Anime- und Manga-Fans trafen sich in Essen-Kray

Cosplay pur: Saskia (l.) und Marcella Maria stellen Charaktere aus dem Online-Rollenspiel „League of Legends“ dar.
Cosplay pur: Saskia (l.) und Marcella Maria stellen Charaktere aus dem Online-Rollenspiel „League of Legends“ dar.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Im Julius-Leber-Haus in Essen-Kray stieg eines der größten regionalen Treffen der Manga- und Animeszene mit Workshops, Shows und Cosplay-Wettbewerb.

Essen-Kray.. Wenn sich die Fans von Mangas, Anime und sonstiger japanischer Importe zu einem Treffen zusammenfinden, dann ist eines schon im Voraus gewiss: Es wird bunt, etwas kitschig – und eben auch ein bisschen speziell zugehen. Da verwundert es nicht, dass alle diese Attribute auch perfekt auf das Essener Anime-Treffen passen, das nun im Julius-Leber-Haus in Kray stattfand.

In der Szene hat es sich mittlerweile als eine der größten regionalen Zusammenkünfte, „Convention“, wie es in der Fachsprache heißt, etabliert und zählt regelmäßig rund 250 Besucher. Dass das „EAT“ einmal so einen Stellenwert in der Szene bekommen würde, damit hätten die beiden Organisatorinnen Clara Herrmann und Debbie Wobbe niemals gerechnet, als sich vor sechs Jahren zum ersten Mal eine Gruppe Essener Anime-Fans traf. „Wir haben auf Schüler-VZ eine Gruppe gegründet und uns schließlich regelmäßig in der Gruga zum Picknick getroffen“, erinnert sich Clara Herrmann. Mit der Zeit kam dann die Idee, ein Bühnenprogramm zu entwickeln, das mit wechselnden Gästen und Programmpunkten bis heute Kernbestandteil des Anime-Treffens ist.

Daneben gab es am Samstag aber auch zahlreiche andere Workshops, Stände und Angebote zum Thema Mangas, Anime und natürlich auch zu dem in der Szene so beliebten japanischen Kitsch. Für den Nicht-Eingeweihten bedeutete diese Vielfalt vor allem eine ganze Reihe exotischer Begriffe, die zum durchaus Rätseln anregten.

Cosplay-Wettbewerb

Der interaktiven Komponente wurde im Programm ein bewusst großer Stellenwert beigemessen. Für Außenstehende sicherlich besonders eindrucksvoll war in dieser Hinsicht ein Cosplay-Wettbewerb, bei dem es darum ging, die eigene Lieblings-Mangafigur in einem selbst angefertigten Kostüm auf der Bühne darzustellen. „Für viele ist das Cosplay ein besonders wichtiger Bestandteil des Hobbys“, so Clara Herrmann. „Um die Kostüme anzufertigen, investieren die Cosplayer viel Zeit und natürlich auch Geld.“ Dass das Hobby Mangas und Anime somit auch schnell zum Lebensinhalt werden kann, zeigte sich immer wieder beim Treffen. So mancher studiert Japanologie, nicht wenige reisen regelmäßig nach Japan oder arbeiten in ihrer Freizeit in Manga-Shops.

Michael Gronemann kennt die Anime-Szene besonders gut. Er ist Leiter eines Essener Geschäfts für Mangas, Anime und Zubehör und war beim Treffen ebenfalls mit seinem Stand dabei. „Für diese Figur zahlt man gut und gerne knapp 200 Euro“, sagt er und deutet auf eine PVC-Figur einer leicht bekleideten Anime-Kriegerin. Gronemann, seines Zeichens selbst Anime-Fan der ersten Stunde und aufgewachsen mit Serien wie „Sailor Moon“, weiß: „Die Leute geben für dieses Hobby gerne viel Geld aus, besonders die etwas älteren Fans, die schon lange dabei sind.“

Ebenfalls als bekennende Manga-Fans zeigten sich die bekannten Youtube-Filmemacher von „Applewar Pictures“, gewissermaßen die Stargäste des Essener Anime-Treffens und für einen nicht unerheblichen Teil der Besucher der wohl größte Anziehungspunkt. „Wir lassen uns in unseren Videos auch häufig durch Anime inspirieren“, verrieten die Filmemacher, die regelmäßig Manga-Treffen im gesamten Bundesgebiet besuchen.

Ein kleines Konzert zum Abschluss des Anime-Treffens gab es übrigens auch noch. Die musikalische Stilrichtung: K-Pop vom feinsten. Natürlich.