OB geht beim Stadion in die Verlängerung
30.06.2010 | 07:09 Uhr 2010-06-30T07:09:00+0200
Essen.Noch bis Ende August sollen alternative Standorte für ein neues Stadion geprüft werden. Vorher ist nicht mit einem Baustart zu rechnen. OB Paß indes beteuert seinen Willen, ein Stadion bauen zu wollen.
Vor ein paar Wochen haben sie an der Hafenstraße die Webcam ausgewechselt: Das Ding, das aus luftiger Höhe in Fünf-Minuten-Abständen ein Bild der Stadion-Baustelle fertigt, war defekt – und die Gelegenheit günstig, das Blickfeld neu zu justieren. Wer jetzt auf der Seite www.stadion-essen.de surft, sieht eine Stein- und Schotterwüste auf der dicke Laster neuen Boden anschütten, Tag für Tag.
Wenn es nach Reinhard Paß ginge, würde der Kameramann das Teil um 180 Grad drehen müssen, und auf ein Gelände weiter (süd-)östlich scharf stellen. Welche Standorte fürs neue Stadion er da anpeilt – den Krupp-Gürtel?, das Thurmfeld nördlich der Uni? – mag Paß genauso wenig preisgeben wie Planungsdezernent Hans-Jürgen Best, nur so viel: Der vor knapp drei Wochen gefasste Plan, bis zum Ende dieser Woche die Standortprüfung abzuschließen, ist nicht zu halten, man braucht mehr Zeit.
Kommunalaufsicht muss Stadt wieder Kreditlinie einräumen
Bis Ende August soll nun geklärt sein, ob der Stadionneubau an der Hafenstraße oder doch ganz woanders entsteht, „sichtbarer im Stadtbild“, wie Best sagt, und nicht derart störend für die Nachbarschaft, dass schon die Aussicht auf jahrelange Prozesse um den wohl nötigen Bebauungsplan das Projekt unmöglich macht.
Dem Verdacht, OB Paß wolle – warum auch immer – das Projekt nur hinauszögern, begegnet das Stadtoberhaupt mit dem Hinweis, dass die eigentlichen Bauarbeiten ohnehin erst beginnen können, wenn die Kommunalaufsicht der Stadt wieder eine Kreditlinie einräumt. Der erste Schritt hierfür werde mit der Etatverabschiedung am Mittwoch gelegt, aber vor Ende August sei dieser Segen aus Düsseldorf ohnehin nicht zu erwarten. Warum, so Paß, soll es in der Zwischenzeit keine Standortprüfung geben, die es so detailliert noch nie gab? Dazu aber müsste der Stadion-Antrag von CDU, Grünen und FDP, die heute im Rat den Standort Hafenstraße festschreiben wollen, aufgeweicht werden.
Paß hofft darauf und beteuert seinen Willen, ein Stadion zu bauen – und nein, das Bild an der holzvertäfelten Wand hinter ihm hat er sich nicht absichtlich für die Presserunde dort hingehängt: Es ist ein Gemälde von Gerrard Tunney und zeigt den ganzen Stolz der Partnerstadt Sunderland. Das neue Stadion.
16:18
Reicht nicht ein Stück Rasen, 2 Tore und ne Holztribüne?
15:14
#michelino:
Ich glaube sehr wohl an das Wunder von Bergeborbeck. Das mag, zugegeben, etwas naiv und verträumt erscheinen, aber ich glaube fest an positive Dominoeffekte durch einen Stadionbau an der Hafenstrasse. Und das hat nicht nur mit städtischem Engegement zu tun.
Sehr große Sorgen mache ich mir auch darüber, wie sich die großräumige Umgebung ohne ein Stadion entwickeln würde.
Grundsätzlich bin ich auch für ein Stadion für Essen, aber im Moment gibt es für mich keinerlei überzeugende Argumente für einen Stadionbau an anderer Stelle.
Und zu guter Letzt: Sie können mich gerne duzen.
15:04
@michelino
ThyssenKrupp gehören die Grundstücke im Gürtel und wenn die da kein Stadion wollen, wird es das da nicht geben!
13:28
#19 von essener53
Googlen ist genau das richtige Stichwort. Und warum haben Sie es dann noch nicht getan? Vergleichen Sie einfach mal die Fläche an der Hafenstrasse mit der in Frage kommenden Fläche im Kruppgürtel, als zwischen Bottroper Strasse und Pferdebahn. Selbst nach Abzug der EBE und der Zeche Helene sind dort riesige Flächen frei, die erst über viele Jahre vollständig entwickelt werden können. Ein Stadion beispielsweise Nahe der Bottroper Strasse wäre auch weit genug entfernt von der TK-Verwaltung, falls es dort jemanden stört. Das Märchen vom Flächenfraß eines Stadionneubaus nehme ich TK angesichts des von mir oben aufgeführten Arguments der Langzeitentwicklung nicht ernst. TK kann froh sein, wenn sich diese riesige Fläche so schnell verplanen lässt.
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# 22 von BerndP
Mit stadtplanerischen Aspekten meine ich weniger die Erschließung durch den Verkehr sondern vielmehr die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich für die Stadt durch die Verlegung des Stadions ergäben. Das Stadion einer Stadt muß an einen zentralen Ort in exponierter Lage stehen und nicht in einer abgewrackten Ecke mit Bahnübergängen und -dämmen, hässlichen Häusern und Autohändlern. Schon mal dran gedacht, wie auswärtige Gäste die Stadt sehen und beurteilen, wenn sie an diesem Ort ein Spiel oder Konzert besuchen? Wahrscheinlich nicht. Ich schon, und deshalb steht für mich fest, dass die Stadt Essen sich nicht blamieren darf und das Stadion an einen angemessen Ort errichten sollte. Verkehrstechnisch ist der Kruppgürtel in Zukunft bestens angebunden, sollte dort ein Stadion stehen.
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#26 von schwalbenalfred ,
Diese Märchen von einer besseren Welt rund um ein neues Stadion glauben Sie doch wohl selbst nicht oder? Die Besitzverhältnisse vor Ort sind so schwierig, dass es der Stadt überhaupt nicht möglich ist, die Grundstücke zu entwickeln, wenn sie es denn überhaupt könnte. Um sie aufzukaufen, fehlt das Geld. Nein, das Stadion wäre ein Solitär in der Umgebung, die erhoffte Entwicklung des Stadtteils kann nicht zünden. Und überhaupt: Das Stadionprojekt ist ein übergeordnetes Projekt, was die gesamte Stadt angeht und nicht einen einzigen Stadtteil. Wegen Bergeborbeck auf eine gute Entwicklung in Sachen Infrastruktur, sprich Sport- und Veranstaltungseinrichtung für die ganze Stadt, verzichten zu wollen, halte ich da doch für etwas viel verlangt und vermessen. Ich bin übrigens gebürtiger Bergeborbecker.
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Und überhaupt: Wurde nicht seitens der RWE-Faninitiative „Neues Stadion – Jetzt“ für ein Stadion für Essen und nicht allein für RWE geworben. Wie viel Wahrheitsgehalt misst man dieser Aussage zu, wenn diese Fans wie eine Glucke auf der Hafenstrasse sitzen?
13:11
Wohl keine dt. Großstadt wird von einem solchen Dilletanten regiert. Kein dt. OB gibt einem Verein mit einem solchen Fanpotential wie RWE in einer so dramatischen Phase (definitv überwiegend durch eigenes Verschulden!!) noch quasi den Todesstoss! Der scheinbar so konsequente Fehl-Pass arbeitet im Hintergrund gegen RWE, gegen einen Großteil derer, die ihn gewählt haben und hat nicht den ***** in der Hose das auch offen zuzugeben. Nachdem sein Parteikollege Hampelmann das Grab geschaufelt hat tut Fehl-Pass alles dafür, daß die Lichter bald komplett ausgehen.
12:50
Was hat Essen nur getan, um mit einem derart persönlich überheblichen und sachunkundigen OB bestraft zu werden?
Haben seine Vorgänger/innen wenigstens gar nichts zustande gebracht, meint der jetzige Amtsinhaber, seine Inkompetenz möglichst laut hinausposaunen zu müssen.
Ja, liebe Mitbürger, da haben wir noch eine lange Zeit voll Ärger vor uns. Es sei denn, er tritt zurück.
12:06
Ein Stadion muss sichtbar sein- für mich ist das gequirlte Sch...!
Wer mit so einer Verbalakrobatik versucht, einen neuen Standort argumentativ zu untermauern, hat meiner Meinung nach den falschen Rhetorik-Trainer gewählt.
Man sollte sich mal besser ausmalen, was mit dem jetzigen Umfeld Positives passieren könnte, wenn an der Hafenstrasse gebaut würde.
11:50
@ erichH Es ist schon zulange über das Stadion nachgedacht worden!! Es reicht!! Baut das Dingen an der Hafenstr und gut ist!! Nur weil (Fehl)Paß oder wie andere ihn nennen den Henker vom Hagelkreuz es nicht will!! Weg mit dem!!!
11:17
@erichH
grausam ist immer nur die Meinung der Anderen...auch ne These.
ÖPNV Hafenstr:
S-Bahn, Bus, StraBa, U-Bahn= Fehlanzeige.
Reicht das ??
Außerdem B 224/A52, A42
Parkplätze sind durchaus temporär zu schaffen, z.B. auf dem Econova Gelände oder dem Autokino , wenn nicht gerade samstags gespielt wird.
Ich denke, die Stadt ist pleite. Trotzdem soll Kohle rausgehauen werden für den Kauf eines alternativen Geländes ? Aber klar, es wird am alten Standort nicht genug gesehen. Ich lach mit tot !!
Ich möchte mal gerne die Aufschreie sehen, käme von Seiten der Rot Weiss Fans die Idee: neues Stadion ja, aber wir wollen da weg, da is nicht mehr schön. Da sieht man uns gar nicht, lieber mehr zur Stadtmitte. Da gibts doch bestimmt irgendwo ein Gelände zu kaufen. Die Anmeldung für die Klappse wäre garantiert...
10:49
grausam - wie unqualifizierte bemerkungen hier gemacht werden.
da wird endlich mal nachgedacht - und das in der politik- man staune - und alle drehen durch. ich halte es für eine richtige entscheidung erst mal in ruhe über einen alternativ standort nachzudenken, der der stadt mehr bringt als nur fussball und das mit einer anbindung an den öpnv.
danke - weitermachen!