OB warnt vor immer höheren Sozialkosten

WAZ vom 4. Februar 1985. „.  Es ist atemberaubend, in welchem Tempo die von der Stadt aufzubringenden Kosten für Leistungen der Sozialhilfe explodieren“. So beschreibt Oberbürgermeister Peter Reuschenbach (SPD) die Situation in Essen, die sich mit wachsender Arbeitslosigkeit weiter zuzuspitzen droht. Tags zuvor war mitgeteilt worden, dass die Erwerbslosigkeit in Essen weiter gestiegen ist und jetzt bei knapp 15 Prozent liegt. Waren 1982 von der Stadt noch 82,6 Millionen D-Mark alleine für laufende Barleistungen und einmalige Leistungen zu zahlen, so waren es 1974 schon 120 Millionen und für das laufende Jahr rechnet die Kämmerei sogar mit 133 Millionen Mark. Die soziale Misere engt Essens finanzielle Spielräume immer stärker ein, eine Entwicklung, die auch in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr grundsätzlich abreißen sollte. Inzwischen gibt die Stadt jährlich rund 200 Millionen Euro für soziale Grundsicherung (Unterkunft und Nebenkosten) aus. Der Sozialetat legt Essen und anderen Ruhrgebietsstädten Lasten auf, die diese nicht allein tragen können, meint Reuschenbach. Es sei zwingend, dass Bund und Land den Städten helfen müssten. Inzwischen ist das zumindest teilweise der Fall.