Das aktuelle Wetter Essen 10°C
Gastronomie

Szene-Imbiss am Frohnhauser Markt ist gerettet

29.10.2012 | 05:00 Uhr
Szene-Imbiss  am Frohnhauser Markt ist gerettet
Marcel Kuhl ist der neue Betreiber des Frohnhauser Szene Imbiss „Why so serious?“ Auch die trendigee „Fritz Kola“ ist hier zu haben.Foto: Oliver Müller

Essen-Frohnhausen. Der Szene-Imbiss am Frohnhauser Markt ist gerettet: Stammgäste fürchteten das Ende des als alternativen Studentenreff beliebten „Why So Serious?“, als der Betreiber Christian Döweling bekannt gab, dass er den Laden aufgeben will. Doch nun ist mit Marcel Kuhl ein Nachfolger gefunden. Den vegetarisch/veganen Schwerpunkt will der 30-Jährige beibehalten und nach Möglicht ausbauen. Ansonsten wird sich das Gesicht des angesagten Lokals in den nächsten Monaten wohl nicht unbeträchtlich verändern.

Als Marcel Kuhl erfuhr, dass sein Kollege Döweling seines Imbisses – trotz nicht unbeträchtlichen Erfolges – überdrüssig geworden ist, war für ihn klar: „Das ist was für mich, da hab‘ ich Lust drauf.“ Dass es dann doch einige Zeit dauerte, bis alles unter Dach und Fach war, das „Why So Serious?“ sogar zwei Wochen schließen musste, lag laut Kuhl vor allem daran, dass noch die Finanzierung in trockene Tücher gebracht werden musste.

Dies ist nun geschafft: bei der Wiedereröffnung wurde er förmlich überrannt. „Mit so einem Ansturm habe ich gar nicht gerechnet“, lacht er. Die Pommes Frites und die vegane Currywurst haben diesen Ansturm nicht überlebt – da diese Publikumsrenner ausverkauft waren, musste er den Imbiss am Sonntag gleich wieder geschlossen halten. „Das passiert mir nicht noch einmal“, grinst er, „ab jetzt kalkuliere ich besser beim Einkauf.“

Änderungen in der Karte will Kuhl nur behutsam vornehmen. „Warum soll ich etwas ändern, das so gut angenommen wird?“, fragt er. Und so wird es weiter vor allem Burger und Currywurst in fleischhaltiger und veganer Variante geben. Letztere allerdings mit einer neuen, eigenen Soße: „Die wird etwas schärfer und sämiger.“

Neuer Name

Ausbauen will er ab kommender Woche das Mittagsangebot: „Es soll jeden Tag ein Schöpfgericht geben“ sagt er. Darüber hinaus möchte er wieder verstärkt auf wechselnde vegane Desserts setzen. „Ich habe am Wochenende erstmals veganes Schokoladenmus zubereitet“, sagt er. „Einfacher und besser geht es kaum.“ Um seiner Zielgruppe gerecht zu werden, habe er in den letzten Wochen extra vegane Kochbücher gewälzt. „Schon faszinierend, was da für Möglichkeiten eröffnet werden.“

Gelernt hat Marcel Kuhl im Lorenz. Seit 2007 ist er als freiberuflicher Koch unterwegs, hat für unterschiedliche Küchen in Essen gearbeitet. Bereits 2010 versuchte er sich mit einem Imbisskonzept selbstständig zu machen: Doch der „Paragraf“ in Holsterhausen hielt sich gerade mal zwei Jahre.

„Gegen die billigen Preise der Kantine des Landgerichts konnten wir nicht ankommen“, bedauert Marcel Kuhn. Auch nicht mit dem Konzept, alles frisch selbst herzustellen, ließ sich der „Paragraf“ nicht halten.

Doch immerhin: Die Idee, auch die Pommes selbst herzustellen, will er bald auch am neuen Standort Frohnhauser Markt realisieren. Imbiss und hohe Qualität müsse kein Widerspruch sein, betont er. Dass Frohnhausen dafür der ideale Standort ist, davon ist Kuhl überzeugt – nicht nur, weil er selbst in dem Stadtteil lebt. „Es gibt hier sonst keinen vernünftigen Imbiss“, meint er. Und außerdem entwickle sich das Quartier gut: „Hier passiert das, was vor einigen Jahren im Südviertel losging, aber durch hohe Mieten ausgebremst wurde: Der Stadtteil wird angesagter, Studenten entdecken ihn für sich.“

Auf einige optische Veränderungen müssen sich die Stammbesucher allerdings einstellen: So plant Marcel nicht nur, den Dschungellook der Theke samt Schlange im Logo abzuschaffen – „das ist einfach nicht mein Ding.“ Stattdessen liebäugelt er mit einem Retro-Look. Auch der Name „Why So Serious?“ soll seiner Vorstellung nach bald der Vergangenheit angehören. Seine Idee ist da simpler, wenn auch zielführender: „The Imbiss“. Da weiß man gleich, was einen erwartet.

Gordon K. Strahl



Kommentare
01.11.2012
15:52
Szene-Imbiss am Frohnhauser Markt ist gerettet
von brudajakob | #2

Klasse! Hab es erst vor kurzem als Gerücht gehört! Ich freu mich das der Laden wirklich offen bleibt und komme bald auf einen Linsenburger vorbei!

30.10.2012
09:00
Anpacken
von Erbeck1 | #1

Der Mann packt an und dafür wünsche ich viel Erfolg ! Finanzierung regeln , Einkauf etwas unterschätzt - klingt alles normal !

Aus dem Ressort
Größter Essener Garagenpark kommt nach Dellwig
Millionenprojekt
Nach anfänglichen Bedenken unterstützen die Lokalpolitiker den Investor aus Dorsten. Der plant ein Millionenprojekt im Essener Nordwesten.
Essener (23) rettet seinen Nachbarn aus brennender Wohnung
Lebensretter
Semir Mandaric (23) zog seinen schwer verletzten Nachbarn aus dem Feuer. Die Feuerwehr spricht von Anerkennung, gleichzeitig aber auch von viel Glück: „Er hätte auch zum tragischen Helden werden können.“ 55 Einsatzkräfte kämpften fünf Stunden mit den Flammen in Altenessen.
Gala auf Zollverein mit Weidenfeller und weiterer Prominenz
Förderturm
Freitag und Samstag findet zum elften Mal der Förderturm-Charity-Golf-Cup samt großer Feier statt.
Oberhausener in Essen mit 41 Gramm Drogen erwischt
Drogen
In der Bauchtasche eines 30-jährigen Mannes aus Oberhausen fanden Bundespolizisten am Mittwochnachmittag 37 Gramm Amphetamine, vier Gramm Ecstasy und 1025 Euro Bargeld. Der Mann war den Beamten am Bahnhof Essen-West aufgefallen, weil er sich verdächtig verhielt. Jetzt ermittelt die Polizei.
Kultband Brings spielt am Freitag in der Borbecker Dampfe
Konzert
Die Kultband Brings tritt am Freitag zum Jubiläums-Open-Air-Konzert in der Borbecker Dampfe auf. Weil es bei den letzten Brings-Konzerten in der Dampfe zu eng wurde, gibt es nun ein Open-Air-Konzert. Warum sich die Kölner Musiker schon richtig auf das Essener Publikum freuen.
Umfrage
Die Evag unterhält 250 Überwachungskameras an ihren Bahnsteigen. Ncht alle zeichnen dauerhaft auf. Bis 2015 sollen alle Kameras rund um die Uhr filmen, die Daten für 72 Stunden gespeichert werden. Wie finden Sie das? 

Die Evag unterhält 250 Überwachungskameras an ihren Bahnsteigen. Ncht alle zeichnen dauerhaft auf. Bis 2015 sollen alle Kameras rund um die Uhr filmen, die Daten für 72 Stunden gespeichert werden. Wie finden Sie das? 

 
Fotos und Videos
Leben mit Chamäleons
Bildgalerie
Exotische Haustiere
Park und Promenade auf Zollverein
Bildgalerie
100 Orte in Essen
Essens tiefster Punkt
Bildgalerie
100 Orte in Essen