Orkan Ela: Jetzt wird noch einmal aufgeräumt

Auf dem alten Sportplatz an der Kuhlhoffstraße in Altenessen stapeln sich die grünen Überreste haushoch.  Acht Monate nach Ela wird jetzt noch mal aufgeräumt.
Auf dem alten Sportplatz an der Kuhlhoffstraße in Altenessen stapeln sich die grünen Überreste haushoch. Acht Monate nach Ela wird jetzt noch mal aufgeräumt.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
In Grünanlagen, an Straßenrändern und auf Brachflächen stapeln sich zerstörte und zersägte Bäume, die ganze Lagerhallen füllen könnten: Grün und Gruga versichert: Das kommt alles noch in diesem Monat weg.

Essen.. Acht Monate nach dem schweren Pfingstunwetter Ela geht das große Aufräumen in die letzte heiße Phase. Zwar sind inzwischen die Sicherungsarbeiten an den Straßenbäumen in den einzelnen Stadtteilen abgeschlossen. Aber es konnten noch längst nicht alle zersägten Bäume und Äste abtransportiert werden.

Vor allem in Parkanlagen, am Waldesrand und auf manchen Brachflächen stößt man auf mehrere Meter hohe Trümmerholz-Stapel, die ganze Lagerhallen füllen könnten. „Die werden alle noch in diesem Monat abgeräumt. Wir haben bereits die Aufträge vergeben“, versichert Eckhard Spengler, Sprecher von Grün und Gruga.

Stark beschädigte Waldbäume müssen gerodet werden

Und das muss flott gehen. Nach dem 28. Februar beginnt die Brutzeit. „Wir wollen nicht, dass die Vögel ihr Nest im Holz-Lager bauen“, so Spengler. Denn bei einer späteren Entsorgung würden die Nester unwiederbringlich zerstört werden.

Bis Ende Februar müssen die Arbeitskolonnen auch die meisten Waldhauptwege südlich der Autobahn A 40 freigemacht haben, weil die kreischenden Sägen die Vögel sonst beim Flirten und Paaren stören würden. (14 Wege sind für Waldbesucher schon geöffnet). Zudem müssen noch stark beschädigte Waldbäume, die an den Grenzen zu Privatgrundstücken stehen, gerodet werden.

Nur noch Bruchholz

Die in den Straßen und in den Parks zersägten Bäume werden entweder zu Holzbetrieben transportiert und zu neuen Möbelstücken verarbeitet, oder – und das ist hier wohl eher der Fall – zu Furnierholz gepresst beziehungsweise als Biomasse verheizt.

Spengler: „Viele Stämme sind durch die drehenden Winde regelrecht zersplittert worden. Das ist nur noch Bruchholz“ Viel Geld bringt das nicht mehr ein. Aber zumindest kann die Entsorgung weitestgehend kostendeckend abgewickelt werden.

Die Verlust-Liste

Der grüne Wiederaufbau hat in den Stadtteilen und in den Parkanlagen vor wenigen Wochen begonnen. 300 Straßenbäume wurden schon gepflanzt. 1800 kommen bis einschließlich 2017 jährlich hinzu. Noch in diesem Monat stellt Grün und Gruga eine Liste zusammen, wie viele Bäume seit dem Orkan Ela bereits entfernt werden mussten.

Zu befürchten ist, dass am Ende die Verlustzahl bei 18.000 Straßenbäumen liegen wird. Spengler: „Viele Bäume sind so schwer geschädigt, dass sie nicht mehr zu retten sind.“ Aber dort, wo eine Chance besteht, dass sich eine teilzerstörte Krone von selbst erholen kann, bleibt der Baum von der Axt verschont.

Die Situation in einzelnen Parkanlagen

Im Krayer Volksgarten, in dem der Orkan rund hundert Bäume knickte, wurden im Dezember auf Initiative der Van-Eupen-Stiftung die ersten fünf neuen Bäume gepflanzt. Weitere 15 folgen demnächst. Dafür sorgt ein Naturschutzverein.

Im Gruga-Park, der durch den Orkan Ela 350 Bäume verlor und seitdem von besonders vielen Spendern unterstützt wird, „pflanzen wir fast jeden Tag neue Bäume“, teilt Spengler mit. Für den Auftakt vor zwei Wochen wurden 20 Großbäume mit Schwertransportern von der bekannten Hamburger Baumschule „Lorenz von Ehren“ hierher gebracht. Im Herbst kommt wieder eine Großlieferung (150 Stück). Spengler: „Wir wollen eine besondere Qualität, die man hier von einem Botanischen Garten erwarten kann.“

Für den Stadtgarten, der zu zehn Prozent zerstört wurde, stellt Grün und Gruga am kommenden Samstag das neue Parkkonzept vor Ort vor. Interessierte können an diesem „Parkspaziergang“ teilnehmen und mit diskutieren. Treffpunkt ist am 7. Februar, elf Uhr, in der Cafeteria im Aalto-Theater.

Im Herbst geht es weiter

Spätestens zum Ende des Frühlings wird die Wiederaufforstung unterbrochen. „Im Sommer ist die Gefahr zu groß, dass die frisch gepflanzten Bäume vertrocknen“, berichtet Spengler. Erst im Herbst kann es dann weiter gehen.

Bis dahin, so hofft Grün und Gruga, wird sich der Spendentopf weiter füllen. Bisher sind 117.000 Euro drin (inclusive der Zahlungen vom Land, das auf jeden privat gespendeten Euro noch einen drauflegt). Hinzu kommen noch 80.000 Euro Spenden an den Stiftungsverein Grugapark.