NPD-Vergangenheit - SV Frintrop in Essen wirft rechten Trainer aus dem Verein

Mit Plakaten dieser Größe ist er selbst im Wahlkampf nicht bedacht worden. Mitglieder der Essener Antifa haben Marco D. als Nazi auffliegen lassen.
Mit Plakaten dieser Größe ist er selbst im Wahlkampf nicht bedacht worden. Mitglieder der Essener Antifa haben Marco D. als Nazi auffliegen lassen.
Der SV Frintrop hat dem Trainer seiner Bambini-Mannschaft gekündigt. Der Mann hatte bei der Landtagswahl für die NPD kandidiert. Die dritte Mannschaft verliert damit auch ihren Kapitän. Im Verein soll er sein politisches Denken nicht verbreitet haben, betont der Abteilungsleiter Fußball.

Essen.. Nach Bekanntwerden der Kandidatur von Marco D. für die rechtsextreme NPD bei der Landtagswahl 2010 reagierte der SV Union Frintrop, bei dem er die Fußball-Bambinis trainiert hatte, prompt und setzte D. vor die Tür. „Die Kündigung per Einschreiben ist unterwegs“, sagt Günter Droll, Abteilungsleiter Fußball. Damit verliert die dritte Mannschaft ihren Kapitän – und das Bambini-Team seinen Trainer.

Die Eltern der Kinder waren mit der raschen Reaktion der Vereinsspitze zufrieden, betont Droll. „Wir haben mit allen Beteiligten gesprochen, doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass er versucht hat, sein politisches Denken im Verein zu verbreiten.“

Im Internet stößt man jedoch rasch auf Spuren von Marco D., die eindeutiger nicht sein könnten. Unter seinem Pseudonym „Dolleskin“ hat er sich auf vielen Nazi-Seiten im Internet verewigt – da „mag“ er das aktuelle Video eines NPD-Aufmarsches in Trier, Motto: „Volkswille statt Klüngelherrschaft“, veröffentlicht Bilder eines Parteitages der rechten Gruppierung. In einer Mitteilung seiner Partei betont D., er sehe sich einer „neuzeitlichen Form der Hexenjagd“ ausgesetzt. Fußball-Abteilungsleiter Droll nimmt die Vorwürfe gelassen. „Wir mussten reagieren.“ Schließlich könne man nicht wissentlich einen rechtsextremen Trainer beschäftigen.

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