Oktoberfest in Rüttenscheid droht das Aus

Harte Klatsche für das Rüttenscheider Oktoberfest und andere Großveranstaltungen auf dem Messeparkplatz: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat gestern laut Bericht der NRZ einem Antrag von Anwohnern stattgegeben und die Genehmigung für rechtswidrig erklärt.

Nach Ansicht der 19. Kammer hat die Stadt nicht einmal die einfachsten Hausaufgaben erledigt. „Da bleibt einem fast die Sprache weg angesichts dieser ziemlich derben Fehlentwicklung“, formulierte der Vorsitzende Richter Maik Borgschulzer. Er vermisse jede neutrale Distanz zum Geschehen rund um das Festzelt. Lautstärkegrenzen, die nach dem Gesetz hätten gesetzt werden müssen, seien für die Beamten offenbar ohne Belang gewesen. Auch das Argument der Stadt, es handele sich um ein „seltenes Ereignis“, wies der Richter zurück. Zusammen mit der kulinarischen Meile „Rü - Genuss pur“ fänden an mehr als zehn Tagen Veranstaltungen dieser Art statt. Die Richter stuften das Quartier als Mischgebiet ein. Es seien Lärmwerte von 60 Dezibel tagsüber und 45 nachts einzuhalten.

Für die Stadt dürfte eine neue Genehmigung hohen Verwaltungsaufwand und für den Veranstalter sehr viele Auflagen zur Folge haben. Nebenlärmquellen wie der Verkehr müssen zusätzlich gesondert berücksichtigt und gesteuert werden. Ob Oktoberfest und Gastro-Meile in diesem Jahr über die Bühne gehen, dürfte damit mehr als fraglich sein.