Mieter freuen sich über Baustelle in Essen-Katernberg

Am Farrenbroich in Katernberg renoviert die Deutsche Annington jetzt drei Wohnblöcke.
Am Farrenbroich in Katernberg renoviert die Deutsche Annington jetzt drei Wohnblöcke.
Foto: Hagenbucher
Was wir bereits wissen
Lange Jahre haben die Bewohner am Farrenbroich auf Reparaturen und Modernisierungen gewartet. Jetzt geht es los.

Katernberg..  Die erste – positive – Überraschung erlebte Friedhelm Zirkel, Mieter am Farrenbroich in Katernberg, am Dienstagmorgen: „Unsere Schränke haben nicht gerappelt, und es hat auch keinen Staub gegeben, weil alles bewässert war.“ Das hätte auch anders kommen können, schließlich wurden jetzt die über 50 Jahre alten Balkone abgerissen.

Vor wenigen Tagen fiel der Startschuss für die Hausmodernisierung in der Siedlung, die einst von der Rheinisch-Westfälischen Wohnstätten AG errichtet wurde, inzwischen aber der Deutschen Annington (DA) gehört.

Die erste drei Wohnblöcke mit insgesamt 42 Wohnungen werden mit einem Investitionsaufwand von 2 Mio. Euro saniert.

„Die Baufirmen sind fleißig. Wir hoffen, dass es jetzt so zügig weitergeht“, zeigt sich Friedhelm Zirkel optimistisch. Die Stimmungslage des 79-Jährigen war vor drei Jahren noch anders. Im Juli 2012 beklagte er gemeinsam mit mehreren Nachbarn den Sanierungsstau in der Siedlung: „Repariert wird nur das Nötigste.“

Drei Jahre später tummeln sich die Bauarbeiter nun doch hinter den drei Mehrfamilienhäusern. „Unsere Wiese sieht aus wie ein Bauhof“, berichtet der Rentner. In der Tat: Container und Mini-Bagger bestimmen das Bild. Nach dem Abbruch der kleinen Balkone werden jetzt die Eingänge in die Keller neu gebaut, anschließend die Hauswände abgestrahlt und die Wärmedämmung aufgebracht.

Mit Skepsis nahmen besonders die älteren Mieter die Nachricht auf, dass ihre Häuser um eine vierte Etage aufgestockt wird. „Jahrelang haben wir auf Beschwerden über Schimmel in der Wohnung gehört, dass die schlechte Bausubstanz der Häuser schuld sei.. Und jetzt wollen sie uns noch ein neues Dachgeschoss draufsetzen?“, wundert sich Friedhelm Zirkel über die scheinbar neue Sichtweise. Dass bei Bekanntgabe der Aufstockung vor vier Wochen noch keine Genehmigung der Stadt vorlag, beunruhigte ihn noch zusätzlich.

Keine Auswirkung auf Tragfähigkeit

Doch Detlef Robrecht, Leiter der und Baustatik in der Stadtverwaltung, sieht keinen Zusammenhang zwischen Bausubstanz und Statik. Feuchte Wände seien Folge einer falschen Entlüftung – z. B. durch eine ungedämmte (alte) Fassade bei gleichzeitig gut isolierten (neuen) Fenstern -- hätten aber keine Auswirkung auf die Tragfähigkeit. Probleme mit der Baugenehmigung gäbe es also nicht. Friedhelm Zirkel beruhigt diese Aussage kaum: „Wir wollen mal hoffen, dass es gut geht.“

Das hofft Petra Leonartz vom Mieternetzwerk Essen-Nord auch in Bezug auf die Abrechnung der Modernisierung durch die Deutsche Annington. So dürften die größeren Balkone laut einem Urteil des Amtsgerichts Dortmund nur mit 25 Prozent der Wohnfläche berechnet werden, und nicht, wie von dem Unternehmen dort versucht, mit 50 Prozent.

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Anderer Meinung als die DA ist Petra Leonartz auch in Bezug auf den Austausch von Rauchmeldern. Während die Vermieterin ab Ende Mai die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Geräte installieren möchte, empfiehlt sie den Mietern, diese selbst fachgerecht installieren zu lassen.