37-Millionen-Investment

Tief im Osten: Das Umspannwerk in Eiberg wird derzeit von der Amprion GmbH modernisiert – für rund 37 Millionen Euro.
Tief im Osten: Das Umspannwerk in Eiberg wird derzeit von der Amprion GmbH modernisiert – für rund 37 Millionen Euro.
Foto: WAZ FotoPool
Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion GmbH modernisiert derzeit die Umspannanlage Eiberg im Essener Osten.

Essen-Freisenbruch..  Strom ist aus unserer Zeit, in der eine Vielzahl elektrisch betriebener Geräte das Leben erleichtert, nicht mehr wegzudenken. Das fängt beim Smartphone an und reicht bis zum Betreiben von großen Industrieanlagen. Der Strom kommt dabei stets aus der Steckdose. Doch damit es so bleibt, dafür ist in Essen auch die Amprion GmbH verantwortlich. Als Stromtransporteur und Übertragungsnetzbetreiber modernisiert das Dortmunder Unternehmen derzeit die Umspannanlage Eiberg im Osten der Stadt.

Die Bauarbeiten an der Stadtgrenze zu Bochum-Wattenscheid werden insgesamt rund 42 Monate andauern. Dabei wird die Umspannanlage am Schultenweg technisch modernisiert und so für die künftigen Aufgaben der Energie-übertragung ausgelegt. Es entstehen vier neue, so genannte Schaltfelder. Über diese können die verschiedenen Übertragungsleitungen miteinander verbunden werden. „Am Ende wird die Anlage in Eiberg über insgesamt zehn dieser Schaltfelder und drei Sammelschienen verfügen“, erklärt Dr. Andreas Preuß von der Amprion. „Damit ist auch weiterhin eine hohe Versorgungssicherheit in der Region gewährleistet.“

Kosten: rund 37 Millionen Euro

Die gesamte Baumaßnahme lässt sich der Stromtransporteur als einer der führenden Übertragungsnetzbetreiber Europas geschätzte 37 Millionen Euro kosten. Eine stolze Summe, die sich jedoch angesichts einiger Zahlen schnell relativiert. So werden in Eiberg zwei 220 000 Volt-Transformatoren beispielsweise durch zwei 380 000 Volt-Transformatoren ersetzt. Alleine diese Transformatoren, die der Versorgung des unterlagerten Verteilnetzes in Essen, Mülheim und Gelsenkirchen dienen, kosten in der Summe 18 Millionen Euro. Im Grunde nicht viel, denn immerhin zieht sich beispielsweise das von der Amprion betriebene Netz über 11 000 Kilometer Länge und versorgt so 27 Millionen Einwohner. „Ein Kilometer Stromleitung kostet zirka 1,2 Millionen Euro“, ordnet Preuß diese Zahlen ein. Bei einer Jahrestransportleistung von 191 Terrawatt-Stunden verfügt das Netz über 1099 Einspeise- und Entnahmestellen. Insgesamt 165 Anlagen wie die in Eiberg betreibt die Amprion insgesamt; vier davon befinden sich in Essen.

Die Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen werden im laufenden Betrieb der Anlage auf der Station in Eiberg durchgeführt. Es werden neue Fundamente gesetzt, allerdings wird die Anlagefläche der Station nicht vergrößert. Dass es dabei zu Versorgungsengpässen kommen könnte, schließt Preuß jedoch schon jetzt aus: „Im Normalfall merkt der Verbraucher davon überhaupt nichts. Selbst wenn einmal ein Schaltfeld temporär ausfallen sollte, dann springt dafür sofort ein anderes ein.“

Da während des Umbaus keine größeren Abrissarbeiten anfallen, hält sich die Lärmbelästigung in Grenzen. Preuß: „Das bleibt alles im Rahmen. Schon deshalb, weil sich die Anlage relativ weit weg von der Wohnbebauung befindet.“

Während der langen Bauzeit ist natürlich mit Baustellenverkehr zu rechnen. Die Verkehrsführung für den gesteigerten Lkw-Verkehr hat Amprion jedoch mit der Stadt Essen abgestimmt. Auch der Betriebslärm der Transformatoren bewege sich in akzeptablen Grenzen. Gemessen wurden zuletzt 35 Dezibel in der Nacht. „Das ist so laut wie ein Flüstern“, beschreibt dies Preuß. „Und am Tage hat sich bislang noch niemand bei uns beschwert, obwohl es die Anlage schon seit Jahrzehnten gibt.“

Mit insgesamt 11 Kilometern Länge betreibt die Amprion GmbH das längste Höchstspannungsnetz in Deutschland. Dieses Netz reicht von Niedersachsen bis zu den Alpen. Das Dortmunder Unternehmen zeichnet zudem verantwortlich für die Koordination des Verbundbetriebes in Deutschland sowie im nördlichen Teil des europäischen Höchstspannungsnetzes. Die von der Amprion versorgte Fläche ist 73 100 Quadratkilometer groß. Um dies zu gewährleisten, beschäftigt der Stromtransporteur 1000 Mitarbeiter.