OB-Wahl - Das Bewerberfeld füllt sich

Blick in das Büro von Essens-OB Reinhard Paß.
Blick in das Büro von Essens-OB Reinhard Paß.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Auch FDP und Linke wollen antreten. EBB und AfD überlegen.

Essen.. Knapp acht Monate vor der Oberbürgermeister-Wahl am 13. September füllt sich so langsam das Bewerberfeld für den Posten des Stadtoberhaupts.

Nach SPD, CDU und Grünen, kündigte gestern auch die FDP an, einen Bewerber ins Rennen zu schicken: „Da es keine starke parteiübergreifende Persönlichkeit gibt und der Amtsinhaber gerade von seiner eigenen Partei demontiert wird, gibt es keinen Favoriten“, glaubt der Parteichef der Liberalen, Ralf Witzel: „Mehr denn je starten bei dieser Wahl alle Parteien am Nullpunkt auf Los.“

Auch für die Linken begründet Sprecher Michael Steinmann im Gespräch mit der NRZ die feste Absicht, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, mit dem Wunsch nach einer „klaren personellen Alternative“. Zunächst wolle die Partei bei einer Konferenz inhaltliche Schwerpunkte festzurren, danach die passende Person finden.

Kaum realistische Chancen

„Wir diskutieren noch“, heißt es derzeit bei der „Alternative für Deutschland“, doch nach den Worten ihres Essener Vorsitzenden Christoph Wilkes ist „davon auszugehen“, dass auch die AfD einen OB-Kandidaten kürt. Eher zurückhaltend gibt sich dagegen noch Udo Bayer, Fraktionschef des Essener Bürger Bündnisses, dass 2009 auf einen Bewerber verzichtet hatte: „Wir führen die Diskussion nach den Ferien“, meint der EBB-Frontmann, da wolle er nicht vorgreifen.

Fest steht: Bei Licht besehen haben die OB-Kandidaten der kleineren Parteien kaum eine realistische Chance, den Posten zu erringen. Die jeweilige Bewerbung gilt deshalb als Mischung aus Marketing fürs eigene Lager und dem Versuch, den Kandidaten der großen Parteien keine allzu üppigen Ergebnisse zu bescheren. Anderweitige Wahlaussichten würde ein Kandidatur-Verzicht jedenfalls nicht schmälern, schließlich geht die OB-Wahl diesen Herbst als Solo-Abstimmung über die Bühne.

Je mehr kleine Parteien eigene OB-Kandidaten aufstellen, desto weniger berechenbar wird der Wahlausgang. Denn anders als 2009 winkt diesmal ja wieder eine Stichwahl, sollte keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erzielt haben – Termin dafür wäre der 27. September.

Bis dahin ist es selbst für den Wahlsieger von 2009 noch weit: OB Reinhard Paß muss erst die SPD-interne Kür gewinnen.