„Oh Happy Day“ im Colosseum

Das aktuelle Programm heißt „Bring It On!“. Aber ganz egal, was sich die Harlem Gospel Singers als Überschrift für eine neue Show ausdenken – die Gottesprediger aus New York definieren Gospelmusik sowieso auf ganz eigene Weise. Das war beim Abschlusskonzert ihrer Wintertour im Colosseum nicht anders.

Denn auch wenn sie zunächst geistliche Gewänder tragen, so ist ihre Musik doch zugleich immer auch weltlich. Wie etwa bei zwei Hommagen an zwei große Künstler. „You are so beautiful“ singt Queen Esther Marrow höchstpersönlich und mit viel Gefühl für den jüngst verstorbenen Joe Cocker. Und bei einem Medley mit Songs von Stevie Wonder kann die achtköpfige Gesangestruppe ausgiebig zeigen, was für feine Stimmen in ihr stecken.

Die beeindruckendste aber hat nach wie vor die Chefin persönlich. Ganz stark, mit welcher Kraft und Brillianz die knapp 74-jährige Queen Esther Marrow den traditionellen Gospel „Elijah Rock“ noch immer zu singen vermag. Für mehr als zwei Stunden brillieren die Harlem Gospel Singers in Essen mit ihrer Mischung aus rockigem Soul, R&B, Gospel und Spirituals, Tanz und Entertainment. Mit der Siebziger Jahre-Hymne „Oh Happy Day“ als obligatorischer Zugabe. Da spätestens sitzt niemand mehr im Saal.