Ordnungsamt räumt nach Beschwerden Essener Hundeschule

Das  Gelände der Hundeschule „Sitz Platz Steh“ in Essen-Überruhr wurde am Gründonnerstag geräumt.
Das Gelände der Hundeschule „Sitz Platz Steh“ in Essen-Überruhr wurde am Gründonnerstag geräumt.
Foto: Dirk Bauer / FUNKE Foto Services (Archivbild)
Was wir bereits wissen
Dem Essener Ordnungsamt lagen Beschwerden gegen eine Hundeschule vor. Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss. Die Betreiberin vermutet eine Intrige.

Essen.. Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben kürzlich die Hundeschule „Sitz Platz Steh“ in Essen-Überruhr durchsucht. Wie eine Sprecherin der Stadt Essen auf Anfrage der WAZ erklärte, gingen die Mitarbeiter einer Reihe von gravierenden Beschwerden nach. Worum es bei der Durchsuchung im Einzelnen ging, dazu äußerte sich die Sprecherin nicht. Die Staatsanwaltschaft ist involviert.

Gemeinsam seien die Behörden zu dem Ergebnis gekommen, dass sie sich ein Bild von der Situation in der Hundeschule machen wollten. Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen richterlichen Beschluss für die Durchsuchung der Räumlichkeiten am Dellmannsweg an Gründonnerstag. Wegen des laufenden Verfahrens könne man derzeit aber keine weiteren Angaben machen.

Ordnungsamt habe zwölf Hunde beschlagnahmt

Die Betreiberin der Hundeschule, Sonja Grüter, möchte sich gegenüber der Presse nicht zu dem Vorfall äußern. Sie hat die Agentur Nova Nova mit der Pressearbeit beauftragt. Diese zeigt sich empört über die Vorfälle in der Hundeschule. In einer Stellungnahme heißt es: „20 Mitarbeiter des Ordnungsamtes stürmten nach 21 Uhr die Räume der Hundeschule in Überruhr sowie die Privaträume der Betreiberin der Hundeschule.“

Das Team des Ordnungsamtes habe zwölf Hunde beschlagnahmt, darunter auch Hunde, deren Besitzer am betreffenden Abend auf dem Gelände anwesend gewesen seien. Erst am Dienstag nach Ostern sei es mit Hilfe juristischer Maßnahmen gelungen, die Hunde aus dem Tierheim abzuholen, wohin sie gebracht worden waren. Das Tierheim an der Grillostraße äußerte sich auf Anfrage nicht.

Betreiberin vermutet eine Intrige

Über die Hintergründe der gravierenden Beschwerden, die zu der Durchsuchung führten, hat die Agentur ihre eigene Theorie: Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hätten demnach ehemalige Mitarbeiter der Hundeschule gestellt. Diesen seien von der Betreiberin zuvor gekündigt worden. Mehrere von ihnen seien seit über drei Jahren nicht mehr für die Hundeschule tätig. Diesen Ehemaligen hätten sich mit einer Hundeschule beziehungsweise mit einer Tagespension selbstständig gemacht, heißt es in einer Mitteilung an die Presse.

Ob es sich dabei um pure Mutmaßungen handelt, bleibt vorerst offen.

Ein Rechtsanwalt sei nun damit beschäftigt, rechtliche Schritte gegen das Ordnungsamt sowie die Antragsteller der Strafanzeige vorzunehmen. In den kommenden Tagen stünde ein Gespräch mit dem Oberstaatsanwalt an. Laut der Agentur läuft der Betrieb der Hundeschule inzwischen wieder weiter.