Rosige Aussicht für Schweinemarkt in Altenessen-Süd

Immobilien-Unternehmer Marc Wierig (2.v.r.) stellt mit Thomas Rotter (SPD, links) und Uwe Kutzner (CDU, Rechts) seine Pläne vor. Hier soll in etwa zwei Jahren das „Altenessener Süd-Karree“ entstehen.
Immobilien-Unternehmer Marc Wierig (2.v.r.) stellt mit Thomas Rotter (SPD, links) und Uwe Kutzner (CDU, Rechts) seine Pläne vor. Hier soll in etwa zwei Jahren das „Altenessener Süd-Karree“ entstehen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Investor Marc Wierig kündigt den Bau von Aldi, Rewe und dm sowie von Arztpraxen und Studentenwohnungen auf dem ehemaligen Schweinemarkt-Gelände an.

Altenessen-Süd..  Seit zwei Jahrzehnten versucht die Stadt, das Schweinemarkt-Gelände in Altenessen-Süd wiederzubeleben. Nach vielen vergeblichen Anläufen wurde jetzt mit Investor Marc Wierig aus Frintrop ein Bauträger gefunden, der das 1,5 Hektar große Gelände zwischen Köln-Mindener-Eisenbahn und Lierfeldstraße mit Geschäften, Arztpraxen und Studentenwohnungen bebauen möchte. Gestern stellte er zusammen mit den Ratsvertretern Uwe Kutzner (CDU) und Thomas Rotter (SPD) seine Pläne der Öffentlichkeit vor.

In der Regel machen Investoren ein Geheimnis aus ihren Verhandlungspartnern. Marc Wierig hingegen konnte gestern locker mitteilen, dass er mit Aldi, Rewe und dm bereits drei Partner fest an der Angel hat: „Die Ankermieter sind das Entscheidende für die Realisierung des Projekts.“

15 000 Quadratmeter groß ist die inzwischen komplett begrünte Fläche zwischen Berne und Altenessener Straße sowie Lierfeldstraße und Eisenbahnlinie. Der Vorhabenbezogene Bebauungsplan, der jetzt auf den Weg gebracht wird, sieht die Ansiedlung von Aldi mit einer Verkaufsfläche von 1000 m2 direkt neben dem Bahndamm vor. Aldi gibt dafür den bisherigen Standort in Altenessen-Süd auf.

Drei Flachdach-Baukörper

Neu in diesem Wohnviertel sind hingegen Rewe mit 1800 m2 Verkaufsfläche sowie der Drogeriemarkt „dm“ mit 700 m2 ; dazu kommen noch jeweils Lager- und Nebenflächen. Sie werden eingeschossig in der Mitte des dreiteiligen Flachdach-Baukörpers angesiedelt. Abgerundet wird das Objekt durch zwei bis drei Arztpraxen, eine Apotheke sowie Gastronomie (z. B. Eisdiele oder Pizzeria) und kleinere Ladenlokale.

Ebenfalls neu im Altenessener Quartier sind die 31 Wohnungen für Studenten, die Marc Wierig frei finanziert anbieten wird. Die Einraum-Appartements sollen etwa 25 m2 groß sein, über die Miethöhe machte der Investor noch keine Angaben.

Die Anlieferung von Aldi erfolgt über die Altenessener Straße sowie von Rewe über die Lierfeldstraße. Im Innenbereich des U-förmigen Objekts sind 175 Stellplätze vorgesehen. „Mit 2,60 m Breite sind sie ausreichend groß“, versichert der Bauträger, der auch für die weitere Gestaltung des ehemaligen Schweinemarkt-Geländes verantwortlich ist. So muss er den Geh- und Radweg entlang des Bahndamms und der Berne neu gestalten. Aber auch der vergammelte Aufzugturm an der Haltestelle der U 17 soll nicht den neuen positiven Eindruck beeinträchtigen. Marc Wierig: „Wenn ich die Erlaubnis bekomme, werde ich mich um ihn mit ein bisschen Farbe kümmern.“

Bis zum Baubeginn an diesem Verkehrsknotenpunkt werden aber noch einige Monate ins Land ziehen. Nachdem die Ratsgremien jetzt die Einleitung des Verfahrens beschlossen haben, rechnet Marc Wierig noch mit „eineinhalb bis zwei Jahren“, bis die Bagger rollen.

Politiker begrüßen Pläne und erinnern an „wenig ruhmreiche Historie“

Die Politiker der beiden großen Ratsfraktionen begrüßen – selbstverständlich – die Planungen für das ehemalige Schweinemarkt-Gelände. „Die Historie ist nicht sehr ruhmreich. Wir versuchen hier, seit 20 Jahren etwas zu entwickeln“, gibt Uwe Kutzner unumwunden zu. Der Vorsitzende der Altenessener CDU erinnert an die Pläne, hier Altenwohnungen oder Einfamilienhäuser zu errichten. Doch in dieser „Muffecke“ direkt neben der Berne sei das zu Zeiten, als noch niemand an den naturnahen Umbau des Abwasserbachs dachte, utopisch gewesen. „Und Sozialen Wohnungsbau brauchen wir hier auch nicht.“

Wohnungen für Studenten und die neuen Geschäfte könnten hingegen die Stimmung im Stadtteil heben. „Aufbruchstimmung ist definitiv da“, habe er erkannt.

Thomas Rotter (SPD) gefällt die Gestaltung des Objekts mit einer Fassade z. T. aus glänzenden Metall-Paneelen. „Auch gegen das Flachdach ist hier nichts einzuwenden.“