Kunst lädt zum Verweilen hinter der Zeche Carl ein

Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Nicht nur in, sondern auch hinter der Zeche Carl tut sich was. Die Kunstausstellung im „Gustavs Park“, im vergangenen Jahr begonnen, wächst stetig.

Altenessen..  Offiziell heißt das etwa ein Hektar große Gelände hinter der Zeche Carl „Landschaftspark“. Für fünf Künstler, die mit der Kuratorin und Künstlerin Tanja Goethe dort ausstellen, ist es in Anlehnung an die Industrie-Pioniere Gustav Mallinckrodt und Gustav Mevissen schlicht „Gustavs Park“. „Mit dem Namen wollen wir an die Entwicklung erinnern, die die Region genommen hat“, sagt Tanja Goethe.

Den Grundstein für die Ausstellung legte sie sowie Christian Odzuck und Clemens Bodo Goldbach mit ihren Werken, die seit dem vergangenen Jahr in Altenessen stehen. Christian Odzuck erweiterte in diesem Jahr „Zulu Gimschi Echo“, das gut sichtbar auf einer Freifläche, ziemlich nah an den alten Zechengebäuden steht. Auch Tanja Goethes Backstein-Skulptur „Porroprisma“ wird wachsen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die junge, in Köln lebende Künstlerin hat Beinwell, eine Heilpflanze, die auf dem Gelände wächst, verpflanzt und hofft, dass sie ihre Skulptur überwuchern wird.

Frei steht Peter Straubs „The Chamber“, auch wenn die dreistufige Pyramide, umrahmt von Bäumen, nicht gleich zu sehen ist. Nicht zu übersehen ist hingegen „Inner Autonomy Beeing“ von Jessica Twitchell. Sie hat den Klinkerblock auf der Wiese direkt hinter dem Malakowturm mit einem feinen Muster plakatiert. Dass Freunde des Le Parkour, des modernen, urbanen Hinderslaufes, den Block weiterhin nutzen können, ist gewollt. Platz zum Greifen hat die Künstlerin bewusst frei gelassen.

Der Beitrag von Hüseyin Karakaya ist noch in der Entstehung. Er will mit Menschen im Stadtteil ins Gespräch kommen. Die Ergebnisse will er zum Ende der Ausstellung (20. September) in einem Buch mit Fotos und Texten für alle sichtbar machen.

Die Künstler wollen erreichen, dass Anwohner und Besucher den Park als Ort des Verweilens und der Freizeitgestaltung annehmen. Dem Anspruch des Verweilens wird besonders eine gemauerte Skulpturengruppe gerecht werden, die noch in diesem Sommer vor dem Maschinenhaus entstehen soll. „Die Zeche Carl suchte nach einer Lösung für den Eingangsbereich. Die lose gruppierten Skulpturen sollen einerseits den Eingangsbereich aufwerten, zum anderen aber auch praktisch zum Sitzen dienen“, erklärt Tanja Goethe.