Bahn setzt Schallschutzwände

Schweres Gerät: Im Bereich des S-Bahn-Haltepunkts Kray-Süd bereitet die Bahn seit Montag die Errichtung von Schallschutzwänden vor.
Schweres Gerät: Im Bereich des S-Bahn-Haltepunkts Kray-Süd bereitet die Bahn seit Montag die Errichtung von Schallschutzwänden vor.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Baumaßnahme zwischen Kray-Süd und Wattenscheid soll helfen, den Lärm einzudämmen und das Leben der Anwohner zu erleichtern. Geplantes Ende: Mitte November.

Essen-Kray..  Manchmal muss es erst etwas lauter werden, damit es am Ende dann hör- und spürbar leiser wird. So etwa bei einer aktuellen Baumaßnahme der Deutschen Bahn, die in diesen Tagen mit der Errichtung von Schallschutzwänden entlang der Gleise zwischen Kray-Süd und Wattenscheid begonnen hat.

Auf einer Gesamtlänge von 2,1 Kilometern will das Unternehmen dem aktuellen Lärm im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ an den Kragen gehen. Die Lärmschutzwände werden in den Bereichen entlang der Gleise in Höhe „Steeler Pfad/Krayer Straße“, „Wattenscheider Straße“ und „Am Böcklerbaum/Kriemhilden­straße“ aufgebaut, die ersten Arbeiter begannen am späten Montag, und so alles klappt und das Wetter mitspielt, sollen die Baumaßnahme nördlich der Bahngleise rund um den 2. August abgeschlossen sein. Direkt im Anschluss dann wandert die Baustelle auf die andere Gleisseite, das Ende ist für den 16. November vorgesehen.

Arbeiten vorwiegend nachts

Wegen des hohen „Verkehrsaufkommens“ mit einer dichten Zugfolge auf der Strecke zwischen Essen und Bochum können und werden die Arbeiten vorwiegend in den Nachtstunden durchgeführt. Natürlich versucht die Bahn, die Lärmbelastung der Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren, bittet gleichzeitig jedoch um Verständnis für unvermeidbaren Baulärm sowie die optischen und die stellenweise erforderlichen akustischen Warnsignale zur Absicherung der Bauarbeiter. „Am Ende indes wird es merklich ruhiger vor Ort“, so eine Sprecherin. Auch die etwas abseits liegenden Häuser und Wohnungen würden von der Wirkung der bis zu drei Meter hohen Wände aus hochabsorbierenden Leichtmetallelementen profitieren.

„Alles hat absolut planmäßig begonnen, bislang werden auf der Strecke vom S-Bahn-Haltepunkt Kray-Süd bis zur Krayer Straße aber zunächst nur vorbereitende Maßnahmen getroffen“, so die Bahn nun auf Anfrage. Es wird etwa gerodet und grundiert, erst in zwei bis vier Wochen dann werden die ersten Schallschutzwände aufgestellt und auch zu sehen sein.

Seit 1999 wird das Projekt „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ von der Bundesregierung gefördert (s. Infokasten). „Damit wurde seinerzeit erstmals auch die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang bereits vorhandener Schienenwege umzusetzen“, so Sonja Stötzel, NRW-Sprecherin.

Für das Programm „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ stehen jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung. Bei der Lärmsanierung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Bundesweit sind derzeit in 1506 Ortslagen Lärmsanierungsmaßnahmen in Planung, im Bau oder bereits abgeschlossen. Für NRW sind im Lärmsanierungsprogramm derzeit 154 Teilprojekte enthalten mit insgesamt 431 Kilometern Streckenlänge.

Von 2001 bis Januar 2015 wurden hier bereits über 167,1 Millionen Euro Bundesmittel investiert, 97 Teilprojekte mit einer Streckenlänge von 209 Kilometern vollständig saniert, 104,0 Kilometer Schallschutzwände (SSW) anteilig erstellt. 32,2 Kilometer Schallschutzwände sind in Planung oder im Bau, knapp 11 000 Wohnungen wurden durch passive Maßnahmen saniert (Schallschutzfenster, Dachsanierungen, Schalldämmlüfter). Mit der Realisierung ist die DB ProjektBau beauftragt.