Ortheil liest aus Literarischen Zeitzeugnissen

Der Autor Hanns-Josef Ortheil ist am kommenden Freitag, 23. Januar, 19.30 Uhr, im Medienforum des Bistums in der Innenstadt zu Gast. Er liest aus seinen Büchern „Die Berlinreise“ und „Blauer Weg“.

Die Berlinreise ist ein Reisetagebuch des jungen Ortheil, der im Sommer 1964 als Zwölfjähriger mit seinem Vater in die damals geteilte Stadt reiste. Der Aufenthalt führt Vater und Sohn die Gegenwart des Kalten Kriegs vor Augen und wird gleichzeitig zu einer Zeitreise in die Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs. Der Blaue Weg schließt – viele Jahre später – an diese Berlinreise an und schildert eine der spannendsten Perioden der deutschen Nachkriegsgeschichte: In den Jahren 1989 bis 1995 wird Ortheil, ohne es zu ahnen, vom Strom der historischen Ereignisse erfasst und zu einem bedeutenden Zeitzeugen. Das beginnt während eines Aufenthaltes in Prag, wo die ostdeutschen Flüchtlinge gerade die westdeutsche Botschaft besetzen. Und es setzt sich fort in Reisen nach Sofia, Wien, Leipzig, und immer wieder nach Berlin, wo Ortheil in der Nacht der deutschen Wiedervereinigung im Berliner Hotel Kempinski allein mit Kanzler Kohl an einer Hotelbar sitzt.

Der gebürtige Kölner Ortheil gehört zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart und wurde u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet.