Auswärtige Dauerparker blockieren Parkplätze der Anwohner

Brigitte Cherichi wohnt in der Düppelstraße in Huttrop und beklagt sich über Dauerparker, die im nahen Elisabeth-Krankenhaus zur Behandlung sind.
Brigitte Cherichi wohnt in der Düppelstraße in Huttrop und beklagt sich über Dauerparker, die im nahen Elisabeth-Krankenhaus zur Behandlung sind.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Huttrop parken Patienten des Elisabeth-Krankenhauses und des Reha-Zentrums oft Tage lang im Umfeld und blockieren so die Stellplätze der Anwohner. Klinik-Parkhaus ist nur eine teure Alternative.

Essen-Huttrop.. Als Brigitte Cherichi Anfang vergangenen Jahres aus Kettwig nach Huttrop zog, da hielt sie dies für eine gute Idee: „Man wird ja nicht jünger“, sagt die 60-Jährige. Deshalb suchte sie die Nähe zu Sohn und Schwiegertochter, die an der Huttroper Straße wohnen. „Für den Notfall, sollte mal etwas passieren.“ Doch die Sache hat einen Haken: Die Parkplatzsuche an der Düppelstraße gestaltet sich schwierig, „da auswärtige Dauerparker die ohnehin knappen Stellplätze über Gebühr blockieren“, klagt die Seniorin.

Die Situation ist prekär, mindestens aber ärgerlich, denn sowohl Brigitte Cherichi als auch ihr Lebenspartner Ernst Köller (50) sind schwerbehindert. Rheuma und auch eine schwache Lunge machen weite Fußwege nahezu unmöglich, beide sind daher aufs Auto in der Nähe ihrer Wohnung angewiesen. „Unser Leben hier ist mittlerweile fast unzumutbar geworden.“

Und nicht nur für sie, wie Brigitte Cherichi betont. Eine Nachbarin bestätigt dies: „Ich habe das Glück, dass ich eine Garage habe. Als ich vor vier Jahren einzog, habe ich mir die sofort gesichert, als ein Mieter aus dem Nebenhaus sie aufgab.“ Sonst sei es schwierig, denn für einen kurzen Zwischenstopp parke sie selbst auch auf der Straße.

Gebühren Brigitte Cherichi stört das im Grunde genommen nicht. Ihr sind vielmehr die Dauerparker ein Dorn im Auge. Diese kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet – aus Bochum und Gelsenkirchen, Düsseldorf, dem Märkischen Kreis und sogar aus Pirmasens. Das nahe Elisabeth-Krankenhaus, das Therapiezen-trum Hilarion an der Herwarthstraße und selbst der Ostfriedhof besitzen große Strahlkraft. „So mancher Patient oder Angehörige parkt hier mehr als eine Woche lang am Stück.“ Hinzu kommt das medizinische Personal, was sich besonders bei Dienstwechsel gegen Mittag bemerkbar macht.

Veto der Bezirksregierung: keine Anwohnerparkplätze

Es gibt eben wenig Alternativen. Und die kosten auch noch Geld. Im Parkhaus des Elisabeth-Krankenhauses bezahlen Nutzer 1,50 Euro pro angefangene Stunde. Kein Wunder, dass viele Patienten auf die Straße ausweichen. Besonders, wenn sie mehrere Tage im Krankenhaus verbringen müssen. „Hier und an der Herwarth- und Königgrätzstraße bis hin zum Alsenplatz finde ich kaum noch ein Essener Kennzeichen“, ärgert sich Brigitte Cherichi.

Zwar befindet sich neben ihrem Wohnhaus eine Einfahrt, die zum Be- und Entladen benutzt werden kann, „doch anschließend muss mein Freund zehnmal ums Karree fahren, bis er einen Parkplatz findet“. In ihrer Not nahm sie Kontakt zu Karsten Ständer auf, der für die SPD in der Bezirksvertretung sitzt, um das Thema publik zu machen.

Geburt Der Ortspolitiker besuchte das Paar vor Ort, warnt jedoch vor übergroßer Euphorie: „Grundsätzlich darf an den Straßen jeder parken, solange er will. Es gibt da keine Beschränkungen.“ Dennoch zeigt Ständer Verständnis: „Vielleicht würde eine Bewirtschaftung des Parkraums oder der Einsatz einer Parkscheibe helfen, die Situation zu entschärfen.“ Doch dazu müsse erstmal die Meinung der übrigen Anwohner eingeholt werden. Dann sei er bereit, die BV zu informieren. Dennoch brachte Ständer das Thema beim Fraktionstreffen parteiintern zur Sprache. „Ansonsten habe ich Frau Cherichi geraten, die Augen offen zu halten, ob im Garagenhof hinter ihrem Haus vielleicht etwas frei wird. Das wäre für sie kurzfristig sicherlich die beste Lösung.“ Zumal an Anwohnerparkplätze, wie sie Brigitte Cherichi favorisiert, in Essen – nach Veto der Bezirksregierung – aus Kostengründen momentan nicht zu denken sei.

Brigitte Cherichi will nun selbst aktiv werden und Flugblätter im Umfeld verteilen. „Ich hoffe, dass sich viele Nachbarn melden. Danach sehen wir, was passiert.“

Private Firmen betreiben Klinikparkhäuser

Storch-Landeplatz Parkraum ist ein knappes Gut, und dass sich damit Geld verdienen lässt, ist in Essen längst kein Geheimnis mehr. Besonders dort, wo er ad hoc benötigt wird – von Patienten und deren Angehörigen im Krankenhaus. Kaum verwunderlich, dass die Klinikparkhäuser mehr und mehr von privaten Firmen betrieben werden, so auch im Elisabeth-Krankenhaus in Huttrop – für 1,50 Euro pro angebrochener Stunde. Wer das nicht bezahlen will, muss einen Parkplatz oft lange suchen und oft noch länger laufen.

Die Huttroper Klinik hat zumindest einen „Storchenparkplatz“: Eine halbe Stunde lang dürfen Väter, die bei der Entbindung dabei sein wollen, kostenlos parken. Danach ist immer noch Zeit, sich einen Platz im Parkhaus zu suchen – und zu zahlen.