Das aktuelle Wetter Essen 8°C
Umfrage

Opernkritiker in NRW loben Essens GMD Stefan Soltesz

27.07.2013 | 16:29 Uhr
Opernkritiker in NRW loben Essens GMD Stefan Soltesz
Stefan Soltesz, Generalmusikdirektor in Essen, schnitt im Urteil der NRW-Opernkritiker gut ab.Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Die vergangene Spielzeit war nach Einschätzung der Opernkritiker in NRW von Sparzwängen und Mittelmaß geprägt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Rezensenten. Zweimal gab es allerdings klares Lob: Für die Oper in Köln und für Essens scheidenden Generalmusikdirektor Stefan Soltesz.

Die Kölner Oper mit ihren Inszenierungen und der Essener Generalmusikdirektor Stefan Soltesz haben bei einer Umfrage unter Kritikern das meiste Lob einheimsen können. Insgesamt sehen Kritiker aber in den Opernhäusern zwischen Rhein und Ruhr eher Mittelmaß und "kulturpolitischen Kleinmut" am Werk.

Als Grund gilt vor allem finanzielle Not. Dies geht aus der traditionellen Umfrage der NRW-Ausgabe der "Welt am Sonntag" bei acht Kritikern hervor, die die zurückliegende Spielzeit an den NRW-Opernhäusern bewerteten.

In Essen hat der scheidende Dirigent Soltesz als Intendant des Aalto-Musiktheaters und zugleich Generalmusikdirektor nach dem Urteil der Kritiker 16 Jahre lang das Theater und die Essener Philharmoniker geprägt und eine der führenden Opern-Institutionen des Landes geformt.

Die Oper Köln hat nach den Bewertungen zwar in den letzten Jahren aufgeholt und den Spitzenplatz in NRW eingenommen. Doch Essen war vor allem musikalisch immer vorne dabei. Sechs von acht Kritikern gaben Soltesz in seiner letzten Spielzeit ihre Stimme für die beste musikalische Leistung.

Beim "Reinfall der Saison" waren sich alle Kritiker einig

Beim besten Opernhaus und der besten Inszenierung hat in der Tendenz und in der Summe wie schon in den vergangenen Jahren die Oper Köln die Nase vorn. Drei Kritiker befanden, dass Köln die beste Oper in NRW habe und fünf von acht Stimmen entfielen auf Köln für die beste Inszenierung. Je zweimal wurden die Opern Bonn und Wuppertal mit der besten Inszenierung eines "Stücks nach 1945" genannt.

Hintergrund
Zuschauer mussten nach "Tannhäuser"-Premiere zum Arzt

Nach der Premiere der "Tannhäuser"-Inszenierung mussten zwölf Zuschauer wegen der drastischen Nazi-Szenen zum Arzt. Die Rheinoper hatte am Mittwoch entschieden, die Wagner-Oper nur noch konzertant aufzuführen, nachdem Regisseur Burkhard C. Kosminsk die Abänderung einzelner Szenen abgelehnt hatte.

Als "Reinfall der Saison" werteten alle acht Kritiker die Düsseldorfer "Tannhäuser"-Inszenierung mit ihren Konsequenzen. Rheinopern-Intendant Christoph Meyer hatte die Inszenierung, in der Erschießungen durch Nazis und Gaskammer-Szenen vorkamen, nach der Premiere absetzen lassen und das Stück nur noch konzertant aufgeführt, weil es Proteste von Besuchern gegeben hatte.

Insgesamt fielen die Wertungen alles andere als euphorisch aus: "durchwachsen" oder "zu wenig Neues", hieß es. Ulrike Gondorf (WDR/Deutschlandradio Kultur): "So richtig gut war insgesamt keines der Opernhäuser." Stefan Keim ("Die Welt") führt schwache Finanzen an: "Überall drückt die Geldnot, viel Breite, wenig Spitze."



Kommentare
27.07.2013
18:30
Opernkritiker in NRW loben Essens GMD Stefan Soltesz
von StylusColor | #1

Fachlich Top....menschlich unterste Schublade

Aus dem Ressort
Im Ruhrgebiet verfallen die Immobilienpreise
Immobilien
Eine Studie des Onlinedienstes Immowelt zeigt: Das Ruhrgebiet hinkt dem großen Immobilienrausch in Deutschland hinterher, im Durchschnitt verlieren sie in Städten wie Dortmund und Essen sogar an Wert. Doch das muss nicht automatisch ein Nachteil sein.
Streit auf Essener Spielplatz endet mit Messerstich
Messerstecherei
Aus noch ungeklärter Ursache sind zwei 15-Jährige am späten Freitagnachmittag auf einem Spielplatz an der Karnaper Straße in Streit geraten. Einer der Kontrahenten zückte schließlich ein Messer und stach es dem anderen in den Bauch. Der Jugendliche musste im Krankenhaus operiert werden.
Alle vier Essener Burger-King-Filalen sind geschlossen
Fast Food
Die Burger King-Restaurants an der Gladbecker, Kettwiger, Aktien- und Hans Böckler-Straße sind seit Sonntag dicht. Verdutzte Kunden stehen vor verschlossenen Türen. Ein Aushang des Betreibers, dem am Dienstag der Vertrag gekündigt worden war, versucht sich etwas unbeholfen in Optimismus.
Weihnachtsfrust statt Liebeslust
Kultur
In Gabi Dauenhauers neuestem Kammerspiel „St. Pauli Blues“ geht es alles anderes als besinnlich zu. Premiere im Essener Theater Courage am 4. Dezember.
Ex-Ultravox-Frontmann rockt die Essener Zeche Carl
Kritik
350 Besucher kamen zum Akustik-Auftritt von Midge Ure. Und sehen einen 61-Jährigen, der fast noch zum gestandenen Rocker wird
Umfrage
Die Bezirksregierung hat einen Baustopp für Teile Rüttenscheids, Bredeney und Stadtwald erlassen, weil die Entwässerung dieser Gebiete laut Behörde unzureichend ist. Wie beurteilen Sie die Situation?

Die Bezirksregierung hat einen Baustopp für Teile Rüttenscheids, Bredeney und Stadtwald erlassen, weil die Entwässerung dieser Gebiete laut Behörde unzureichend ist. Wie beurteilen Sie die Situation?

 
Fotos und Videos
RWE steht im Halbfinale
Bildgalerie
Regionalliga