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Kindergarten vor der Rettung

20.06.2007 | 09:35 Uhr

Politiker helfen Eltern der Einrichtung Hundebrinkstraße.Verein für Kinder- und Jugendarbeit soll alle drei Gruppen übernehmen

Altenessen. Eltern und Erzieherinnen des Kindergartens an der Hundebrinkstraße, Herz Jesu II, können aufatmen: Der Fortbestand ihrer Einrichtung gilt als so gut wie sicher. Zum nächsten Kindergartenjahr soll der Verein für Kinder und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten (VKJ) die Einrichtung übernehmen. Das nötige Geld, alle drei Gruppen weiter zu führen, ist vorhanden. Einzig über die Bedingungen, unter denen die Immobilie vom Verein genutzt werden soll, muss noch verhandelt werden.

"Wir stehen in den Startlöchern und freuen uns sehr, dass die Aussichten so günstig sind", nimmt Oliver Kern, Geschäftsführer des VKJ, Stellung. Aloys Braun, Pastor der Gemeinde Herz Jesu, die die Kindertageseinrichtung bislang geführt hat, präzisiert: "Wir freuen uns wenn der VKJ die Einrichtung übernimmt. Der Gemeinde dürfen dadurch keine Nachteile entstehen - das ist die Bedingung", erläutert Braun. Ein Beschluss des Kirchenvorstands sei schon eingereicht. Bistum und der Zweckverband "Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen", müssten noch zustimmen.

Ein Erfolg, den sich Eltern und Politiker auf ihre Fahnen schreiben können. Unermüdlich hatte der Elternrat für den Fortbestand der dritten Gruppe, die anderen beiden werden bereits von der Stadt bezahlt, gekämpft. Unterstützung bekamen sie vom Bezirks-Kinderbeauftragten Guido Reil (SPD), Ratsherr Jörg Uhlenbruch (CDU) und dem Vorsitzenden des Integrationsbeirates Muhammet Balaban. "Wir können auf die Einrichtung nicht verzichten", stellt Guido Reil fest. Jörg Uhlenbruch stimmt zu. "Hier wird aktive Integrationsarbeit geleistet. Der Bedarf ist da. Warum sollte man auf das Bewährte verzichten?", fragt er.

Nun ja, Gründe hatte es bis vor kurzem noch genug gegeben. "Das Bistum kann sich so viel Engagement nicht mehr leisten", verweist Pfarrer Braun auf die schlechte Finanzlage. Und als bekannt wurde, dass für die dritte Gruppe fast 96 000 Euro benötigt werden, sah es sehr düster aus. "Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen", berichtet Marina Schölich vom Elternrat.

Die Parteien suchten nach Finanz-Möglichkeiten. Ein SPD-Antrag, die nötigen Mittel aus den Dividenden von RWE-Aktien zu beziehen, wird wohl von CDU und Grünen wieder kassiert werden. Sie wollen mehrere Versorgungslücken in der Kinderbetreuung schließen. In verschiedene Häuser sollen insgesamt rund 563 000 Euro aus dem Topf "Unterhaltsvorschuss" und dem Betreuungszuschüssen für Kinder von Hartz-IV-Empfängern fließen.

Die Eltern freuen sich. Marina Schölich: "Zwischendurch haben wir fast nicht mehr an einen Erfolg geglaubt."

Von Markus Grenz

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