Trotz Brandschadens muss der Abriss des Reiterstellwerks nicht sein

Das ausgebrannte Reiterstellwerk der Rheinischen Bahn an der kleinen Stoppenberger Straße.
Das ausgebrannte Reiterstellwerk der Rheinischen Bahn an der kleinen Stoppenberger Straße.
Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Trotz des Brands im Reiterstellweg an der Rheinischen Bahn könne das als Landmarke am Radschnellweg vorgesehene Gebäude erhalten bleiben, meint Architekt Harry Schöpke.

Essen.. Die Nachricht, dass das durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogene historische Reiterstellwerk an der Kleinen Stoppenberger Straße in Essen abgerissen werden soll, löst Entsetzen aus. „Das ist alles furchtbar“, entfuhr es Beigeordnetem Hans-Jürgen Best, angesprochen auf die Absicht der Deutschen Bahn. Auch Architekt Harry Schöpke ist enttäuscht: „Da geht die Bahn den Weg des geringsten Widerstandes. Dass es ein historisches Gebäude ist, ist ihr egal.“

Wie berichtet, kündigte die Deutsche Bahn in dieser Woche an das als Landmarke auf dem künftigen Radschnellweg Ruhr vorgesehene Stellwerk abzureißen. Die Pläne dafür seien in Arbeit und die Stadtverwaltung darüber informiert.

Feuer Ganz falsch ist diese Auskunft nicht, aber mit den Worten von Hans-Jürgen Best hört es sich etwas anders an: „Die Deutsche Bahn hat unsere Pressestelle informiert.“ Von Gesprächen unter Experten kann also nicht die Rede sein.

Natürlich, so der Technische Beigeordnete weiter, müsse die Bahn den Abriss beantragen: „Aber den Antrag muss sie nicht an die Stadt richten, sondern an die eigene Behörde. Und wie die dann entscheidet, ist ja klar.“

Rheinisches Amt für Denkmalschutz

Die Stadtverwaltung selbst mit ihrer Unteren Denkmalbehörde könne das Stellwerk nicht unter Denkmalschutz stellen, dafür sei das Rheinische Amt für Denkmalpflege zuständig. Am Donnerstag war von dem Amt in Pulheim keine Auskunft zu bekommen, ob es in Sachen „Reiterstellwerk“ aktiv wird.

Das hat dagegen schon Hendrik Leuckefeld aus Frohnhausen mit einer Online-Petition zum Erhalt des Bauwerks getan, die von 215 Befürwortern unterzeichnet wurde: „Sobald der Radschnellweg direkt unter diesem Gebäude entlang führt, wird es in den Fokus rücken und mit Sicherheit eine attraktive Nutzung gefunden werden. Es wäre eine Landmarke auf dem neuen Radweg und würde als Tor zur Innenstadt wahrgenommen.“

Dass das Stellwerk trotz des Brandschadens zu erhalten ist, glaubt Architekt Harry Schöpke aus dem Eltingviertel. „Der Schaden ist überschaubar“, glaubt er. Das Dach sei beschädigt und die Fenster sind weg, doch beides hätte man sowieso erneuern müssen. „Das wäre also kein so großer Aufwand. Aus meiner Sicht kann man das Stellwerk erneuern.“