Bauer Groote denkt nicht an einen Verkauf der Scholle

Bauer Georg Groote in seinem Hof an der Überruhrstraße.
Bauer Georg Groote in seinem Hof an der Überruhrstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadtverwaltung könnte sich am Heuweg in Überruhr neues Gewerbe vorstellen – doch hat dabei die Rechnung ohne den Landwirt Groote und die Bürgerinítiative Überruhr gemacht.

Essen-Überruhr..  Im Jahr 2008 hatte die Politik nach langem Hin und Her die Grünfläche am Heuweg in Überruhr aus der Planung des Regionalen Flächennutzungsplans (RFNP) genommen. Nicht zuletzt wegen des vehementen Protestes der Bürgerinitiative Überruhr und auch der betroffenen Landwirte. Nun steht das Areal wieder zur Disposition, wenn es um neue Gewerbe- bzw. Wohnquartiere geht. Allerdings: Bis heute haben sich die Gegebenheiten am Heuweg nicht verändert.

Zu denen, die der Planung die Stirn boten, zählt auch Brigitte Westerwick. Sie und ihre Mitstreiter in der BI übergaben damals 4200 Unterschriften an den damaligen Stadtdirektor Hülsmann, um ihre Argumente zu stützen. „Sein Nachfolger Hans-Jürgen Best interessiert sich wohl nicht für die Belange der Bevölkerung in Überruhr“, klagt Brigitte Westerwick.

Wichtige Luftschneise

Welche Argumente dabei in die Waagschale geworfen werden, dies macht Norbert Mering, Vorsitzender der Bürgerschaft Überruhr deutlich: „Das Umweltamt hatte beizeiten einen 179-seitigen Bericht verfasst und darin auf den ökologischen Wert des Areals hingewiesen.“ Mering verweist auf die eminent wichtige Funktion der Luftschneise Maria-Juchacz-Straße bis zum Ruhrhöhenweg am Heuweg. „Diese ist für die nächsten Jahrzehnte, wenn die Hitzegrade um bis zu fünf Grad in den dicht bewohnten Stadtteilen zunehmen werden, von größter Bedeutung.“

Wohnstadt im Grünen

Norbert Mering betont zudem die Rolle des wichtigen Naherholungsgebietes: „In den 60er und 70er Jahren hat sich der Stadtteil Überruhr zunehmend zu einem Wohnstadt mitten in der Natur entwickelt. Daran sollte sich im Interesse der Menschen dort auch in Zukunft nichts ändern.“

Ein ganz wichtiger Aspekt bei allen Überlegungen bezüglich des Umgangs mit dem Heuweg und der Region sei jedoch auch die Landwirtschaft. Bauer Georg Groote, dessen Familie ihren Hof auf dem Gelände seit Jahrzehnten betreibt, erteilt den Plänen der Stadtverwaltung eine klare Absage. „Ich habe den Hof von meinem Vater übernommen, der 40 Jahre lang auf der Scholle wirtschaftete. Ich selbst bin aktuell seit 35 Jahren Landwirt mit Herz und Seele.“ Binnen der nächsten drei Jahre soll und wird Grootes Neffe den Hof übernehmen, wenn er seine Ausbildung abgeschlossen hat. Georg Groote: „Anfangs wollen wir den Hof Schulter an Schulter bewirtschaften, doch nach ein paar Jahren gehe ich dann in Rente.“ Und weiter: „Wer glaubt, ich würde hier auch nur einen Quadratzentimeter abtreten, der befindet sich auf dem sprichwörtlichen Holzweg.“

Dass es Eigentümer gibt, die kleine Parzellen verpachtet haben nun mit dem Gedanken spielen, ihren Grund und Boden gegen eine lukrative Zahlung abzutreten, will Groote gar nicht verleugnen, doch „dies ist für mich und meine Familie überhaupt keine Option. Auch deshalb, weil sich der Groote-Hof komplett im Familienbesitz befindet. „Unser Generationswechsel ist bereits vorbereitet und wird auch vollzogen. Punkt, aus und Ende“, lässt Groote keinerlei Zweifel an seiner Position aufkommen.