Nur reichere Kinder können bei der Milch wählen
02.09.2010 | 03:18 Uhr 2010-09-02T03:18:00+0200
Essen.Von wegen Gleichbehandlung: Wer selbst zahlt, kriegt noch Vanille & Co, ärmere Kinder bekommen naturbelassene Milch vorgesetzt. Eine Klassengesellschaft, bei der schon der Nachwuchs erkennt, wer sich keinen Kakao leisten kann – die Milch macht’s.
Alle oder keiner, so hatte es die Stadt versprochen. Wenn man also schon die Vanille- oder Erdbeermilch samt Kakao aus den Grundschulen verbannt, weil das ja erstens viel viel gesünder ist und zweitens jährlich auch noch 34.000 Euro spart, dann muss diese Geschmackswende für alle 19.000 Schüler gelten. Und nicht nur für jene 4500 aus sozial schwachen Familien, bei denen die Stadt die Milch bezahlt.
Doch als in dieser Woche wieder der Unterricht begann, funktionierte genau diese Abmachung in einigen Schulen nicht: Wo Eltern die Milch selber zahlten, gab es für die Lütten nach wie vor die Möglichkeit, gesüßte Sorten zu wählen, während den Kindern mit Sozialmilch nur die naturbelassene Variante vorgesetzt wurde. Eine Klassengesellschaft, bei der schon der Nachwuchs erkennt, wer sich keinen Kakao oder Erdbeer leisten kann – die Milch macht’s.
Ein Appell, nicht mehr
Dem Sozial- und Schul-Dezernat ist offenbar bekannt, dass die im März gegebene Zusage, alle Kinder gleich zu behandeln, zumindest in diesen Wochen noch nicht haltbar ist: In einem Schreiben, das dieser Tage an die Grundschulleiter gegangen ist, appelliert die Stadt jedenfalls, die Linie eines einheitlich auf die Naturmilch beschränkten Angebots zu unterstützen. Unterstützt wird dies durch pädagogisches Material für alle Beteiligten, denn auch die Eltern muss man schließlich überzeugen, dass es die ungesündere gesüßte Milch (die vielen Kindern leider besser schmeckt) nicht mehr geben soll.
Wie viele Grundschulen noch Vanille und Co. im Angebot haben, ist derzeit nicht klar. Nach Auskunft von Hartmut Peltz, Büroleiter von Sozial- und Schuldezernent Peter Renzel, gab es sogar schon reine Naturmilch-Schulen, als die Etatkürzung noch kein Sparthema war. Immerhin: Dass ärmere Kinder nur noch naturbelassene Milch bekommen und für Selbstzahler andere Sorten im Angebot bleiben – „es kann nicht sein, dass das so bleibt“, sagt Peltz. „Wir werden auf jeden Fall klarstellen, was der Wunsch der Stadt ist.“ Allein, zwingen kann man die Schulen, die die Milchbestellung im Alleingang regeln, womöglich nicht. Nur hoffen, dass die Unterteilung in Arm und Reich nicht schon in der Pause für i-Dötze beginnt.
03:19
Diese Diskussion ist eigentlich nur absurd zu nennen: der Mehrbetrag für die gesüssten Milchsorten liegt je nach Monat eigentlich nie höher als EIN EURO- grossgeschrieben, damit man es nochmal deutlich wird. Es soll auch noch Kinder geben, die gar keine gesüsste Milch haben wollen- nur so am Rande...
Hier wird Milch kostenlos ausgegeben, die ist bringt dann die Kinder, weil sie nicht das Statussymbol gesüsste Milche bekommen ins Abseits?
Da müsste man ja um vieles weiterdenken und diesen Kindern dann auch, weil ja finanziell besser gestellte Eltern auch Markenkleidung kaufen, diesen Kindern dann auch diese sponsern...
Das kann man nun um viele Ecken weiterdenken, wenn man will.
Natürlich kann man nun schreien: erst wird im kleinen gekürzt, aber dann...
Man kann aber auch hier das Pferd anders herum aufzäumen und fragen, wie weit dann irgendwann Leistungen gehen müssen, damit auch niemand das Gefühl hat, dass er diskriminiert wird, weil die erhaltenen Leistungen ihn nicht wie einen Bürger der gesicherten Mittelschicht wirken lassen.
Das kann nicht die Idee sein.
Meine Meinung.
Finanziell beschränkte Mittel sollen sicherlich nicht dazu führen, dass Menschen benachteiligt werden, aber das kann ich hier nun wirklich nicht sehen. Dies scheint herbei diskutiert- übrigens habe ich selber eine Tochter in der Grundschule. Also Realitätsnähe ist gegeben.
Eine viel interessante Diskussion wäre in meinen Augen:
Was passiert mit diesem eingesparten Geld?
09:41
#90
klar die 5-fach erhitzte,7-fach behandelte sterile milchpampe die heutzutage als vollmilch verkauft wird ist GANZ BESTIMMT gesünder wie naturbelassene milch...ganz bestimmt...
22:12
Soziale Unterschiede gab es immer, gibt es und wird es auch immer geben. Da ist die Schulmilch doch nur eine Bagatelle. Die wirklichen Unterschiede, so sollte man meinen, zeigen sich heutzutage in dem Markenbewußtsein unserer Kids was Klamotten oder Handies betrifft. Und gerade was dies angeht, sind die angeblich minderbemittelten Empfänger von Sozialleistungen oft ganz vorn bei der Ausstattung ihrer Kinder. Sie versuchen alles, um ihre Kinder ja nicht in den Schatten stellen zu lassen und versorgen sie mit dem entsprechenden Outfit und dem Equipment, damit sie nicht aus dem Raster fallen. Viele verzichten da lieber auf persönliche Wünsche, Hauptsache die Kids können mithalten. In der Grundschule erleben die Kinder diese gesellschaftlichen Unterschiede ja noch gar nicht so in dem Maße.
Ab Realschule oder Gymnasium treten dann andere Betrachtungsweisen und Wahrnehmungen der Mitschüler in den Vordergrund. Da erkennt man als Schüler schon eher den Unterschied zu seinem Mitschüler, der Morgens im Benz vom Vater gebracht und nachmittags im Cabrio von der Mutter abgeholt wird. Aber auch das gehört zum Leben, auch das ist Lernen. Lernen, dass es
Unterschiede in der Gesellschaft gibt und dass es bestimmter Anstrengungen bedarf sich aus einer minderbemittelten Schicht in eine höhere empor zu hangeln, durch Bildung und Arbeit und dass es sich lohnen kann.
20:04
Der NRZ-Artikel erweckt den Eindruck, als würden bei der Schulmilch manche Kinder benachteiligt. Ja, das stimmt, nur ist es die andere Gruppe der Kinder. Bei den ärmeren Kindern, die nur Naturmilch bekommen, sinkt die Gefahr, an frühkindlicher Diabetes und an Allergien zu erkranken. Wieso wird an unseren Schulen immer noch die fette, gesüßte und mit chemischen Aromen versetzte Milch ausgeben? Das grenzt schon an fahrlässigen Umgang mit der Gesundheit unserer Kinder.
Im Übrigen: Milch gehört überhaupt nicht in die Schule! Es sollten sich doch inzwischen die Ergebnisse der Neurowissenschaften herumgesprochen haben: Unser Gehirn braucht zum Arbeiten Flüssigkeit. Das trifft in erhöhtem Maße auf lernende Kinder zu. Sie brauchen am Vormittag reichlich Mineralwasser und ungesüßte Säfte/Tees, und zwar auch während der Unterrichtszeit.
Milch ist ein Nahrungsmittel und gut für den Nachmittag – fettarm und unverfälscht beim Discounter zudem preiswerter zu erhalten als in der Schule!
19:10
Hmm, entweder sind hier eine Menge bezahlter Mietmäuler unterwegs die bewusst Stimmung gegen Arbeitslose machen oder die geistige Reife und Intelligenz der so hart arbeitenden Mitmenschen hat ein absolutes Tief erreicht.
Warum wiederholt man hier gebetsmühlenartig den Schwachsinn von Bild und Co. dass das ganze Geld nur für Alk und Kippen ausgegeben wird?
Hat jemand hier eventuell verlässliche Quellen oder Belege wie viel Prozent der Arbeitslosen und HIV Empfänger Raucher oder Alkoholiker sind?
Aber Mathematik scheinen die hart Arbeiter wohl in der Schule auch nie gelernt zu haben. Möchte mal wissen was die alle wohl so Arbeiten, Lol.
Oder kann mir mal jemand schnell vorrechnen wie man 5-6 Millionen Arbeitslose in ca. 890000 gemeldete offene Stellen unterbringt?
Es wird NIE Vollbeschäftigung geben. Das ist die große Mär der Regierung. Vollbeschäftigung wäre nämlich ein absoluter Albtraum für die Arbeitgeber, da sie bei knapper Arbeitskraft (alle haben Arbeit)
nämlich mehr Geld/Urlaub/andere Vergünstigungen bieten müssten um jemanden zum Wechsel der Arbeit zu überzeugen. Und die Spirale würde sich weiter nach oben drehen, was natürlich vom keinem Arbeitgeber dieses Planeten gewollt ist.
Deshalb wird es IMMER Arbeitslose geben damit man bei Bedarf Arbeitskraft billig abgreifen kann.
Und das Diskriminierung, Neid und Missgunst von der Politik absolut gewollt sind um unsere Gesellschaft noch weiter zu entzweien kommt den meisten wohl auch nicht in den Sinn. Das schlimmste für unsere Regierung wäre es nämlich wenn die Menschen sich zusammen raufen würden, um für bessere Bedingungen für ALLE zu streiten.
Aber das Prinzip der Regierung lautet Teile und Herrsche und so lassen Politik und Medien nichts unversucht um uns in Rechte,Linke,Muslime,Deutsche,Arbeiter,Arbeitslose,Schlaue, Dumme und noch viel mehr einzuteilen und jede Gruppe gegen die andere aufzuhetzen.
Damit es irgendwann nicht mal Demos mit 5 Millionen statt 5000 Teilnehmern gibt. :)
Also, kauft euren Kindern ruhig weiter bessere Milch, bessere Klamotten usw. aber ihr werdet die nächsten sein, die über die Klinge des Kapitalismus springen müssen. Was glaubt ihr von wem sich die Unternehmen ihre Traumrenditen in 5 oder 10 Jahren holen werden, wenn alles andere schon auf den absoluten Tiefstand weg rationalisiert und jede Arbeit durch einen 1€ Job ersetzt wurde?
Wacht endlich aus der Matrix auf!
17:57
Iiiih Ekelig.
Milch!
Ohne Zucker! Ohne künstliche Aromen! Und womöglich auch noch ohne Konservierungsstoffe!
Wirklich Menschenunwürdig sowas! Da können die Kleinen ja gar keine Intoleranzen und Allergien entwickeln, wie Ihre Mitschüler.
Hoffentlich können sich die Eltern wenigstens ein wenig Desinfektionsmittel oder Hormonfleisch leisten...
17:55
Davon was halten oder nicht, heisst ja nicht das man es auf die Dauer verbieten kann!
Davon mal ganz abgesehen sind meine Kinder mehr als schlank!
Und nein zwischendurch mal ne Capri Sonne macht sie nicht fett!
Bei uns an der Schule ist es aber so geregelt, das man monatlich nur wählen kann was man für eine Milch haben will und ja ich halte nix davon wenn meine Kids 20 Tage im Monat die süße Milchmatsche zu trinken bekommen!
Zumal man auch nicht jeden Tag auf das selbe Bock hat!
Meine haben es die ersten Monate genutzt das Angebot, aber haben dann schnell kein Bock mehr drauf gehabt, denn wenn sie trinken von zuhause mitnehmen haben die mehr Abwechslung!
Mal ne Capri Sonne, mal Mineralwasser und im Winter nen warmen Tee!
Und ich finde nicht das dass etwas mit inkonsequent zutun hat!
17:49
Nicht nur dass Hartz IV Kinder ständig benachteiligt werden, weil sie sich nicht immer alle coolen Markenklamotten und Computerspiele kaufen können. Jetzt sollen sie auch noch Milch ohne Geschmack trinken. Wo soll das hinführen ?
17:44
Melli0815
Super Geiiiillll!
.....Nehmen Capri Sonne mit...... .... obwohl ich selber von der süssen Pampe nix halte.... fett genug...
Wie heissen sie mit Vornamen? Inkonsequentia???
17:38
.. davon mal ab, meine Eltern waren auch
nicht reich, aber mir hat es nie an etwas
gemangelt. Meine Eltern haben nicht
geraucht oder Alk. getrunken und so
gab´s bei uns jeden Sonntag einen Braten
auf den Teller und eine Fanta, Cola oder
ein Eis war für mich immer drin.
Wer soll denn so arm sein, seinen
Kids keinen Kakao zu kaufen?
Sollen sich die Alten halt ein bisschen
zurücknehmen.