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Klubgeld in der Kaffeekanne versteckt

06.02.2012 | 19:35 Uhr
Klubgeld in der Kaffeekanne versteckt

Borbeck.Wer beim TuS 84/10 Hilfe braucht, hört nicht selten den Rat: „Frag’ doch mal den Heinz.“ In der Tat ist Heinz Ollenburg im Verein der Mann für alle Fälle. Heute wird er 75 Jahre alt. Wir gratulieren.

Der rüstige Jubilar ist ebenso hilfsbereit wie vielseitig. Kein Tag vergeht, den er nicht in den Dienst des Vereins stellt. Montags und mittwochs nimmt Ollenburg die Prüfungen für das Sportabzeichen ab und hilft dabei auch Polizeianwärtern und Feuerwehrleuten auf die Sprünge, die dies für ihre Ausbildung vorweisen müssen. Dienstags hält er Erwachsene durch Ballspiele und Gymnastik fit. „Da musst du dir stets etwas Neues einfallen lassen, weil es sonst langweilig wird“, erklärt er.

Ganz der Jugend widmet sich Heinz Ollenburg immer donnerstags beim „Spiel und Spaß für Jungen“. Eine Gruppe, die Ollenburg schon seit 1966 leitet. Dass der fleißige Heinz, der selbst Turner und Leichtathlet war, aber auch Faust- und Prellball spielte, als echter Allrounder auch den Kampfrichter bei den Leichtathleten gibt und einst die Jugend- und Damenmannschaften der mittlerweile geschlossenen Handballabteilung trainierte, versteht sich da beinahe schon von selbst.

„Der Heinz ist mit Geld nicht zu bezahlen“, lobt daher Kevin Kerber. Der TuS-Vorsitzende möchte die ehrenamtlichen Dienste nicht missen, hilft Heinz doch auch bei der Organisation von vereinseigenen Veranstaltungen. Mit dem Senior pflegt Kerber ein ganz besonderes Verhältnis, gilt dieser doch als sein Mentor, der ihm Mut machte, das Amt zu übernehmen. Und Ollenburg hat sich nicht getäuscht.

Im Laufe der vielen Jahre kennt Heinz Ollenburg seine Pappenheimer, hat im Umgang mit den Sportlern eine große Menschenkenntnis entwickelt. Von „8 bis 80“ taxiert er das Alter seiner Schützlinge und „Berührungsängste kenne ich keine“, sagt er. Was entscheidend daran liegt, dass der Heinz eine echte Frohnatur ist, wie sein Bruder Herbert, 2. Geschäftsführer und Pressewart des Klubs, weiß. „Mit ihm hast du immer Spaß.“

Das Vereinsleben hat Heinz Ollenburg immer genossen und er tut es noch heute. Selbst nach all den Jahren. Immerhin gehört er schon seit 1953 zum Verein. Gerne erinnert er sich an die schönen Fahrten zu den Deutschen Turnfesten in München und Berlin. „Da waren wir alle noch wie eine große Familie“. Doch die Zeiten ändern sich. „Früher war alles überschaubar“, sinniert er. „Und in der Kaffeekanne war unsere Vereinskasse.“ Heute hingegen – der Verein zählt rund 1600 Mitglieder – haben sich die einzelnen Abteilungen mehr und mehr auseinander dividiert. „Das ist schon etwas schade“, sagt Heinz.

Dabei bleiben möchte er dennoch, solange er es körperlich noch kann. Schon im Interesse des Vereins, weil er immer auf der Suche nach Nachwuchssportlern ist. „Doch das ist nicht einfach“, wie er sagt.“ „Heute gehen die Kinder ganztags zur Schule. Kein Wunder, dass da nachher die Lust am Vereinsleben sinkt.“

Michael Heiße

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