Notfallnummer 116 117 soll Feuerwehrnotruf 112 entlasten

Die neue Notrufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftdienstes der Kassenäzrtlichen Vereinigungen. Foto: Sebastian Konopka
Die neue Notrufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftdienstes der Kassenäzrtlichen Vereinigungen. Foto: Sebastian Konopka
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die neue bundesweite kostenlose Notfallnummer 116 117, bei der außerhalb der Sprechstundenzeit ein Arzt alarmiert werden kann, soll den Feuerwehrnotruf 112 entlasten - der bekommt in Essen rund 1000 Anrufe täglich. Zum Bereitschaftsdienst sind rund 800 Ärzte in der Stadt verpflichtet.

Essen.. „Willkommen beim ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen“ – diese Ansage bekommt seit Montag jeder zu hören, der die neue bundesweite Notfallnummer 116 117 wählt. Der kostenlose Service soll in Situationen außerhalb der Sprechstundenzeit helfen, die einen Arzt erfordern, aber nicht lebensbedrohlich sind. Die Kosten übernehmen die Ärzte.

In Essen bis zu 20 Ärzte zeitgleich in Bereitschaft

„Das ist für Nordrhein-Westfalen nichts Neues“, so Karin Hamacher, Pressereferentin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. Die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf, aus denen die Region Nordrhein besteht, haben bereits seit 2003 die einheitliche Notfallnummer 0180 5044100, für die Anrufer aber 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz und 42 Cent pro Minute vom aus Handy zahlen. Die Nummer bleibt bestehen.

Die neue ist kostenlos und funktioniert wie gehabt: Außerhalb der Praxisöffnungszeiten, also täglich von abends 18 bis morgens 7 Uhr (mittwochs schon ab 13 Uhr), übers Wochenende von freitags 13 bis montags 7 Uhr hilft die Nummer auf der Suche nach Ärzten im Notdienst. Zum Bereitschaftsdienst sind Ärzte verpflichtet, in Essen sind es etwa 800 (ausgenommen Psychotherapeuten). Je nach Dienst haben bis zu 20 Ärzte zeitgleich in Essen Bereitschaft.

Im Zweifelsfall zuerst die 112

Klagt ein Essener zum Beispiel am Samstagvormittag, wo die KV Nordrhein laut Hamacher das „größte Anrufvolumen“ misst, über eine akute Grippe, wählt er vom Festnetz aus die 116 117. Die Technik in der Berliner Zentrale leitet ihn automatisch nach Duisburg weiter, zur Arztrufzentrale NRW. Geschulte Mitarbeiter vermitteln dann ortsnahe Notdienstpraxen oder direkt den diensthabenden Arzt, wenn der rauskommen muss. Über eine Million solcher ambulanter Notfälle zähle die KV Nordrhein jährlich.

Die neue Nummer soll auch den Notruf der Feuerwehr entlasten, die im Stadtgebiet täglich rund 1000 Anrufe entgegennimmt, schätzt stellvertretender Amtsleiter Thomas Lembeck. „Im Zweifelsfall aber lieber zuerst die 112 wählen, wir können dann immer noch vermitteln.“