Wolfgang Nötzold begleitet Senioren durchs Eltingviertel

Wolfgang Nötzold ist Spaziergangspate im Eltingviertel.
Wolfgang Nötzold ist Spaziergangspate im Eltingviertel.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
„Willst Du mit mir gehn’n?“ Das fragt ab dem heutigen Donnerstag Wolfgang Nötzold und lädt Senioren ein, gemeinsam durchs Eltingviertel zu spazieren.

Eltingviertel..  Wolfgang Nötzold hat heute um 11 Uhr einen Termin. Er wird am Eltingplatz/Ecke Theodorstraße stehen. Der 68-Jährige begleitet als Spaziergangspate Interessierte durchs Eltingviertel und erschließt es damit für das Projekt „Willst Du mit mir geh’n?“.

Erfahrung als Spaziergangspate hat Wolfgang Nötzold, der vor vier Jahren von Dortmund nach Essen zog und im Unperfekthaus wohnt, bereits. „Als ich nach Essen kam, habe ich von dem tollen Projekt gehört und sofort mitgemacht. Die Alten wollen noch etwas machen, am Leben teilhaben“, erzählt Nötzold, der früher einmal Lehrer war und zuletzt bei ZWAR, dem landesweiten Projekt „Zwischen Arbeit und Ruhestand“, gearbeitet hat.

Sein Revier wurde die Innenstadt. „Die kenne ich mittlerweile besser als mancher Essener“, sagt der 68-Jährige, der heute neben einigen ehrenamtlichen Aufgaben (u.a. als Pate des Bücherschranks am Grillo-Theater) als Gutachter für Qualitätsmanagement in Weiterbildungsorganisationen ein Zubrot zu seiner Rente verdient. „Wer weiß schon, dass es in der Innenstadt einen Weingarten gibt?“

Related content

Die City erwies sich für das Spaziergangsprojekt allerdings nicht als idealer Nährboden. Hier wohnen zuwenig Menschen der Zielgruppe „60 plus“. Zu Spitzenzeiten kamen sechs ältere Menschen zum Treffpunkt. Zuletzt nur noch einer. „Und der hat gesagt, dass er mit mir alleine keine Lust habe rumzugehen“, erzählt Nötzold. Das versteht der Spaziergangspate nur zu gut. „Ich bin ja kein Stadtführer. Es geht um laufen und schnacken. Es geht um die Gemeinschaft. In den Gruppen bilden sich im Laufe der Zeit Beziehungen. Man kümmert sich umeinander.“

Der Sprung zum Eltingviertel ist nur ein kleiner. „Ein spannendes Viertel. Da tut sich was“, findet Wolfgang Nötzold, der das Gebiet um den Eltingplatz kennen gelernt hat, als er „lokalfieber“, das Stadtmagazin des Unperfekthauses, in jeden Briefkasten eingeworfen hat. Den Anspruch, alles zu kennen, hat er nicht. Neugierig zu sein, schon. Beim Spaziergang will er deshalb nicht nur zeigen, sondern sich auch etwas zeigen lassen. „Es geht nicht darum, die Teilnehmer zuzuquatschen, sondern zuzuhören.“ Vielleicht wird eine Seniorin oder ein Senior heute im Eltingviertel von der ehemaligen Kruppschen Konsumanstalt erzählen, in deren Hinterhof heute ein Künstleratelier beheimatet ist. Falls nicht, wird es Nötzold sicherlich tun.

Wenn nicht heute, dann an einem der folgenden Donnerstage.