung der Dachkonstruktion wird die zum Pfarrbezirk St. Gertrud gehörende Gemeindekirche St. Bonifatius in Essen - Huttrop an der Moltkestraße 160 am Pfingstsonntag, 24.05.2015 wiedereröffnet. Foto: Ulrich von Born/ FUNKE Foto Services
Nach zweieinhalbjähriger Erneuerung der Dachkonstruktion wird die zum Pfarrbezirk St. Gertrud gehörende Gemeindekirche St. Bonifatius in Essen - Huttrop an der Moltkestraße 160 am Pfingstsonntag, 24.05.2015 wiedereröffnet. Foto: Ulrich von Born/ FUNKE Foto Services
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Nach zweieinhalb Jahren Stillstand erwacht das schlichte Gotteshaus neu. Unter einem neuen Balkenwerk eröffnete Pastor Arnold Jentsch die Kirche mit einem Pfingstgottesdienst.

Essen-Huttrop..  „Wir sind wieder zu Hause.“ Pastor Arnold Jentsch blickt vom Altar in die voll besetzte Kirche. Zum ersten Mal seit einer aufwendigen Sanierung steht der Geistliche wieder vor seiner Gemeinde in St. Bonifatius in Huttrop. Zweieinhalb Jahre mussten die Christen geduldig sein. „Die Zeit des Bangens, Hoffens und Wartens ist nun vorbei“, sagt Ute Glunz, die Vorsitzende des Gemeinderates von der Pfarrei St. Gertrud. „Nun sind wir wieder in unserem vertrauten Gotteshaus angekommen.“

Die Zeit des Bangens, Hoffens und Wartens war allerdings durchaus notwendig. Denn den Gläubigen drohte, der Himmel auf den Kopf zu fallen . . . „Einige Gottesdienstbesucher haben nach oben geguckt und gefragt, warum sich die Deckenbalken durchbiegen“, erzählt Thomas Rünkers vom Gemeinderat. „Von da an war die Kirche geschlossen.“ Das Gebälk unter der Holzdecke in Fischgrätenoptik war schwer marode und einsturzgefährdet, also blieb für das Gotteshaus an der Moltkestraße nichts anderes übrig als eine Zwangspause. „Viele Gläubige haben sich in dieser Zeit andere Kirchen gesucht“,

„Schön, wieder hier zu sein“

So auch Georg Kupfer. Er lebt seit gut 50 Jahren in Huttrop und so lange geht er schon dort in die Kirche. St. Bonifatius ist „seine“ Gemeinde. „Wir sind auf die Gottesdienste im Franz Sales Haus und in St. Michael am Wasserturm ausgewichen“, erzählt der 79-Jährige. „Aber jetzt bin ich bin froh, dass wir nicht mehr woanders hinfahren oder laufen müssen. Es ist schön, nach so langer Zeit wieder hier zu sein.“

Auch Thomas Rünker hofft sehr, dass viele Gemeindemitglieder wieder zurückfinden werden. „Das Besondere an St. Bonfatius ist die Schlichtheit und die Größe der Kirche. Viele Leute schätzen es, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Sie können hier einfach anders beten.“

„Alle haben geholfen“

„Natürlich“, räumt Rünker ein „hat die lange Bauphase auch einige Gläubige von St. Bonifatius gelöst“. Aber einen Teil der Gemeinschaft habe es noch mehr zusammengeschweißt. „Alle haben geholfen. Zusammen konnten wir 42 000 Euro Spenden sammeln, einen Sponsorenlauf und einen Neujahrsempfang auf die Beine stellen.“ Viele Gemeindemitglieder hätten auch ganz konkret angepackt. So habe eine Gruppe von rund 50 Leuten das Holz der alten Kirchenbänke abgespachtelt und neu aufgearbeitet.

Rünker wird wohl Recht behalten: Nach dem feierlichen Einzug aller Gemeindemitglieder in das Gotteshaus zeigt sich, dass es funktioniert. An diesem Tag rücken die Menschen in den Holzbänken eng zusammen, einige folgen dem Gottesdienst gar im Stehen. Ein besonderer Moment – auch wegen des Datums. „1960 wurde die Kirche mit einem Pfingstgottesdienst eröffnet. Und genau 55 Jahre später erstrahlt sie nun in neuem Glanz.“

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