Baustelle sorgt für Ärger

Die Llinie 144 fährt momentan nicht nach Steele. Sonja Späder nervt das – auch weil die Umleitung mehr Ärgernis denn Hilfe ist.
Die Llinie 144 fährt momentan nicht nach Steele. Sonja Späder nervt das – auch weil die Umleitung mehr Ärgernis denn Hilfe ist.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wegen Arbeiten der Stadtwerke an der Wattenscheider Straße in Kray fährt die Buslinie 144 nicht mehr direkt nach Steele. Die Alternative der Evag nervt die Fahrgäste .

Essen-Kray..  Baustellen an öffentlichen Straßen gehören in Essen beinahe zur Tagesordnung. Und dass davon oft genug der Busverkehr der Evag eingeschränkt wird, ist eher die Regel denn die Ausnahme. Doch im Isinger Feld herrscht aktuell der Ausnahmezustand, wenn man den Fahrgästen glauben darf.

Eine Baustelle auf der Wattenscheider Straße verhindert, dass der Bus 144 nach Steele durchfahren kann. Die Evag hat zwar eine Umleitung eingerichtet, doch mit der sind die Anwohner alles andere als zufrieden: „Die Umleitung ist unzumutbar. Ein riesiger Umweg“, wettert Sonja Späder (54).

Das Problem: Im Isinger Feld wohnen auch Senioren, die auf den Bus angewiesen sind. Um ihre Lebensmittel einzukaufen, müssen sie irgendwie zum nächsten Supermarkt kommen – und der liegt in Steele. Wegen der Umleitung müssen diese Anwohner derzeit in Kray Nord umsteigen, die Fahrtzeit verlängert sich so empfindlich um satte 40 Minuten. „Sollten wir den Anschlussbus verpassen, kommt weitere Wartezeit dazu“, so Späder.

Ärgerlich zudem: Die Fahrt kostet sogar noch einen Euro mehr. „Das ärgert mich am meisten. Normalerweise können wir die Kurzstrecke nehmen, um nach Steele zu kommen. Nun bezahlen wir 2,60 Euro“, rechnet Sonja Späder vor. Die Mehrkosten belasteten vor allen die Rentner. Auch das Umsteigen sei für die meisten Senioren nicht einfach. „Einige sind mit dem Rollator unterwegs. Damit in den Bus ein- und aussteigen, ist nicht immer einfach.“

Doch auch Schüler müssen sich umstellen: Für die heißt es früher aufstehen, um einen anderen Bus zu nehmen oder die eineinhalb Kilometer nach Steele zu Fuß zurückzulegen. Späder: „Auch Berufstätige überlegen sich zweimal, ob sie nach der Arbeit lieber länger fahren oder den Berg hinauf laufen.“

Es stellt sich also die Frage nach Alternativen: Wieso es nicht möglich sei, einen Ersatzbus einzusetzen, will Sonja Späder wissen. „Die Strecke würde dann 20 Minuten dauern, und uns würde es in den Stoßzeiten sehr helfen.“ Auch eine Fahrt zum Kurzstreckentarif würde schon helfen. „Das würde die Rentner entlasten.“

Für Sandra Stobbe von der Evag ist dies keine Lösung: „Wenn wir so etwas bei jeder Baustelle machen würden, liefe das Ganze aus dem Ruder.“ Eine Vergünstigung der Fahrkarten zum Kurzstreckentarif ließen die Statuten nicht zu. Zumal die Baustelle nicht von der Evag, sondern von den Essener Stadtwerken betrieben wird. Stadtwerke- Sprecher Dirk Pomplun bittet um Geduld: „Wir arbeiten hier an den Gas- und Wasserleitungen. Aber die Arbeiten sollen voraussichtlich nicht vor Ende Juni fertig sein.“

Sonja Späder hat eher wenig verständnis: „Ich denke, die Evag will sich an uns bereichern, ansonsten würden sie kulanter sein.“ Die Anwohner haben sich längst selbst organisiert. Damit die Senioren zum Einkaufen kommen, fährt die 54-Jährige jeden Freitag mit einigen von ihnen nach Steele. Den Bus dazu stellt das Julius-Leber-Haus.