Karnaper Drainage wird noch teurer

Adnan Aksoy beklagt  Schäden an seinem Haus in Essen Karnap. Grundwasser von der Emscher ist aufgestiegen und seinen Keller vollgespült. Seitdem laufen zwei Pumpen rund um die Uhr, die das Wasser herauspumpen.
Adnan Aksoy beklagt Schäden an seinem Haus in Essen Karnap. Grundwasser von der Emscher ist aufgestiegen und seinen Keller vollgespült. Seitdem laufen zwei Pumpen rund um die Uhr, die das Wasser herauspumpen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Bezirksvertretung V befasste sich mit dem Wasserproblem im Essener Norden.

Essener Norden..  Das breite Nein der Karnaper Grundstückseigentümer zu Grundwasser-Drainagearbeiten wurde in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) V stark kritisiert. Auf der Tagesordnung standen zudem Tempo 30 auf der Emscherstraße und Fahrradboxen in Altenessen.

Drainage in Karnap

Die korrigierte Planung für die Grundwasser-Absenkung bringt auch langfristig mehr Kosten für die öffentliche Hand mit sich, als bislang diskutiert: Auf diesen wunden Punkt wies Bezirksvertreterin Christiane Wandtke (Grüne) hin. Hintergrund: Die Lebensdauer der zunächst vorgesehenen Verrohrung wurde mit 30 bis 40 Jahren angegeben, nun liegt sie bei 20 bis 25 Jahren. „Die Rohre halten nun womöglich nur die Hälfte der Zeit, das muss sich doch auch in der Kostenberechnung niederschlagen“, kritisierte Wandtke. Dass sich die Ruhrkohle AG (RAG), sie bezahlt die Hälfte der Baukosten, auch an einer späteren Erneuerung beteilige, so Stadtwerke-Planer Ingo Brucks, sei bislang nicht diskutiert worden.

Viel Kritik erntete die Verweigerungshaltung von rund 40 Prozent der befragten Karnaper: Sie möchten ihre Grundstücke nicht für den Drainage-Bau zur Verfügung stellen. Erst das hatte die neue Planung erforderlich gemacht. Unter Anderen kritisierte der Karnaper SPD-Vertreter Ralf Böing: „Das hing mit der Starrsinnigkeit einiger Eigentümer zusammen.“ Stefanie Kölking (CDU) widersprach: „Nur Draufhauen trifft die Sache nicht, es wurden auch viele Menschen gefragt, die nachvollziehbare Gründe für die Ablehnung hatten.“

Tempo 30 Emscherstraße

„Die BV V ist nicht zuständig“, lautete zum Ärger der Politiker die Begründung für das städtische „Nein“ zu Tempo 30 auf der Altenessener Emscherstraße vor dem Bahnübergang/Prison-Seite. Anwohner der nahen Barkhovsiedlung hatten auf den Lärm verwiesen, den Lkw beim schnellen Überfahren des Bahnübergangs erzeugten. Bezirksvertreter Friedrich Frentrop (EBB): „Wir sind nicht einverstanden. Man muss nur das Tempo 30-Schild hinter dem Bahnübergang ein Stück vorziehen.“ Die BV fordert weiter das Limit.

Fahrradboxen Altenessen

Die BV V will mehr Fahrradboxen am Altenessener Bahnhof aufstellen. Da diese allerdings 2500 Euro pro Stück kosten, soll die Stadt nun die im Bezirks nicht ausgelasteten Boxen am Bahnhof aufstellen. SPD-Sprecher Theo Jansen: „Der Bedarf ist da. Wenn die Anzahl nicht ausreicht, müssen wir uns über neue Boxen unterhalten.“

Erwartungsgemäß hat die Bezirksvertretung (BV) V den umfangreichen Fragenkatalog zum Parken auf dem Karnaper Markt (wir berichteten) in ihrer vergangenen Sitzung einstimmig bestätigt.

Dass die Befürworter des Markt-Parkens rund um den Karnaper Ratsherren Guido Reil (SPD) aber nach der Fertigstellung der immensen Hausaufgaben durch die Stadt auch kein „Ja“ erwarten sollten, kündigte sich in der Sitzung an. „Warum müssen wir da Parkplätze schaffen? Das viel beschworene Chaos habe ich dort auch an Samstagen nicht feststellen können“, kommentierte SPD-Sprecher Theodor Jansen.

Sein Parteikollege Karl-Heinz Kirchner ergänzte: „Ich sehe überhaupt keine Möglichkeit, dort Parkplätze zu schaffen.“ Auch EBB-Vertreter Friedrich Frentrop rückte vom Parken auf dem Markt ab und verwies, wie auch verschiedene andere Politiker, auf das Umfeld Karnaper Straße. „Es geht hier nicht um das Parken auf dem Markt, sondern im gesamten Zentrum. Und da haben wir überhaupt keine Eile“, so Bezirksvertreter Friedrich Frentrop.

BV-Gast Guido Reil will in Karnap Druck erzeugen und kündigte an, in den kommenden Wochen Unterschriften für das Projekt zu sammeln: „Vor 30 Jahren das Parken auf der Fläche nicht zuzulassen, war ein historischer Fehler der SPD. Daraufhin ist der ganze Bereich abgestorben.“