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Nur die gelbe Karte

09.09.2009 | 19:32 Uhr

Den Mahnungen zum Trotz: Die Stadt sieht den Stadionbau nicht in Gefahr, weiß aber: Die Zeit an der kurzen Finanzleine ist bald vorbei

In Düsseldorf wissen sie, wie man die Essener kirre machen kann: Man braucht nur den Stadion-Neubau zu erwähnen und etwas von Finanzproblemen zu murmeln, dann rollen sie im Rathaus am Porscheplatz mit den Augen und die Fans wollen schier verzweifeln: Wird es jetzt auf den letzten Metern der Zielgeraden doch nichts mit dem neuen Stadion an der Hafenstraße?

Dabei müssten Fußballfans am besten wissen, was nach einer verwarnenden gelben Karte des Schiedsrichters zu tun ist: Klappe halten und weiterspielen. Denn dass da durch einen Brief der Kommunalaufsicht die Kreditfinanzierung des Stadionbaus ab 2011 in Frage gestellt wird (die NRZ berichtete), ist eine Sache.

Dass dieses Projekt mit allen Wenns und Abers und sogar im persönlichen Gespräch zwischen OB Wolfgang Reiniger und Regierungspräsident Jürgen Büssow klargezogen wurde, eine andere.

„Das wäre ja ganz was Neues, dass wir abgestimmte Projekte im Bau mittendrin stoppen müssen”, beruhigte gestern Stadtdirektor Christian Hülsmann. Wenn das ginge, müssten ja Berthold-Beitz-Boulevard, Zollverein und vergleichbare über mehrere Jahre finanzierte Projekte einem ähnlich ungewissen Ausgang entgegensehen: „Ein echter Schildbürgerstreich wäre das.”

In der Tat hat der Stadion-Neubau mit dem Teilabriss des alten bereits begonnen: Einer von vier Flutlichtmasten ist schon abgebaut, ein Teil der Stehtribüne Nord seines Daches verlustig gegangen, am kommenden Montag kommen die Bagger fürs Grobe.

Und die Finanzierung wird in der September-Sitzung des Rates umgestellt: Der Handelshof-Verkauf – wegen der Cross-Border-Leasing-Problematik immer noch nicht freigegeben – weicht einer Komplettfinanzierung aus Etatmitteln: Im Kern erst einmal nicht mehr als eine Umschichtung, schließlich bleibt das Vermögen der Handelshof-Immobilie ja bei der Stadt. Die 24 Stadion-Millionen, sie sollen in vier Raten fließen: 2,5 noch in diesem Jahr, jeweils 8,0 in den beiden folgenden Jahren und 5,5 im Jahre 2012.

Andererseits gilt auch als ausgemacht, dass das Stadion womöglich das letzte große Neubauvorhaben der Stadt unter alten Etat-Vorzeichen wird. Erst gestern Mittag erhielt Kämmereileiter Günter Berndmeyer die neuesten Zahlen aus Düsseldorf: Modellrechnungen, mit welchen Einbrüchen bei den Landeszuschüssen („Schlüsselzuweisungen”) zu kalkulieren ist. Fest steht wohl, dass die Zahlungen „spürbar” unter jenen 302 Millionen Euro anzusiedeln sind, die Berndmeyer und Co. für 2010 erhofft hatten.

Für den Finanzexperten ist deshalb auch klar, dass die Kommunalaufsicht auf Sicht keine Finanz-„Fouls” mehr ohne weiteres durchgehen lassen kann: Die „Duldungspraxis” der Kommunalaufsicht wird einem schärferen Kurs weichen, man werde als Stadt wohl künftig „nicht mehr an der kurzen Leine, sondern am Halsband” geführt.

Aber dass Düsseldorf die halb fertige Baustelle eines Stadions stilllegt? Das glaubt niemand im Rathaus. Zumal an der Hafenstraße kein Luxusbau entsteht: Davon kann sich auch die Kommunalaufsicht ab Samstag täglich überzeugen, denn eine Web-Cam am süd-westlichen Flutlichtmast dokumentiert aus 60 Metern Höhe den Baufortschritt: www.stadion-essen.de

WOLFGANG KINTSCHER

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Kommentare
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Kommentare
11.09.2009
13:00
Nur die gelbe Karte
von ruhrpirat | #7

Wohltuend, endlich ein nicht polemisch verfasster Artikel.

Berichterstattung und Faktenschilderung.
Wir wissen bestimmt alle das in Zeiten knapper Geldmittel ein Stadionbau eine große Herausforderung an die Verantwortlichen stellt.

Aber es leben eben auch Bürger in der Stadt die sich über RWE auch eine größere Aktzeptanz der Stadt Essen insgesamt im Land erhoffen.
Vorzeigbare Kulturstätten und Sportstätten in Essen, werden die Anziehungskraft sicherlich erhöhen.
Der Erfolg wird sich dann ebenso im sportlichen Bereich einstellen und Sponsoren für weitere Projekte in die Stadt locken.

Zeigen wir als Essener das wir über Interessenkonflikte, Vorlieben und Vorurteilen an einem Strang ziehen können und Projekte mit Stolz durchziehen.

Mein Vorschlag, zur Einweihung des neuen Stadions, sollte ein Benefizspiel gegen einen hereusragenden Gegner vereinbart werden. Diese Einnahmen sollten dann zur Renovierung einer Schule oder eines anderen sozialen Projekts verwendet werden. So kann dann und auch in Zukunft RWe seine gesellschaftliche Rolle in unserer Stadt wahrnehmen und einen Beitrag zu einem besseren Lebensgefühl leisten.
Alles das geht nur mit proffessioneller infrastruktur.

Ein Wort noch.
Blasius, lese den Artikel deines Kollegen und lerne.

Kritik können RWE fans nämlich ertragen nur sachlich und nicht in propagandistischer Form sollte sie vorgetragen werden.

Für sie, Herr Blasius wäre es besser sich einen neuen Karriereweg zu erschließen. Das Stadion wird kommen, dann werden auch ihre vermeintlichen Freunde sich damit abfinden und man wird sich nur noch an ihren polemischen Artikel erinnern. Keiner will dann mehr mit ihnen etwas zu tun haben.

Also ab als Fotojournalist zu den St. Pauli Nachrichten.
In Essen sind sie durch.

10.09.2009
10:50
Nur die gelbe Karte
von trendsetter | #6

In Städten mit Zukunftsblick wird nicht nur auf ansprechende Architektur geachtet, sondern auch an das Stadtklima gedacht! Grünzonen werden von Experten gefordert, Hochhäuser-Kästen werden von der Stadtpolitik genehmigt!
Da bin ich aber auf die neue Formation im Rat gespannt! Wahrscheinlich ist kein Zukunftsdenker darunter, sonst würde es so einen Artikel wie hier schon gar nicht geben!!!!

10.09.2009
08:55
Nur die gelbe Karte
von ertl | #5

400 Mio Miese und es soll immer noch gebaut werden , ich bin fassungslos. RWE Fass ohne Boden.

10.09.2009
07:29
Nur die gelbe Karte
von a1 | #4

So ein Wirrwarr wegen dem Stadion, macht hier jemand eine Hetzjagd auf RWE, Strunz und der Stadt Essen?

09.09.2009
21:29
Nur die gelbe Karte
von BWLer | #3

Wir gönnen dem RWE die Abwrackprämie. Nur sollten sie ohne Schuldenmillionen der Stadt ihr Stadion bauen.

09.09.2009
21:11
Nur die gelbe Karte
von omo1 | #2

Super Idee,Stadionteile für die heimische Vetrine,RWE sollte mal darüber nachdenken.
Kleinvieh macht auch mist. Ich würde ein Stück kaufen.

09.09.2009
21:06
Nur die gelbe Karte
von mario | #1

da das rwe stadion schon eine lange tradition hat würde ich mich freuen wenn ich ein teil von dem abbruch kaufen könnte! meine als andenken für die vitriene, war selber schon oft dort und kann nur gutes schreiben es gehört zu essen und das neue wird es auch!!!

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