Traumschloss Bärendelle wird etwas kleiner

Schule an der Bärendelle in Essen-Frohnhausen.
Schule an der Bärendelle in Essen-Frohnhausen.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Bürgerinitiative Bärendelle und der Arbeiter-Samariter-Bund werden das Untergeschoss der ehemaligen Schule gemeinsam nutzen.

Essen-Frohnhausen..  Die Zukunft der ehemaligen Hauptschule Bärendelle in Frohnhausen steht fest: Während die Stiftung „Mein Wohnen“ in den beiden oberen Geschossen 51 Wohnungen für Singles und Familien errichtet, mietet der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) das Erdgeschoss an, um dann mit der Bürgerinitiative Bärendelle (BIB) eine Kooperation zu vereinbaren. Im Jahr 2017 könnte das angestrebte soziokulturelle Zentrum auf einer Fläche von 560 Quadratmetern eröffnet werden.

„Nicht aus dem Boot geflogen“

Am Montagabend gab die Initiative in den Räumen der „Essener Kontakte“ am Frohnhauser Markt das Ergebnis zweier Treffen mit der Stiftung, der Stadtverwaltung, dem Kulturbüro sowie dem ASB bekannt. „Ziellinie fast erreicht“ lautet die Überschrift über eine Presseerklärung. Denn noch muss der Kaufvertrag erarbeitet werden.

Mitglieder der Initiative zeigten sich am Montag enttäuscht, dass Investor Reinhardt Fleurkens den ASB als Hauptmieter ausgewählt hatte, obwohl dieser kein Konzept zur Nutzung des Erdgeschosses vorgelegt hatte. Im Gegensatz zur BIB, die ein neunseitiges Papier plus detailliertem Raumplan mitgebracht hatte.

Doch nachdem die Würfel gefallen waren, findet sich die Initiative mit dem Ergebnis ab. Die nutzbare Fläche sei aber zu klein, um all das umzusetzen, was es an Ideen und Bedürfnissen gebe. BIB-Vorstand Anke Dussmann: „Das ist unser Traumschloss, nur in kleiner, abgespeckter Form.“

Gleichwohl zieht sie ein positives Fazit: „Es ist das Beste, was wir ‘rausholen konnten. Wir sind nicht aus dem Boot geflogen, sondern sind weiter drin.“ In einem ersten Gespräch mit ASB-Geschäftsführer Thorsten Jung habe man durchaus gemeinsame Ziele festgestellt. „Der ASB wünscht ein integratives Café. Das passt gut in unser Konzept“, berichtete Frank Beumel. Auch eine Probe- und Spielstätte für die „Thesth“-Theatergruppe sowie eine Zusammenarbeit der DJK Altendorf 09 sind vorgesehen. Wie das Konzept später mit Leben gefüllt wird, müsse im Vertrag festgelegt werden.

Die Bürgerinitiative wird jetzt den Verein „Bärendelle“ gründen. „Um ein ernsthafter Kooperationspartner zu sein“, wie Ute Jonetat sagte. Über die Vereinssatzung verhandelt der Vorstand gerade mit dem Finanzamt. Die Gründungsversammlung findet am 24. August, 19 Uhr, in den „Kontakte“-Räume statt.

„Die letzten zwei Jahre waren für uns alle eine arbeitsreiche und tolle Zeit“, so der Vorstand. „Die Nachbarschaft ist zusammengerückt und mit den Aktivitäten der BIB hat sich das Zusammenleben rund um die Bärendelle, aber auch weit darüber hinaus, sehr positiv entwickelt.“ Trotzdem ist der „völlig unangemessene Polizeieinsatz“ bei der Räumung im August 2013 unvergessen.

Die Initiative selbst wird sich trotz der Vereinsgründung zumindest in den nächsten beiden Jahren nicht auflösen. „Sie wird die Klammer sein zwischen Verein und Bürgern“, versichert Ute Jonetat.

Bisher war noch keine Besichtigung möglich

Auf die Zusammenarbeit mit dem Bärendelle-Verein freut sich Thorsten Jung, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). „Unser Ziel ist es, auf Augenhöhe zu kooperieren. Die Bürgerinitiative soll durchaus ihre Ideen einbringen“, sagte er dieser Zeitung. Zumal sich „ihr Konzept von unserem nicht abhebt. Gedanklich sind wir ganz nah beieinander. Auch wir wollen ein Angebot für Jung und Alt.“

Wie die Zusammenarbeit im Detail aussehen werde, könne er noch nicht absehen. Denn bisher hätte das Schulgebäude aus Sicherheitsgründen noch gar nicht betreten werden dürfen. „Auch zu Zahlen, etwa über die Nebenkosten, können wir noch nichts sagen“, so Thorsten Jung weiter. Klar sei, dass der ASB als Mieter für alles haften müsse. Deshalb sei er an einem verlässlichen Partner interessiert: „Und den sehen wir in der Initiative.“

Auch Reinhard Fleurkens, der die ehemalige Schule kauft, ist mit der gefundenen Lösung zufrieden. Den ASB habe er als Mietpartner ausgewählt, weil dieser Verband Erfahrung mit Verwaltung, Steuern und Personal habe. Deshalb erwarte er eine „ideale Situation: Einer deckt den Back-Office-Bereich ab, dann können die Leute sich auf ihre Ideen konzentrieren“.

Der Stiftungsgründer aus Geldern erwartet den Beginn des Um- und Ausbaus der 1914 errichteten denkmalgeschützten Schule Anfang nächsten Jahres: „Das ist wie ein Neubau. Wir müssen auch erstmal sehen, welche Überraschungen auf uns warten.“