Das aktuelle Wetter Essen 14°C
Frintrop

NPD-Demo in Essen stößt auf 300 Gegendemonstranten

19.10.2012 | 18:29 Uhr
NPD-Demo in Essen stößt auf 300 Gegendemonstranten
Foto: dapd/Mario Vedder

Essen.   300 Menschen protestierten in Frintop gegen eine NPD-Kundgebung gegen die Unterbringung von Asylbewerbern mit 23 rechten Aktivisten. Die Polizei war einem Aufgebot von etwa 100 Kräften vertreten. Bis zum Abend blieb es rund um den Wasserturm laut, aber ruhig.

Trotz der Debatte um die Unterbringung von Roma-Flüchtlingen im ehemaligen Schulzentrum Lohstraße haben rund 300 Menschen in Frintrop Flagge gezeigt gegen einen Aufmarsch der NPD. Die 23 rechten Aktivisten blieben mit ihren Parolen wie „Touristen willkommen - Asylbetrüger raus“ im Wortsinn isoliert. In Sprechchören bekamen sie sogar zu hören: „Ohne Verfassungsschutz wärt ihr nur zu dritt!“

Für die Polizei war die Lage vor dem Start der diversen angemeldeten Kundgebung unübersichtlich gewesen. Die Antifa, die zu Protesten gegen die Kundgebung am Frintroper Wasserturm aufgerufen hatte, hatte zur Überraschung der Behörde selbst keine Demonstration angemeldet.

Zwei Gegenkundgebungen

Statt dessen wurden zwei Kundgebungen zur Unterstützung der Flüchtlinge angemeldet, und zwar weit ab vom Schuss, am anderen Ende der Lohstraße. Deshalb hatte die Polizei ein starkes Aufgebot zusammen gezogen - rund 100 Kräfte - und behielt sowohl die Kreuzung Am Kreyenkrop/Frintroper Straße im Auge als auch das ehemalige Schulgebäude und den angemeldeten Kundgebungsort an der Ecke Im Wulve.

Schon vor Beginn der für 18 bis 20 Uhr angemeldeten NPD-Kundgebung war allerdings klar , dass sich die  Demonstranten beider Lager von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen würden. An der Straßenbahnhaltestelle der Linie 105 sammelten sich Mitglieder der Antifa unter roten Flaggen und begleiteten den Aufbau der rechten Kundgebung mit „Nazis raus!“-Rufen.

Die Polizei hatte die Lage erkennbar zu jeder Zeit im Griff - auch als kurz nach 18 Uhr Gegendemonstranten versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen und zu den NPD-Demonstranten zu gelangen. Der Versuch endete nach wenigen Metern in einem Handgemenge, in der die Beamten der Einsatzhundertschaft sehr schnell die Oberhand behielten. Nach Angaben der Polizei gab es während dieser Auseinandersetzung keinen Anlass für Festnahmen.

Mitglieder der libanesischen Familien-Union

Verstärkung bekamen die Protestierenden kurz darauf von den Teilnehmern der beiden anderen Gegendemonstrationen. Sowohl die Roma-Unterstützer als auch Demonstranten, die sich als Mitglieder der libanesischen Familien-Union zu erkennen gaben und mit der Parole „Von Flüchtlingen für Flüchtlinge“ demonstrierten, kamen zum Wasserturm.

Gegen 19.30 Uhr lösten sich Demonstration und Protest allmählich auf. Kommentar eines erfahrenen Beamten: „Die wollen alle noch zu den Roten“, die am Abend an der Hafenstraße gegen Wiedenbrück spielten.

Kai Süselbeck

Facebook
 
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7210814/create

Umfrage
Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Kettwig von oben
Bildgalerie
aus der Luft
Essen aus der Luft
Bildgalerie
Luftbilder
Parade und     Zapfenstreich
Bildgalerie
Werdener Schützenzug
Konferenzsaal auf sechs Rädern
Bildgalerie
EVAG Alphaliner
Aus dem Ressort
Radfahrer treten mit 1,6 Promille und mehr in die Pedale
Verkehrskontrollen
Radeln im Rausch: 23 von 36 Radfahrern, die die Essener Polizei in den vergangenen beiden Jahren aus dem Verkehr gezogen hat, hatten 1,6 Promille oder mehr Alkohol im Blut - und lagen damit deutlich über der noch erlaubten Promille-Grenze. Immer wieder hat das Fehlverhalten spürbare Folgen.
Übergewicht als Hindernis bei Arbeitgebern und Vermietern
Soziales
Sascha Masuck wiegt 165 Kilo und glaubt, dass ihm Arbeitgeber aufgrund seines Gewichts erst gar keine Chance geben. Auch sein Lebenspartner Mario Nau ist frustriert. Die Toleranz gegenüber Schwulen ist ihrer Meinung nach viel größer als früher. Dagegen würden Dicke auf massive Ablehnung stoßen.