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"Staatsmacht" ausgespielt

21.05.2007 | 05:32 Uhr

Beim Turnier "Kids & Cops" setzten sich Jugendfußballer gegen Polizisten und Sozialarbeiter durch Doch entscheidend ist der Gedanke von Gewalt-Vorbeugung und Integration

Essener Norden. "Wer miteinander spielt, der kommt sich näher und verträgt sich auch." Acht Jugendmannschaften treffen sich, gemäß dieses Leitgedankens, in der Turnhalle der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Zusammen mit einer Mannschaft der Polizei und einer weiteren, bestehend aus Essener Sozialarbeitern, bestreiten sie das Fußballturnier "Kids & Cops".

Bis in den Nachmittag hinein versuchen die Fußballbegeisterten das Runde ins Eckige zu befördern. Jeweils zweimal fünf Minuten tritt jede Mannschaft gegeneinander an. Polizei und Sozialarbeiter scheiden bereits vor dem Halbfinale aus und überlassen den Jugendlichen aus Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg das Spielfeld.

Nach aufreibenden Minuten und etlichen Sieben-Metern steht der Sieger fest. Das "Jugendhaus Neuhof" gewinnt den Pokal dicht gefolgt von der Mannschaft der "Fatih Moschee" mit 6:7.

Jedoch verbergen sich hinter der spielerischen Fassade konkrete Ziele. Es geht um Sozialarbeit und Gewalt-Vermeidung. Integration ist gefordert und Kriminalitätsvorbeugung angestrebt. Die Idee stammt von Sozialarbeiter Thomas Rüth und Herbert Czarnyan, Jugendkontaktbeamter der Polizei Essen. "Nachdem Polizisten bei einer einfachen Straßenkontrolle von einer Gruppe Jugendlicher zusammengeschlagen wurden", erinnert sich Thomas Rüth, "kam uns die verrückte Idee, ein Fußballturnier auszurichten, in dem Jugendliche und Polizei gegeneinander antreten."

Ziel sollte es sein, die verhärteten Fronten aufzulösen. Es benötigte eine Menge Überzeugungsarbeit der beiden, um Mitspieler für das erste Turnier 1999 zu gewinnen. "Der Fußball trug dazu bei, dass beide Seiten sich mit Respekt begegneten und Kontakte in lockerer Atmosphäre geknüpft wurden", berichtet der Sozialarbeiter. "Wir waren ziemlich angespannt, da wir nicht wussten, ob unser Konzept aufgeht."

Doch schon kurze Zeit später zeigten sich erste Erfolge. Polizeikollegen von Herbert Czarnyan berichteten, dass die Begegnungen mit Jugendlichen vom Turnier anders als gewohnt verliefen. Man erkannte sich wieder, gab sich die Hand und kam ins Gespräch. "Die Erfahrung war für beide Seiten wichtig", betont der Jugendkontaktbeamte. "Es wird auf gleicher Augenhöhe Fußball miteinander gespielt und gleichzeitig werden gegenseitige Vorurteile abgebaut."

Mittlerweile zählt das Turnier zu den Höhepunkten im Bezirk VI. Alle zwei Jahre organisiert der "Arbeitskreis Kriminalprävention" gemeinsam mit der Essener Polizei das begehrte Turnier. Auch Bürgermeister Rolf Fliß erkennt den Nutzen der spielerischen Auseinandersetzung unter festen Regeln. "Wer miteinander Sport treibt, entwickelt gemeinsame Leidenschaften und Toleranz", stellt er fest. "Und hoffentlich Interesse aneinander!"

Er ist gemeinsam mit seiner Familie gekommen, um persönlich die Siegerehrung am Nachmittag vorzunehmen. Zusammen mit der Polizeipräsidentin Stephanie Fischer-Weinsziehr hat er die Schirmherrschaft für das Fußballturnier "Kids & Cops 2007" übernommen.

Aber auch die Jugendlichen sind sich über die positive Wirkungen des Turniers bewusst. "Hier sind viele Jugendliche aus verschiedenen Ländern", erzählt Fatih Gün (17). "Man kann sich kennenlernen und entwickelt gegenseitigen Respekt." Sein Betreuer Yesilsu Hasan, Vorbeter der Fatih Moschee, stimmt dem zu: "Schulter an Schulter zu kämpfen, verlangt den Jugendlichen Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Respekt gegenüber seinem Gegner und Mannschaftskameraden ab.""Fußball trug dazu bei, dass alle sich mit Respekt begegneten"

"Wer miteinander Sport treibt, entwickelt Toleranz"

Von Judith Grajetzky



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