Nur nicht zu viel Schräglage

Eine beliebte, aber auch gefährliche Strecke: die Hammer Straße in Heidhausen. Zu Beginn der Motorradsaison mahnen Polizei und Verkehrswacht zur Vorsicht
Eine beliebte, aber auch gefährliche Strecke: die Hammer Straße in Heidhausen. Zu Beginn der Motorradsaison mahnen Polizei und Verkehrswacht zur Vorsicht
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Zu Beginn der Motorradsaison appellieren Verkehrswacht und Polizei an die Biker, umsichtig zu fahren und keine Risiken einzugehen

Essen.. Die Sonne lockt. Morgen steigt das Thermometer sogar auf über 20 Grad. Manche Biker können es kaum erwarten, endlich ihre Maschinen zu starten. Die Motorradsaison beginnt – und damit steigt gerade jetzt das Risiko schwerer Unfälle. Nicht nur, weil im April auf das Wetter kein wirklicher Verlass ist – und plötzliche Nässe selbst erfahrene Biker ins Rutschen bringen kann. Sondern auch, weil viele seit dem Spätherbst gar nicht mehr mit dem Motorrad fuhren und es zwischendurch abgemeldet hatten.

Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht in Essen, spricht von einer mitunter tückischen „Stillstandsphase“. Denn die kann zu einer Selbstüberschätzung des Fahrers führen. Polizei und Verkehrswacht appellieren an die Biker, vorsichtig zu fahren – und an die anderen Verkehrsteilnehmer, auf die Motorradfahrer zu achten. So komme es zu Unfällen, weil Autofahrer beim Rangieren oder Abbiegen den Zweirad-Fahrer übersehen, berichtet Webels.

Biker müssen mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen

In Essen verunglückten im Vorjahr drei Motorrad-Fahrer, einer von ihnen tödlich. Ein Pkw-Fahrer sah beim Abbiegen auf der Rellinghauser Straße einen 30-jährigen Roller-Fahrer nicht, der noch an der Unglücksstelle seinen Verletzungen erlag.

Die Polizei wird beim traditionellen Biker-Treff am Sonntag, den 26. April (11-17 Uhr), am Haus Scheppen am Baldeneysee aufklären, Unfälle dokumentieren und ihre Radartechnik vorstellen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass Biker jederzeit mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen müssen.

Denn zu schnelles Tempo gilt immer noch als Hauptunfallursache, warnt Karl-Heinz Webels. Auch plötzliche Straßenglätte oder Schlaglöcher, die im Winter durch den Frost entstanden, können die Sturzgefahr erhöhen, so der Verkehrswacht-Vorsitzende.

Sicherheitstraining für Motorradfahrer

Hinzu kommt, dass man sich erst wieder an das Motorradfahren gewöhnen muss – und sich dafür die erforderliche Zeit und Ruhe nehmen soll. Webels: „Wenn man vier oder fünf Monate nicht Auto gefahren ist, fühlt man sich ja auch erstmal unwohl.“ Die Verkehrswacht Essen bietet deshalb jetzt ein Sicherheitstraining für Biker auf ihrem Verkehrübungsplatz an, und zwar am 18. April von 9 bis 16 Uhr (Infos unter: www.verkehrswacht.de). Die Teilnahme kostet zwar 90 Euro, aber die Biker können Grenzsituationen und rechtzeitiges Reagieren üben, ohne sich dem Risiko eines Zusammenstoßes auszusetzen. Sie werden von einem früheren Polizeihauptkommissar trainiert, der selbst einmal Polizisten das Motorradfahren beigebracht hatte.

Beim Biker-Tag am 26. April, bei dem Tausende Motorradfahrer vor dem Haus Scheppen erwartet werden, wird die Verkehrswacht Sehtests anbieten. Das Deutsche Rote Kreuz zeigt, wie man Erste Hilfe bei Verunglückten leistet. Und die Dekra weist auf mögliche Mängel bei Motorrädern hin.