Nachbarn gründen Initiative gegen Neubau im Klostergarten

Heinrich Ruland (l.) und Eckhard Herlitz von der IG Bonnemannstraße haben Bedenken gegen den Neubau.
Heinrich Ruland (l.) und Eckhard Herlitz von der IG Bonnemannstraße haben Bedenken gegen den Neubau.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
13 Anwohner in Schönebeck haben Bedenken gegen den geplanten Standort des Mutterhauses für die Barmherzigen Schwestern.

Essen-Schönebeck.. Die Contilia-Gruppe plant in Schönebeck den Bau eines Mutterhauses mit Kapelle für die Barmherzigen Schwestern von der Heiligen Elisabeth zu Essen. 24 Schwestern, die heute noch in Schuir wohnen, wo das Kloster aufgegeben wird, sollen dort ein Zuhause finden. Die Nachbarn der Bonnemannstraße sehen den geplanten Bau kritisch. 13 Parteien, alle mit Blick auf den Klostergarten, gründeten eine Interessengemeinschaft (IG). „Wir sind nicht die bösen Anwohner. Wir heißen die Schwestern in Schönebeck willkommen, die Art des geplanten Baus aber nicht“, erklärt Eckhard Herlitz (70), einer der Sprecher.

Erst auf Drängen der Anwohner – so die Interessengemeinschaft – habe die Contilia-Gruppe im Dezember 2014 einen Info-Abend veranstaltet. Und da seien die Anwohner vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Was uns ärgert, ist die fehlende Transparenz“, sagt Anwohner Heinrich Ruland (74). Bei ähnlichen Projekten in Essen hätte man sich frühzeitig mit den Bewohnern zusammengesetzt und über die Pläne gesprochen. „Dass gebaut werden soll, war ja schon Ende Mai 2014 bekannt“, so Eckhard Herlitz.

Stadt prüft die Bedenken

Die Bedenken der Anwohner: Der Bau liege zu nahe an der übrigen Wohnbebauung in der Bonnemannstraße. Der zu erwartende Verkehr, besonders während der Bauzeit, würde die Bonnemann-straße – eine schmale, verkehrsberuhigte Zone – überlasten und beschädigen. „Wir haben mit einem Architekten gesprochen, der einen alternativen Standort für einen Neubau im Klostergarten, und zwar an der Schönebecker Straße, aufgezeigt hat. Dort ist ohnehin der Haupteingang des Seniorenstiftes“, erklärt Herlitz. Anwohnerin Rita Arnold (62) betont noch einmal, dass auch sie nicht grundsätzlich etwas gegen den Neubau im Klostergarten hat. Dass die geplante Kapelle „nur ein paar Meter von meinen Haus gebaut werden soll“, finde sie allerdings rücksichtslos.

24 seniorengerechte Wohneinheiten

Ihre Bedenken hat die Interessengemeinschaft auch den zuständigen Stellen bei der Stadtverwaltung mitgeteilt. „Wir möchten nur animieren, darüber nachzudenken, ob unsere Interessen berücksichtigt wurden“, sagt Eckhard Herlitz. „Wir prüfen die Bedenken der Anwohner gewissenhaft. Planungsrechtlich gibt es gegen den Bau nichts einzuwenden. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es aus, dass die Baugenehmigung erteilt werden wird“, sagt Detlef Robrecht, Abteilungsleiter für Stadtplanung und Bauordnung.

Durch den Neubau befürchten die Anwohner auf der Bonnemannstraße zudem eine Wertminderung ihrer Immobilien. „Wenn ich 30 wäre, würde ich wegziehen“, sagt Heinrich Ruland. „Wir haben aber noch Hoffnung. Es sollte nicht nur eine Entscheidung nach Planungsrecht geben, sondern nach dem Gebot der Rücksichtnahme“, erklärt Eckhard Herlitz.