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Nur 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt

08.04.2011 | 19:22 Uhr
Nur 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt
Obwohl in Essen etwa 41.000 Kinder einen Anspruch auf den "Bildungs-Euro" haben, wurden bis jetzt nur 300 Anträge gestellt. Foto: dapd

Essen.   41.000 berechtigte Kinder gibt es in Essen für das Bildungspaket der Bundesregierung, bislang wurden jedoch nur 300 Anträge dafür gestellt. Die Kommune und das Jobcenter Essen haben jetzt eine Infokampagne im Internet gestartet.

Das monatelange Gezerre um das so genannte Bildungspaket auf Bundesebene und die verspätete Zustellung an die Kommunen hat zu einer bedenklichen Bilanz geführt: Für den so genannten „Bildungs-Euro“ sind beim Essener Jobcenter und beim Sozialamt kaum mehr als 300 Anträge gestellt worden – angesichts der rund 41.000 Kindern und Jugendlichen, die gesetzlichen Anspruch auf die neuen staatlichen Hilfen haben, eine erschreckende Zahl.

Zumal die Frist abläuft: Wer die Zuschüsse rückwirkend zum 1. Januar einfordern will, muss seinen Antrag bis Ende des Monats gestellt haben. Nur jene 6.500 Eltern, die nicht von Hartz IV oder einer Grundsicherung leben, sondern Wohngeld oder einen Kinderzuschlag beziehen, haben dafür Zeit bis zum 31. Mai.

Infokampagne im Internet

Obwohl das Land noch immer keine umfassenden Verfahrensregeln formuliert hat, ist gestern zumindest die Kommune mit einem Provisorium aus den Puschen gekommen und hat zusammen mit dem Essener Jobcenter eine dringend notwendige Infokampagne zunächst im Internet gestartet. Die soll bald mittels einer Broschüre ab Mitte April an Schulen, Kirchen, Kindertagesstätten und möglichst vielen Orten, an denen Eltern anzutreffen sind, fortgesetzt werden. „Wir möchten alle erreichen“, sagt der zuständige Dezernent Peter Renzel.

Denn beim Bildungs- und Teilhabepaket, was immer man auch davon halten mag, geht’s um mehr als schnödes Geld – mindestens 30 Euro pro Kind und Quartal. Es geht auch um Lernförderung und Teilhabe, Musik- und Sportunterricht, Museumsbesuche, die Teilnahme an Freizeiten und mehr. So unterschiedlich die Leistungen auch sein mögen, haben sie doch etwas gemeinsam. Für sie alle gilt: Zusätzliches gibt es nicht pauschal für die Familien, sondern nur noch auf individuellen Antrag – die einzige Ausnahme sind Schulmaterialien. Was heißt: Je mehr Eltern ihren Bedarf geltend machen, desto mehr Angebote kann die Stadt, können Schulen, Bildungsträger und Vereine schaffen.

Erforderliche Formulare

Ab heute stehen alle erforderlichen Formulare für die Anträge, die auf dem Postweg ohne persönliches Erscheinen gestellt werden können, unter www.essen.de/Bildungspaket zur Verfügung. Ab Montag sind die Papiere auch in allen Bürgerämtern und der Bürgerberatung im Rathaus zu bekommen. Telefonische Infos gibt’s im Jobcenter unter Tel. 181-5490 oder im Sozialamt unter 88-50001, -50101, -50201 bis -50501.

Jörg Maibaum

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Kommentare
18.04.2011
12:19
Nur 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt
von harper20 | #21

Das nur hätten der ************* sich sparen können, das es zu diesen Zeitpunkt nichmal fertige Anträge gab, geschweige denn viele Details.

Die kommen erst nach und nach:
z.b Fahrtkostenzuschüsse, haben sie im VVR Raum erlediegt, weil man es eh zum selben Preis bekommt, ohne sie den Betrieben zu offenbaren.

Nachhilfe nur bei unverschuldeter Versetzungsgefährdung, sonst kommen noch zu viele arme Kinder aufs Gymnasium.

11.04.2011
15:41
Nur 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt
von greybeard | #20

Das gleiche Phänomen wie im Artikel geschildert beschreibt Thilo Sarrazin auch für Berlin.

11.04.2011
13:53
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von KritischeBuergerin | #19

@17
Zwischen Uni und Beruf war ich insgesamt 18 Monate ohne einen Job in meinem erlernten Beruf. Ich weiß also, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass das Leben mit unendlich viel freier Zeit trotz einiger nötiger Einsparungen kein schlechtes war. Im Studium war ich finanzielle um ein Vielfaches schlechter gestellt. Da konnte ich mir dank kellnern ein Studiwohnheimzimmer ohne eigenes Klo leisten. Danach wurde mir sogar eine 2 (!!!) Zimmerwohnung für mich allein übernommen. Elend ist anders.

11.04.2011
12:26
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von wkah | #18

@ 15

Dann sind wir uns ja einig - es gab Kindergeld
Ob es jemand in Anspruch nahm - ist eine eigene Sache.

11.04.2011
12:10
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von ruhrgebeat | #17

Erstaunlich bzw. erschreckend, wie hier wieder das Bild des faulen, nur auf dem Sofa rumhängenden und seine Kinder verwahrlosenden Hatz IV Empfängers skizziert wird.
Von den grossen Gebt denen keinen Cent, den Faulpelzen und Nichtskönnern Schreiern ist wohl noch niemand unverschuldet arbeitslos geworden und hat dann über ein Jahr keinen neuen Job gefunden.
Dann ist man schon Hartz IV Empfänger, ohne das man nur saufend, rauchend und die Kinder verwahrlosend unterwegs ist.
Und wer behauptet, jeder könne jederzeit einen Job wieder finden, der lebt wohl in einem anderen Land. Ist man erst mal über 50, ist man schneller aus dem Arbeitsmarkt raus, als einem lieb sein kann.

Aber nein, es wird natürlich wieder auf Bildzeitungsniveau auf die Leute eingetreten, die sowieso schon unten angekommen sind.
Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan heisst es in der Bergpredigt. Angeblich ist ja unser Land in christlichen Werten verwurzelt, aber wie man hier wieder anschaulich sehen kann, gilt wohl doch eher der Darwinismus survival of the fittest. Dann drücke ich all den Kreuzigt Sie Schreiern hier, das sie hoffentlich niemals in so eine Situation kommen, wo sie selbst mal auf Hilfe angewiesen wären. Das könnte bitter werden!
Die Qualität einer Gesellschaft misst sich immer danach, wie sie mit den Schwächsten umgeht...

11.04.2011
12:08
Nur 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt
von Xavinia | #16

Kann es sein, dass die Infos für die Betroffenen einfach nicht ausreichend sind? Vielleicht mal Aufklärung betreiben, was genau dieses Bildungspaket beinhaltet? Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Eltern sich nicht trauen. Wieder Anträge stellen, um doch wieder eine Absage zu erhalten? Dann lassen sie es doch lieber gleich sein.
Stattdessen sollte man evtl. alle Erziehungsberechtigten mit anspruchsberechtigten Kindern anschreiben; Infos dazu und... möglichst unbürokratische Bearbeitung.

11.04.2011
12:06
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von ichglaubannichts | #15

#10 von wkah
zur Richtigstellung:
1954 gab es ab dem 3. Kind Kindergeld (25DM)
1961 ab dem 2. Kind
1975 ab dem 1. Kind.

Glück auf!!

11.04.2011
11:47
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von abcsagts_richtig | #14

KORREKTUR zum Kommentar #12 von abcsagts_richtig , am 11.04.2011 um 11:28

Die im zweiten Absatz - letzter Satz gemachte Aussage
** Und der Rat der Stadt Gelsenkirchen wollte sich in der letzten Ratssitzung am 30.März damit überhaupt nicht befassen; kein Erklärungsbedarf **
ist unzutreffend, da hier gemeint war der *Ausschuss für Arbeit und Soziales*

Zutreffend ist also
30.März 20011 im Auschuss für Soziales und Arbeit
sowie
7.April 2011 im Ausschuss für Bildung
hatte die Stadt Gelsenkirchen null Ahnung wie verfahren werden muss mit dem Bildungspaket und seinen Modalitäten weil erst jetzt deren Planung anläuft.

Den Fehler bitte ich zu entschuldigen.

gez Habermann - Deidel - Klein

11.04.2011
11:29
Blockierter Kommentar.
von abcsagts_richtig | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.04.2011
11:28
Bedenkliche Bilanz beim Bildungs-Euro
von abcsagts_richtig | #12

Nur -erst- 300 Anträge für das Bildungspaket in Essen gestellt.
Eine erschreckende Zahl. Und wer WESTSPOL im WDR-3-Fernsehprogramm am Sonntag Abend gesehen hat musste feststellen wie hilflos unser Sozialministerium in Düsseldorf auf Nachfrage reagierte: Sie sind noch nicht einmal in Vorleistung mit Vorschläge gekommen. Wie armseelig.

Das monatelange Gezerre um das so genannte Bildungspaket auf Bundesebene und die verspätete Zustellung an die Kommunen (wegen der erfolgten Abstimmung am 28.März im Deutschen Bundestag) hat zu einer bedenklichen Bilanz geführt:
Für den so genannten „Bildungs-Euro“ sind beim zitierten Essener Jobcenter und beim Sozialamt bis zum Wochenende kaum mehr als 300 Anträge gestellt worden; und das angesichts der rund 41.000 Kindern und Jugendlichen die gesetzlichen Anspruch auf die neuen staatlichen Hilfen haben. Und der Rat der Stadt Gelsenkirchen wollte sich in der letzten Ratssitzung am 30.März damit überhaupt nicht befassen; kein Erklärungsbedarf.

Es gibt bis jetzt keine Spur eines Konzept und es gibt bis jetzt keine genauen Angaben für welche Leistungen eigentlich ein Antrag gestellt werden kann.
Und sollte das Konzept mit Angaben zu den Modalitäten der Kommune vorliegen müssen erst noch die jeweiligen Träger für den Bildungsgutschein gefunden werden die für die Modalitäten überhaupt in Frage kommen. Und dann muss geklärt werden wer in Frage kommt. Da müssen noch so manche Steine aus dem Weg geräumt werden bis zum Gutschein. Verkehrte Welt.
Ganz zu schweigen von den Trägern für eine Nachhilfe. Hier werden dann wieder die üblichen Günstlinge der Kommuen bedacht und sahnen hier wieder ab. Die Eltern dürfen nicht mitreden wer die Nachhilfe erteilt. Und wenn dann noch der Klassenlehrer und der PaP entscheidet - jawohl, eine Nachhilfe wird von uns behjaht, dann gibt es den erwarteten Gutschein. Übrigens alles erst nachträglich nach Antragerstellung und wohlwollender Prüfung.

Und was es für 10 Euro im Monat an Bildung und Vereinsgestaltung sowie sportlichen Aktivitäten gibt kann jeder selber errechnen.
Das Geld, das nicht ausgegeben wird, weil kein tragfähiges Konzept von den Kommunen für das genannte Bildungspaket für die Monate Januar bis April vorliegt und die Berechtigten davon nicht wissen ist für diese verloren und fließt in das Stadtsäckel.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.

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