Klubs suchen Ausweichquartiere

Was wir bereits wissen
Nach der Schließung der Turnhalle im Gymnasium Borbeck kritisiert die Bezirksvertretung die Stadtverwaltung.

Essen-Borbeck/Dellwig..  Auf völliges Unverständnis der Bezirksvertretung IV (Borbeck) stößt die plötzliche Schließung der Sporthalle im Borbecker Gymnasium. Einstimmig beschloss das Gremium am Dienstag, die Halle langfristig zu erhalten. „Es kann doch nicht sein, dass eine Halle mitten in einem Gebäude stillgelegt wird. Dafür sind wir zu arm“, empörte sich CDU-Ratsmitglied Klaus Diekmann, der an der Diskussion im Schloss Borbeck teilnahm.

Die nur von Vereinen, aber nicht von der Schule genutzte Sporthalle wurde, wie berichtet, Ende Januar stillgelegt. Anlass war jetzt die defekte Lüftung der Halle, außerdem werden fehlender Brandschutz und ebenfalls fehlender Brühschutz in den Duschen genannt.

Hauptbetroffener Verein ist die Tischtennis-Abteilung der DJK Eintracht Borbeck. Sie durfte bisher montags und donnerstags zehn Trainingsstunden lang im Gymnasium Borbeck „pläcken“ und dort freitags ihre Meisterschaftsspiele austragen. Die Suche nach einer Alternative ist schwierig. „Weil wir unsere Platten und Spielfeldumrandungen lagern müssen“, erläutert Abteilungsvorsitzender Ulrich Ertmann. Deshalb zerschlug sich auch der Wechsel in den Don-Bosco-Club. „Wir können unser Material ja nicht in den Gängen abstellen. Da hätte die Feuerwehr etwas dagegen.“

Nun scheint es doch eine Lösung zu geben. Ulrich Ertmann: „Wir bekommen mittwochs drei Stunden in der Realschule am Schloss. Damit sind wir zufrieden, weil unser Verein ja immer mehr schrumpft.“

Während der DJK-Vorsitzende die Bemühungen der Stadtverwaltung lobt, eine Lösung für sie zu finden, kritisieren Ulrich Schulte-Wieschen (SPD) und Thomas Mehlkopf-Cao (CDU), dass weder die Klubs noch die Politik vorher informiert worden sind: „Der Umgang mit den Vereinen ist unmöglich. Sie werden im Regen stehengelassen.“

Thomas Mehlkopf-Cao befürchtet zudem, dass weitere baufällige Hallen geschlossen werden könnten: „Da ticken noch mehr Zeitbomben. Deshalb soll die Verwaltung auflisten, wie marode unsere Hallen sind.“

Ratsmitglied Klaus Diekmann setzt jetzt auf ein heutiges interfraktionelle Gespräch, in dem über den Erhalt der Sporthalle gesprochen wird. Die Bezirksvertretung fordert ihn jedenfalls einstimmig.