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Ausgezeichnetes Yacht-Design made in Essen

16.02.2010 | 18:45 Uhr
Ausgezeichnetes Yacht-Design made in Essen

Essen-Kray.Yacht-Design mitten in Essen? Das Designer-Duo Maila Speitkamp und Adrian Thon ist für seine Diplomarbeit, das Modell eines 40 Meter langen Luxus-Katamarans, mit einem Designepreis ausgezeichnet worden.

So sieht der Preis, mit dem die beiden Industriedesigner ausgezeichnet wurden, aus. Foto: Oliver Müller

Fast ein bisschen versteckt steht er im Regal direkt hinter der Tür. Die silberne Figur, der Wassergott Neptun mit seinem Dreizack, wirkt ein wenig unscheinbar, stellt aber einen der weltweit wichtigsten Designer-Preise für Super-Yachten dar, vergeben von der Fachzeitschrift „Boat International“. Bekommen hat ihn Maila Speitkamp bereits im vergangenen Jahr für ihre Diplom-Arbeit, das Modell eines 40 Meter langen Luxus-Katamarans im Maßstab 1:50. Parallel zur Auszeichnung gab es auch ein Preisgeld von 5000 Euro, mit dem sie „vor allem die Modell-Kosten von etwa 3000 Euro ausgleichen“ konnte.

Rund fünf Monate lang hat die Absolventin des Studiengangs Industrie-Design der Uni Duisburg/Essen 15 bis 16 Stunden täglich an ihrer Abschlussarbeit gesessen. „Vom ersten Entwurf auf einem Blatt Papier, über die Entwicklung am Computer, das Ausfräsen der einzelnen Bauelemente bis hin zum fertigen Modell“, berichtet die Preisträgerin.

Immer an ihrer Seite war Studienkollege und Lebenspartner Adrian Thon. „Wir haben uns gegenseitig beraten, aber letztendlich hat jeder an seiner eigenen Arbeit gefeilt“, erinnert sich der Diplom-Designer an „viele kurze Nächte“. Sein Ergebnis, das Modell eines Seenotkreuzers für die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ (DGzRS), thront auf einer wellenförmigen Glasplatte auf der Badewanne.

Arbeit abseits teurer Luxus-Yachten

Nach seinem erfolgreichen Studium hat sich das Designer-Duo selbstständig gemacht und arbeitet seither in Büroräumen direkt über der privaten Wohnung am Krayer Markt. Doch halt: Yacht- und Seenotkreuzer-Designer direkt am Marktplatz, mitten in Kray? „Man sollte das eher in Bremen oder Hamburg, wenn nicht sogar in Monacco vermuten“, schmunzeln die beiden.

Doch noch sieht sich das Paar erst am Anfang seiner Karriere, und damit am Krayer Markt gut aufgehoben. „Unser Traum ist es, später wirklich einmal nur vom Designen aller Arten von Booten, Schiffen und Yachten leben zu können“, erklärt Maila Speitkamp, die ihre „Liebe zum Segeln“ durch den Vater kennengelernt hat.

Doch bis dahin ist es, trotz weltweiter Auszeichnung für die Diplom-Arbeit, „noch ein langer Weg“.

Gehen will das Duo diesen Weg gemeinsam. Auch wenn die Industrie-Designerin glaubt, mit ihrem silbernen Neptun im Rücken „vielleicht eine Festanstellung in einem großen namhaften Büro“ bekommen zu können, will sie weiter auf selbstständigen Füßen stehen.

Und das bedeutet erst einmal viel Arbeit abseits teurer Luxus-Yachten oder Designer-Schiffe. „Wir entwickeln zum Beispiel das Design von Staubsaugern, Kaffeemaschinen oder Kurbelwellen für große Maschinen“, so Adrian Thon. „Vorgegeben ist von den Auftraggebern dabei meistens das technische Innere, das wir ,Blackbox’ nennen. Um diese ,Blackbox’ herum entwickeln wir dann das Design nach Kriterien wie optimale Benutzerfreundlichkeit und natürlich vor allem Aussehen.“

Detaillierte technische Kenntnisse über das jeweilige Produkt brauchen die beiden dafür nicht. Wohl aber Kreativität und innovative Ideen. So auch bei ihren Diplom-Arbeiten. Ob die Luxus-Yacht von Maila Speitkamp wirklich jemals so auf den Meeren unterwegs sein wird, ist noch unklar. „Die bauliche Umsetzung ist sehr teuer, da die Segel in einem neuen Material konzipiert sind“, erklärt sie. Und wenn ein Investor sich für ihre Pläne interessiert, ist auch der Standort Essen-Kray kein Hindernis: „Die Geschäfte werden dann vor Ort abgewickelt. Vielleicht in Monacco oder in Dubai.“

Ganz so weit müsste Adrian Thon zur Vermarktung seines Seenotkreuzers wohl nicht reisen. Aber „die DGzRS hat einfach kein Geld, um das Modell zu verwirklichen“. Dabei beinhaltet es innovative Neuerungen, die den Arbeitsalltag der Lebensretter vereinfachen könnten. „Ich habe zum Beispiel die Krankenstation anders verortet, so dass die Wege vom Schiffsdeck dorthin viel kürzer werden“, erklärt Thon, der sich auch vorstellen könnte, seine Ideen einfach zu verschenken.

Markus Fuhrmeister

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