Stadtteilpolitik im Essener Westen fordert Schulkonzept

Auch an der Cranachschule in Holsterhausen dürften in den nächsten Jahren einige kleine Hände hinzukommen: Angesichts der steigenden Zahlen der Erstklässler im Essener Westen fordern Politiker aus der Bezirksvertretung III ein Entwicklungskonzept für Grundschulen.
Auch an der Cranachschule in Holsterhausen dürften in den nächsten Jahren einige kleine Hände hinzukommen: Angesichts der steigenden Zahlen der Erstklässler im Essener Westen fordern Politiker aus der Bezirksvertretung III ein Entwicklungskonzept für Grundschulen.
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Weil die Zahl der Erstklässler insbesondere in Holsterhausen, Frohnhausen und Altendorf steigt, pochen SPD, Grüne und EBB im Bezirk III auf Lösungen.

Essener Westen.. Der erwartete Anstieg der Erstklässler-Zahlen hat Politiker in der für den Essener Westen zuständigen Bezirksvertretung III in Alarmbereitschaft versetzt. SPD, Grüne und Essener Bürgerbündnis fordern die Verwaltung auf, einen Schulentwicklungsplan für ihren Bezirk vorzulegen. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf den Grundschulen liegen.

Wie aktuelle Zahlen der Verwaltung belegten, würden die Schülerzahlen im Bezirk III „in den nächsten Jahren mit Sicherheit ansteigen“, heißt es in dem Antrag, „daher muss die Stadt notwendige Investitionen an Gebäuden tätigen und dem pädagogischen Bedarf der Schulen entsprechende Lehr- und Lernmittel bereitstellen.“ Nur so könne auf die drängenden Probleme der Grundschulen im Essener Westen vorausschauend reagiert werden. Speziell für die Stadtteile Holsterhausen, Frohnhausen und Altendorf fürchten die Politiker Engpässe, wenn nicht bald gehandelt werde, so Günther Schröder, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung III.

Sanierungsstau an fast allen Grundschulen beklagt

„Auf der einen Seite wurden in der Vergangenheit Schulen, etwa an der Bärendelle geschlossen und gab es auch Überlegungen, das Schulgebäude an der Planckstraße zu schließen. Auf der anderen Seite könnte es in einigen Stadtteilen bald wohl mehr Grundschüler als Plätze geben“, fürchtet Schröder, der dies mit Bevölkerungszahlen aus dem vergangenen September belegt. In Holsterhausen etwa wurden zum Start des vergangenen Schuljahrs 158 Erstklässler eingeschult, in fünf Jahren melden sich laut Prognose bereits 240 Kinder zum Schulstart an.

220 Einschulungen in Altendorf

In Altendorf wurden im vergangenen Jahr 220 Kinder eingeschult, auch in diesem Bereich fürchtet Schröder in den nächsten Jahren ein Wachstum. Gleiches gelte für Frohnhausen, wo in fünf Jahren auf Basis der „alten Zahlen“ mit 17 Kindern mehr gerechnet würde. „Das wird sicherlich nach oben korrigiert werden müssen“, so Schröder. Zu alldem komme ein Sanierungsstau, von dem nahezu alle Grundschulen betroffen seien. Aus diesem Grund stellt auch die Bezirksvertretung III wieder Mittel aus ihrem Etat bereit, um Stück für Stück Löcher zu stopfen (siehe Infobox).

Dass man angesichts der steigenden Schülerzahlen an einer Lösung arbeite, bestätigt auch Brigitte Irle, Leiterin der Holsterhauser Cranachschule. Konkreter wolle sie sich zu diesem Thema noch nicht äußern. Anders die Rüttenscheider Andreasschule, die sich in der vergangenen Woche gegen eine geplante Dreizügigkeit aussprach, die der Schulausschuss schließlich dennoch auf den Weg brachte (wir berichteten).

Regine Möllenbeck, Leiterin des Schulamts, kann den Vorstoß der Bezirksvertretung III nicht recht nachvollziehen. „Der Rat hat uns bereits beauftragt, ein Schulentwicklungskonzept vorzulegen. Wir arbeiten daran“, sagt Möllenbeck. Fehlende Räume seien das Problem, zu dem man sich derzeit intern mit dem Amt für Immobilienwirtschaft abstimme. Parallel schärfe das Amt für Statistik zurzeit die Einwohner-Prognose. „Wir haben mehr Kinder in der Anmeldung als kalkuliert, das gleiche gilt auch für Kindertagesstätten“, so Möllenbeck. Auf Grundlage der aktualisierten Zahlen könne man schließlich ein Konzept vorlegen, kündigte die Pädagogin an.