NPD-Mahnwache - „Essen stellt sich quer“
09.11.2011 | 18:30 Uhr 2011-11-09T18:30:00+0100
Essen.Eine kurzfristig angekündigte „Mahnwache nationaler Kräfte“ der NPD am Mittwoch auf dem Weberplatz hat breiten Protest ausgelöst. Die Glocken der benachbarten Kreuzeskirche läuteten alle 15 Minuten. Zu einer Gegenkundgebung des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ kamen rund 200 Menschen. SPD-Fraktionschef Reiner Marschan warf den rund 40 Teilnehmern der NPD-Mahnwache vor, die Opfer des Nationalsozialismus zu verhöhnen. Die Polizei meldete bis zum Abend eine Festnahme.
„Wir haben erst vor einigen Stunden von der NPD-Kundgebung erfahren“, sagt Kreuzeskirchen-Pfarrer Steffen Hunder. Er nennt es „unerträglich, dass die NPD versucht, das Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 durch diese Kundgebung herabzuwürdigen“. Mit dem Viertelstunden-Geläut für die Dauer der Kundgebung von 19 bis 21 Uhr wollte die evangelische Altstadt-Gemeinde „ein deutliches Zeichen für Frieden und Toleranz setzen“.
Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ kündigte an, seine Kundgebung auf dem Borbecker Germaniaplatz zu verkürzen und „alle Teilnehmer dazu aufzurufen, sich danach am Protest gegen diesen Aufmarsch am Weberplatz zu beteiligen“. Zusätzlich hat das Bündnis ab 17.30 Uhr zu einer Protestkundgebung auf dem Weberplatz aufgerufen.
Bis zum Abend blieb es in der City weitestgehend ruhig. Ein großes Polizeiaufgebot hatte die Kundgebungen der NPD und linker Gegendemonstranten gesichert. Die Polizei verzeichnete lediglich zwei Festnahmen von Demonstranten.
„Zu viele haben mitgemacht“
Die Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 ist nach Ansicht von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck eine bleibende Aufgabe aller Deutschen. „Zu viele haben mitgemacht, teilnahmslos zugeschaut, ängstlich weggeschaut oder einfach nur geschwiegen“, sagte Overbeck bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst am Mittwochabend, 9. November, im Essener Dom. „Das Böse war damals Realität und kein Traum“, so der Ruhrbischof weiter, „und darum ist es wiederholbar“. Deshalb sei es nach wie vor notwendig, das Gedenken und damit die Erinnerung an die Novemberpogrome und der ihnen folgenden Judenvernichtung wach zu halten.
Auch für Christen sei der 9. November 1938 kein beliebiges Datum oder ein Festhalten am Vergangenen und Gestrigen. Was Adolf Hitler und seine Schergen damals angerichtet hätten, so der Ruhrbischof, „war und ist mit deren Tod keineswegs aus der Welt, selbst wenn sie ihr Tun bereut hätten und ihnen vergeben worden wäre“. Die furchtbaren Folgen des Nationalsozialismus vergifteten bis heute die Gesellschaft und sie nisteten noch immer im Leben der Opfer wie der Täter, selbst im Leben ihrer Kinder und Enkel.
10:41
Was wäre es für ein Zeichen gewesen den Gottesdienst im Dom Gottesdienst sein zu lassen und den Leuten beizustehen die genau das taten was der Bischof forderte nämlich "das Gedenken und damit die Erinnerung an die Novemberpogrome und der ihnen folgenden Judenvernichtung wach zu halten" und sich den Leuten in den Weg zu stellen die an der Wiederholung dieser Gräuel arbeiten.
DAMIT hätte der Bischof dem selbstgewählten Anspruch geerecht werden können - stattdessen war von der katholischen Kirche (mal wieder ) nix zu sehen . Das die evangelische Kirche hier den "Heimvorteil" hatte (und den mit dem läuten der Glocken dankenswerter Weise auch ausgenutzt hat) kann nicht darüber hinwegtäuschen das der Bischof trotz seiner Predigt genau anders gehandelt hat als er es von den Gläubigen erwartet hat.
Es mag zwar nicht die persönliche Art des Herrn Overbeck sein wie Don Camillo die Konfrontation zu suchen - aber eine solche Predigt zu halten während ein paar hundert Meter entfernt die Faschisten die Opfer verhöhnen zeigt nur zu überdeutlich das die Rückwärtsorientierung in diesem Bistum in vollem Gange ist- ungeachtet der Worthülsen die auch in dieser Predigt abgesondert werden.
10:34
So so, Bischof Overbeck schiebt also die Alleinschuld an den Judenmorden der Nazizeit auf die Nazis ab. Dabei wird bis zum heutigen Tag unterschwellig ein Hass gegen die Juden durch das Christentum geschürt, dies insbesondere durch Fälschungen der Bibel. So wurde die Geschichte erfunden, dass Pilatus Jesus freilassen wollte, die Juden hätten aber gerufen:"Gebt uns den Barrabas". So kommt es, dass die Mehrzahl der Christen immer noch glaubt, Jesus sei letztlich von den Juden und nicht von den Römern getötet worden. Und Judas, der Verräter, hat mit Absicht diesen Namen erhalten. Dann noch in der lateinischen Liturgie das heuchlerische Gebet für die gemeinen Juden usw.usf...
07:15
...und möge sich der Herr Bischof immer an die Ignoranz und Blindheit der Kirche in dieser Zeit erinnern - nein, nicht ganz korrekt - möge er sich an die Blindheit und Ignoranz des Vatikan erinnern...an die Kollaborateure innerhalb der Kirche...an alle, die nicht geholfen haben innerhalb der Kirche
Und...natürlich muß dieser braunen Pest Einhalt geboten werden...
23:15
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22:31
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21:47
Ganz Deiner Meinung , aber die gute Tat besteht darin, zu verhindern, daß durch rechtsradikale Kräfte die Erinnerung an einen der dunkelsten Tage der deutschen Geschichte geschändet wird, unter einem tückischen Vorwand.
Ich sage immer: Lasst sie reden, dann weiss man, warum man sie nicht wählen kann!
Heil-ung für die Rechte ! Rechts so?
20:03
Bundesverfassungsrichter Masing
Meinungsfreiheit ist keine Frage der Meinung
„Es ist keine gute Tat, rechtsradikale Demonstrationen zu verhindern.“
http://www.faz.net/-01j4ny
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Ihre Meinung ist natürlich (und Gott sei dank) von der Meinungsfreiheit gedeckt und steht Ihnen zu.
Trotzdem haben sie schlicht und ergreifend den Kern der Ausseinandersetzung zwischen Demokraten und Faschisten nicht verstanden.
So lange es Leute gibt die die damaligen Zustände glorifizieren und eine gesellschaftliche Ordnung anstreben die der damaligen nacheifert kann das erinnern daran das es eben die Mehrheit der Leute war (die wie Sie heute) zu faul, zu feige , zu beschäftigt, zu uninteressiert oder schlicht und ergreifend zu dumm waren sich den Nazis in den Weg zu stellen nicht aufhören.
Die Leute die sich heute den Faschisten und ihren Herrschaftsansprüchen in den Weg stellen sichern auch ihr (Wohl)leben - oder würden sie in einem Staat leben wollen der wie Deutschland im dritten Reich geführt wird?
Genau das ist aber das Endziel der Faschisten das zu verhindern die Leute sich engagieren und auf die Strasse gehen.
Und die Behauptung die Machtgelüste der Faschisten ginge sie nichts an ist entweder erschreckend kurz gedacht oder sie sind mit dem Endziel an sich einverstanden - also mit der Wiederholung faschistischem Unrechts in einer Dimension wie es das vorher nie gegeben hat.
Wollen Sie dabei immer noch sagen das geht sie nichts an?