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Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung

07.12.2011 | 11:25 Uhr
Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung
Püntklich um 9 Uhr öffneten die Türen - der Ansturm blieb aufgrund der kurzfristigen Eröffnung jedoch aus. Foto: Klaus Micke

Essen.   Erst am Dienstagabend hatte die Textilkette bekannt gegeben, am Mittwoch zu öffnen. Folglich war die Eröffnung der weltweit drittgrößten Filiale in Essen so entspannt, wie keine zuvor. Rund 100 vorwiegend weibliche Kunden kamen zur Kettwiger Straße - unter ihnen manch mutmaßlicher Schulschwänzer.

Es ist wie eigentlich immer bei Eröffnungen. Die letzten Handwerker verschwinden durch den Hinterausgang, am Eingang flattert rotes Band, eine Schere - der schwarze Griff ist mit Goldfarbe überpinselt - ruht auf einem Teller inmitten von Pfefferminzen mit der Aufschrift „I ,Herz’ Primark“. Angetreten sind dahinter rund 50 Verkäufer - meist junge Frauen - mit der Aufschrift „I ,Herz’ Primark“ und 30 Sicherheitskräfte.

Damit erinnert die Szenerie an die so wuchtvoll für den vorvergangenen Montag geplante Primark-Eröffnung. Mit dem Unterschied, dass diesmal nicht nur eröffnet werden soll, sondern auch darf.

Die Hürde der Brandschutzauflagen, gegen die der Bauherr vor einer Woche so krachend gerannt war, sie ist mit viel Nachbessern genommen. Und seit Dienstag, 17.30 Uhr, steht fest: Am Mittwoch um 9 Uhr geht’s los. Der Pferdefuß des „Ok’s“ ist natürlich in der Zeit zu sehen. 17.30 Uhr, das reicht, um die örtliche Presse zu kontaktieren. Anzeigen, Radiospots, neue Plakate – zu spät.

„Vertretungslehrer, die nicht so wichtig sind“

Wie das gehen kann, das sah die aus Dublin eingeflogene Führungs-Crew am Dienstag. Mit Glanz und Gloria eröffnete man einen Laden in Saarbrücken, „da war Superstimmung“, sagt Pressesprecherin Birgit Rügert, von der man derlei Aussagen erwartet und schickt ein „wahnsinnig voll“ hinterher.

Das Foto zeigt in der Bildmitte das Vorstandsmitglied Breege O'Donoghue (links) und den Generaldirektor Westeuropa. Foto: Klaus Micke

Weil nun aber die Sternenkonstellation über dem Essener „Mega“-Laden nicht so günstig steht und die Wettermacher zur Eröffnung zwischen Kennedyplatz und Kettwiger Straße den Morgen grau vernieselt sein lassen, hat sich nur ein müdes Trüppchen von knapp 100 Modebewussten eingefunden. Und selbst das ist an einem Mittwoch um 9 Uhr erstaunlich und wird beim Befragen nicht klarer: Von „Vertretungslehrern“, die „nicht so wichtig sind“ erfährt man und von Schulen, die angesichts des epochalen Ereignisses „Laden-Eröffnung“ drei Freistunden genehmigt haben (?).

Video
Die irische Textilkette Primark hat ihre bundesweit größte Filiale in der Essener Innenstadt eröffnet.

Heike Pytlik steht in dieser muntern mutmaßlichen Schulschwänzer-Kolonne und will einfach „nur mal gucken“ und vielleicht ein Schnäppchen machen. Drinnen hält die eigens aus Dublin angereiste Vorstands-Frau Breege O’Donoghue noch eine Rede. Dann endlich fällt das rote Band. So leer, so entspannt hat es noch keine Eröffnung gegeben. Weil man’s aber vorher immer nicht weiß, hat die Stadt Primark aufgegeben, zur Eröffnung gleich 30 Sicherheitskräfte antreten zu lassen. Ein Streifenwagen seht vor dem Dom. Sicher ist sicher – bevor man von Schulschwänzern überrannt wird.

„So ist das bestimmt, wenn Prada extra für Britney Spears den Laden öffnet“

Ob sich die unentschuldigten Fehlstunden lohnen? Es ist ein hohes Quieken zu hören vor einem Regal voller Schuhe, um die zu tragen man schwindelfrei sein muss. „So ist das bestimmt, wenn Prada extra für Britney Spears den Laden öffnet“, kommentiert eine junge Frau, die im Internet einen Modeblog betreibt, die leeren Regalreihen und insgesamt scheinen die Kunden zufrieden und stopfen im Dutzend Klamotten in die riesigen grauen Primark-Taschen, die Einkaufswagen-Ersatz sind.

Primark-Eröffnung

Das ist alles ganz amüsant – und doch kann es den Generaldirektor Westeuropa Wolfgang Krogmann kaum zufrieden stellen. Eineinhalb Wochen Weihnachtsgeschäfts hat er durch die verbummelte Eröffnung verpasst. Ganz zu schweigen von dem Geld, das Primark für Werbung und Personal in den Sand gesetzt hat. Nun gilt es, zu retten, was zu retten ist. Und da wirken die jungen Damen in ihren „I ,Herz’ Primark“-Shirts fast, als würde ein Stoßgebet gen Himmel gehen. „Bitte habt Primark lieb“ – wenn auch mit Verspätung.

Claudia Pospieszny

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Kommentare
09.12.2011
15:41
Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung
von rocker33 | #22

Na ja, den Laden in Gelsenkirchen find ich besser. Hier in Essen sind zwar 6. Etagen dafür sind die einzelnen Etagen auch ziemlich klein wobei in Gelsenkirchen 3. Etagen sind die aber viel größer sind. Außerdem ist hier in Essen die Innenstadt viel zu hektisch. Auch wenn ich oft in Essen unterwegs bin gehen wir lieber nach Gelsenkirchen zum Primark.

08.12.2011
14:34
Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung
von fuchsflur | #21

Erst mal schön das es endlich geklappt hat den Laden zu öffnen. Dürfte vor allen für die Mitarbeiter ein Segen sein, endlich das zu machen wofür man auch bezahlt wird.

@19

Der Laden in Essen dürfte recht gut laufen, denn nicht jeder Kunde will nun nach Gelenkirchen. Es ist ja doch so das viele Bürger meist in ihren eigenen Städten einkaufen. Und dazu kommt das Essen ja auch recht starke Beuscherströme hat, nicht ganz ohne Grund wird auch Pirmark in Essen einen weiteren Laden eröffnet haben und andere Ketten sind auch in mehreren Städten vertretten.

Ob das ganze nun ein Erfolg wird, liegt am Ende am Angebot und ob man die Leute für sich begeistern kann.

Viel schlimmer finde ich, wie viele Jugendliche lieber die Schule schwänzen. Da wundert man sich nicht wieso NRW so schlecht bei der Bildung dasteht. Hier sollten man gewisse Ämter deutlich mehr präsens zeigen!!!

@18 Das ist das Ruhrgebiet und das Bild ist in der Form auch nichts neues.

08.12.2011
09:17
#19
von michelino | #20

Aha, Sie haben also wieder einmal eine Verschwörungstheorie! Was meinen Sie möchte die WAZ damit bezwecken?

07.12.2011
23:35
Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung
von Angelinola | #19

Glaubte man den vorherigen Berichten von WAZ/ NRZ, so hätten bereits unzählige Leute online über Primark Essen berichtet und ihren Besuch zur Eröffnung angekündigt bzw. sich hierfür verabredet. Ich habe heute mal online nachgeschaut -nicht einmal 200 Mitglieder zählt die Facebook Seite von Primark Essen. Die WAZ-Gruppe hat also maßlos übertrieben. Warum sollten sich auch hunderte Menschen verabreden, um zur Eröffnung von Primark Essen kommen, wenn es den Laden ein paar Kilometer weiter, in Gelsenkirchen, schon gibt? Es ist nur Primark, kein Apple-Store.

07.12.2011
20:36
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von nussknacker | #18

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07.12.2011
19:04
Für die Schulschwänzer
von freier_buerger | #17

war das wahrscheinlich sogar sinnvoller als sich irgendeinen Blödsinn von einem bekloppten Lhrer anzuhören, der Geschichten aus sinem Leben erzählt.

07.12.2011
18:48
Nur 100 Kunden kamen zur stillen Primark-Eröffnung
von butcher99 | #16

ein weiteres Kind der Krise und gruppendynamischer Innovationsbesoffenheit, Rohrkrepierer, Totgeburt Glückaus

07.12.2011
18:46
kik in groß
von mannbaerschwein | #15

der laden ist zum scheitern verurteilt

07.12.2011
16:55
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von tekriemue | #14

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07.12.2011
16:03
Blockierter Kommentar.
von buntspecht2 | #13

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