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21.04.2008 | 20:18 Uhr
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Stadt und Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter verliehen gestern an elf Institutionen das "Signet Barrierefrei" für Erreichbarkeit ohne Probleme und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Vor 20 Jahren hat Zahnarzt Dr. Heinz-Jürgen Albers seine Praxis ohne Barrieren für Menschen mit Behinderung eingerichtet. "Für Hörgeschädigte habe ich noch einige Verbesserungen installieren lassen." Sein Engagement wurde jetzt mit dem "Signet Barrierefrei" der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter und der Stadt ausgezeichnet. Auch der Arzt Dr. Karlgeorg Krüger hat seine gleich drei Praxen von Anbeginn so ausgestattet, dass Rollstuhlfahrer sie ohne Probleme erreichen können.

Aber nicht nur Ärzte können seit gestern das Signet an ihre Praxen hängen. Das Cinemaxx erhält es ebenso wie die Grugahalle. Während das Cinemaxx seit langem barrierefrei ist, einschließlich der Toiletten, hat die Grugahalle beim Umbau zur Vorbereitung des 50-jährigen Jubiläums gleich fünf Toiletten für Rollstuhlfahrer eingerichtet, würdigte gestern Bürgermeisterin Annette Jäger den Einsatz.

Auch das Haus der Technik hat sich eingereiht. "Wir haben den Osteingang umgestaltet mit einem Handlauf, der direkt in den Fahrstuhl führt", so Ute Jasper nach der Verleihung. Außerdem wurde dort eine Toilette für Menschen mit Behinderung installiert. Zu den Gebäuden mit Signet gehören auch das Haus der Begegnung, das Casino Zollverein, das Hotel Express by Holiday Inn sowie ein Wohnheim des Franz-Sales-Hauses in Kray.

Bevor die Einrichtungen das Signet erhalten, werden sie von einem Prüfungsgremium anhand einer Checkliste sorgfältig untersucht. "Schon einige Stufen ohne Rampe sind ein Hindernis, das gegen das Signet spricht", erklärt Detlef Weiß, Koordinator der Behindertenhilfe im Sozialamt. Für das Prüfungsgremium unter der Leitung des früheren Behinderten-Koordinators Al-fred Haug geht die Arbeit jedoch weiter: Über 20 weitere Anträge für das Signet liegen bereits vor. "Wir hoffen, dass wir bis zum nächsten Termin im Dezember alle bearbeitet haben", erklärt Haug. Ziel ist laut Annette Jäger, bis zur Kulturhauptstadt 2010 so "viele Gebäude wie möglich auszuzeichnen." Das soll dann auch für den Hauptbahnhof gelten. "Wir sind da guter Hoffnung", erklärt Reinhard Osterfeld, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft. Bewerben können sich Hotels, Gaststätten oder Einzelhandel.

Geschäftsstelle "Signet Barrierefrei", Tel: 88-50 151

Von Ingo Gutenberger

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