Weitere Schredder in Kray Bürgerinitiative
20.06.2007 | 09:35 Uhr 2007-06-20T09:35:48+0200In unmittelbarer Nachbarschaft zur Firma Richter wollen zwei Firmen "Behandlungsanlagen" für Abfälle bauen.Bezirksvertretung VII protestiert vehement gegen die Genehmigungen.
Kray. Der Protest der Politiker in der Bezirksvertretung VII war so laut, dass er auch aus dem nicht öffentlichen Teil der Sitzung an die Öffentlichkeit drang. Lediglich zur Kenntnis nehmen sollten die Bezirksvertreter die Genehmigung von Recyclinganlage im Bereich des Gewerbegebietes "Königin Elisabeth". Der Lageplan der Genehmigungsunterlagen erklärt den Protest. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Recyclingbetrieb Richter wollen zwei Firmen ebenfalls Schredderanlagen bauen.
Angenommen, gelagert und "behandelt" werden sollen die unterschiedlichsten Materialien von Papier über Holz und Bauschutt bis zu Metallschrott und Altautos. Dazu gehören auch Materialien, die der Gesetzgeber wegen ihrer Umweltgefahren im Bundes-Immissonsschutz-Gesetz als "besonders überwachungsbedürftige Abfälle" bezeichnet.
Eines der Unternehmen, das im Januar 2006 nach englischem Recht als "Ltd." gegründet wurde, will auf dem Gelände nicht nur in schon bestehenden Hallen Bauabfälle und Schrott lagern und sortieren, es soll auch eine "Behandlungsanlage" neu gebaut werden. Unter "Behandlung" von Bauschutt und Schrott verstehen Entsorgungsunternehmen das Schreddern.
Das zweite Unternehmen mit Stammsitz in Schermbeck plant, auf dem Gelände Papier, Verpackungen, Kunststoffe, gebrauchte elektronische geräte, Altholz und Metalle zu lagern und zu behandeln.
Besonders verärgert hat die Bezirksvertreter der Schlusssatz der Beratungsvorlage: "Da die Genehmigungsvoraussetzungen für die beantragten Anlagen gegeben waren und andere öffentlich-rechtliche Vorschriften den Vorhaben nicht entgegenstanden, hat die Verwaltung der Genehmigungserteilung . . . zugestimmt."
In einer Pressemitteilung der Bezirksvertretung heißt es dazu: "Bezirksvorsteher Klaus Stumpe stellte fest, dass die BV mit Entsetzen die Genehmigung zur Kenntnis nahm und sich vehement dagegen aussprach, in unmittelbarer Nachbarschaft der Firma Richter einen weiteren derartigen Betrieb anzusiedeln."
Dies sei der Bevölkerung in Kray nicht mehr zuzumuten, da in diesem Bereich bereits erhebliche Umweltbelastungen bestünden. P.M.Bei ihrer Versammlung am Donnerstag, 21. Juni, um 19.30 Uhr im "Haus Helwig" macht die "Bürgerinitiative gegen Gift-Shredder in Kray" auch die neuen Recycling-Anlagen zum Thema. Titel der Veranstaltung ist: "Neue Giftschleuder in Kray?"
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