Kein neuer Lärm bei Prison in Katernberg

Das Gelände von Prison Metallhandel an der Emscherstraße.
Das Gelände von Prison Metallhandel an der Emscherstraße.
Foto: Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Anwohner waren beunruhigt über Entwicklung auf dem Gelände.

Essen-Altenessen/Katernberg..  Auf dem Gelände des Schrotthändlers und -verwerters Prison an der Emscherstraße entsteht kein neuer störender Betrieb: Das berichtete der stellvertretende Leiter des Planungsamtes Thomas Müller in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) V.

„Uns liegen keine Anträge für eine neue Nutzung des Geländes vor“, stellte Andreas Müller zur Freude der zahlreichen Nachbarn aus dem Umfeld der Emscherstraße fest, die extra für diesen Bericht in die BV V gekommen waren. Nachdem die Firma vor einigen Wochen eine Abbruchgenehmigung für Gebäude erwirkt hatte, war man misstrauisch geworden. Seit vielen Jahren klagen Anlieger über den Lärm des Entsorgungsunternehmens, das die Flächen der ehemaligen Metallschmelze Olsberg übernommen hat. Die Firma selbst gab keine Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung ab.

Wohl aber das Planungsamt. Das hatte sich mit Prison in den Jahren 2010/11 einen harten Schlagabtausch, zum Teil vor Gericht, geliefert, um mit einem Bebauungsplan zumindest den Ist-Zustand „einzufrieren“. Der ist nicht illegal (wir berichteten). „Ausgeschlossen sind seitdem ungewollte Nutzungen wie Spielcasino, Bordellbetriebe oder der Trödelmarkt“, erinnerte Müller in der BV V. Was die Zuschauer wohl am meisten interessierte: Ausgeschlossen sind auch weitere Lärm emittierende, also schlicht laute, Nutzungen, die die alten Genehmigungen überschreiten. „Auch eine Erweiterung geht nicht so ohne weiteres“, so Müller.

Er, und wohl alle anwesenden Politiker und Nachbarn, würden am liebsten Wohnungsbau auf der Fläche etablieren. Dagegen hätte mit Sicherheit die Firma Prison auch nichts, wenn ihr die Stadt ein Ausweichgrundstück anböte und man das Olsberggelände für ein Mehrfaches des Kaufpreises als Bauland vermarkten könnte. „Wir haben uns mit der Firma Prison vor Gericht getroffen. Vor solch einem Hintergrund ist die Frage nach einer Verlagerung zu adäquaten Preisen schwer zu diskutieren“, sagte Müller. Darüber hinaus rechnet man bei der alten Olsberg-Fläche mit Altlasten im Boden.

Außerdem ist Prison auch nur einer von mehreren Betrieben auf dem zusammenhängenden alten Bergfort-Grund und den Nebenflächen. Wunschziel ist ein Wohnungsbau auf dem Komplett-Ensemble. Doch dafür müssten etwa der Pkw-Logistiker Helf oder die Entsorgungsbetriebe Essen (Ebe) mit ihrem Betriebshof, umziehen. Da fragte Bezirksvertreter Friedrich Frentrop (EBB) zu Recht: „Wenn keiner umzieht, ist das eine Planung für den St. Nimmerleins-Tag?“ Andreas Müller: „Richtig.“